An der Landshuter Straße in Neumarkt-St. Veit

Umfangreiche Diskussion um Kita-Pläne: Das soll entstehen

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Ein erster Entwurf, wie die Kita einmal aussehen könnte.
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Neumarkt-Sankt Veit - Mit vier Gegenstimmen aus der CSU-Fraktion beschloss der Stadtrat am Mittwochabend die Planungen für die neue Kita an der Landshuter Straße.

Bereits auf seiner Sitzung Ende März hatte der Stadtrat den Neubau eines Kindergartens und einer Krippe mit jeweils zwei Gruppen beschlossen. Zwischenzeitlich waren außerdem Maßnahmen zur Deckung des Bedarfs an Krippen- und Kindergartenplätzen Thema gewesen. "Wir haben lange nach einem passenden Grundstück gesucht", berichtete Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG). "Es sollte nicht zu abgelegen sein und die Eltern auch nicht quer durch die Stadt fahren müssen." Daher sei die Entscheidung letztlich auf ein Grundstück an der Landshuter Straße gefallen. "Der Standort ist der geeignetste, der zur Verfügung steht. Er ist nahe den Neubaugebieten, gut erschlossen, inklusive einem Radweg und gut erreichbar." Durch für den Bereich geltende Bestimmungen sei auch sichergestellt, dass in der unmittelbaren Nähe keine stinkenden Gewerbebetriebe entstehen könnten. 

Planungen vorgestellt

Der Standort für die Kita

Die Stadt erwirbt nun das benötigte Grundstück und ein Architekturbüro war mit den Planungen für den Neubau beauftragt worden. Der Bauausschuss hatte sich weiterhin bereits für die Variante eines Baus in Form von "Drei Würfeln, ein Hof", entschieden.

Der aktuelle Plan für den Bau der Kita.

Diese umfasst:

  • Eine hofförmige Anordnung von drei Gebäudeteilen mit Flachdach. In der Mitte ein Gemeinschaftsraum zur Unterbringung des Mehrzweckraums, Essensbereich und der Leitung. Dran angeschlossen links und rechts nach vorne versetzt die Gebäudeteile für die Gruppenräume.
  • Das Gebäude hätte eine Nutzfläche von etwa 882 Quadratmetern und einen Bruttorauminhalt von etwa 5032 Quadratmetern.
  • Die Kostenschätzung beträgt etwa 3.300.000 Euro.
  • Eine Erweiterung nach Süden ist möglich.
  • Das Gebäude soll ein konventioneller Ziegelbau werden. Eine Holzbauweise wurde erwogen, habe sich aber als zu teuer herausgestellt.

Der Entwurf wurde dem Jugendamt vorgelegt und nicht beanstandet. Auch mit der Kindergartenleitung soll er noch durchgesehen werden. 

Viel Kritik und Diskussionsbedarf im Stadtrat

Im Stadtrat entspann sich eine heftige und ausführliche Debatte um die Planungen. Vor allem aus der CSU-Fraktion kamen zahlreiche kritische Anmerkungen. Fraktionssprecher Michael Kulhanek kritisierte, unter anderem, dass keine Küche vorgesehen sei. "Dabei wäre das doch eine Gelegenheit, hier unseren Kindern hochwertige und frische Kost bieten zu können! Das Tiefkühlessen mag ja gut sein, aber es ginge doch besser." Kämmerer Thomas Menzel bemerkte, dass der Bau und Betrieb einer Küche in der Einrichtung den Kostenrahmen völlig sprengen würde. "Da ist eine enorm umfangreiche Ausstattung und die Einhaltung einer großen Menge an Vorschriften nötig. Das wären alleine für den Bau Mehrkosten von 500.000 bis zu einer Million Euro.

Gleichzeitig kann man trotzdem ein vielfältiges und gutes Essensprogramm anbieten."

Sämtliches "kaltes" Essen, wie Salate und das Frühstück würden ohnehin frisch vor Ort zubereitet. "Das, was dann zum Aufwärmen gebracht wird, ist auch keine Billig-Tiefkühlkost sondern hochwertiges Essen, das nur halt nicht direkt vor Ort gekocht werden kann!" Kulhanek kritisierte, dass er dieses Argument ohne eine vorgelegte Kostenrechnung nicht annehmen könne.

Daneben kritisierten beispielsweise Maximilian Heimerl, eine Verschiebung des Gebäudes nach Südenosten sei nicht erwogen worden und Rosina Maria von Roennebeck war grundsätzlich gegen den Standort. "Das ist ja dann direkt an einer Hauptstraße. Wie schaut es denn dann mit der Belastung durch Abgase aus?", wollte SPD-Fraktionsvorsitzender Ulrich Geltinger wissen. "Wenn wir es nicht in der Nähe einer Hauptstraße bauen, wo sollen wir denn dann einen zentralen Standort finden?", entgegnete Bürgermeister Baumgartner. Peter Hobmaier (UWG) scherzte: "Also im Vergleich zu Kita-Standorten in München steht der unsere ja einsam im Wald, was die Luftbelastung betrifft."  Lob gab es dagegen von UWG-Fraktionsvorsitzenden Klaus Windhager. "Der Standort ist gut und auch der Entwurf gefällt mir sehr!" 

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