Grobkonzept für Stadtplatzsanierung wurde beschlossen

"Ein schöner Entwurf, der sich sehen lassen kann!"

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Das Grobkonzept für den Stadtplatz
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Neumarkt-Sankt Veit - Die Neugestaltung des Stadtplatzes ist einen Schritt weiter. Der Stadtrat verabschiedete ein erstes Grobkonzept, dass die Grundlage für die weiteren Planungen sein soll und auch zahlreiche Anregungen von Neumarkter Bürgerinnen und Bürgern beinhaltet. 

Der Stadtrat stimmte mit einer Gegenstimme von Ludwig Spirkl (SPD) der Einarbeitung und Berücksichtigung der Anregungen und Eingaben zur Stadtplatzsanierung zu. Der Vorentwurfsplan zur Stadtplatzsanierung in der ihm vorgelegten Fassung stimmte der Stadtrat zu. Dieses Grobkonzept soll nun die Grundlage für die weitergehenden Planungen sein. Dieses wird nun neu ausgeschrieben. Weitere Detailplanungen, wie beispielsweise die Beleuchtung, Farbgestaltung und Auswahl der Materialien, werden erst mit der danach zu erstellenden Entwurfsplanung festgelegt.

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum der Stadtplatz saniert werden soll:

  • Er soll möglichst barrierearm gestaltet werden, so dass Personen mit Rollstuhl, Rollatoren und Kinderwagen möglichst wenige Hindernisse vorfinden.
  • Die vorhandenen Gehwegplatten sind schadhaft. Die in den 70er-Jahren eingebauten Klinkerplatten haben eine sehr begrenzte Lebensdauer.
  • Mit dem Bau der Umgehungsstraße ist der Durchgangsverkehr weggefallen. Dies bietet die Möglichkeit, mehr Aufenthaltsqualität in den Stadtplatz zu bringen.

Die Sanierung wurde bereits heiß diskutiert. Es gab sogar eine Sondersitzung des Stadtrates zu diesem Thema. Mitte April hatte ein Bürgerdialog und eine Begehung des Stadtplatzes stattgefunden. Bis Ende April hatten die Bürgerinnen und Bürger dann Gelegenheit, Anregungen und Vorschläge einzugeben. Der Bau- und Umweltausschuss hatte sich in einer internen, mehrstündigen Arbeitssitzung Ende Juni mit den Eingaben und allen Argumenten, Vorschlägen und Kritikpunkten, sowie auch einigen Planvorschlägen befasst. 

Ein Beispiel für die eingegangenen Anregungen.

"Etliche Argumente und Vorschläge wurden aufgenommen und zur weiteren Prüfung an das beauftragte Planungsbüro weitergeleitet", so die Stadtverwaltung. Dort wurden nun diese Vorschläge und Eingaben auf Umsetzbarkeit geprüft. Das Prüfungsergebnis wurde dann zunächst dem Bau- und Umweltausschuss und nun dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt. "Weitere Detailplanungen, wie beispielsweise die Beleuchtung, Farbgestaltung und Auswahl der Materialien, werden erst mit der danach zu erstellenden Entwurfsplanung festgelegt", betonte Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG).

"Insgesamt haben wir 33 Anregungen erhalten", berichtete Elke Berger vom beauftragten Planungsbüro, "Das ist zwar nur ein halbes Prozent der Bevölkerung, sie bilden aber eine reichhaltige Bandbreite von Meinungen und Ideen ab." Die Stellungnahmen wurden den Themengruppen "Beläge und Oberflächen", "Brunnen und Plätze", "Bäume und Pflanzungen", "Parkplätze und Befahrbarkeit" sowie "Sonstiges" zugeordnet. 

Die Planung für den Kirchenplatz.

Beim Thema "Beläge und Oberflächen" sei eine Vielzahl an Anregungen und Wünschen eingangen, berichtete Berger. Dabei sei insbesondere der Wunsch vorgebracht worden, dass die Pflastergestaltung vielseitiger und auch farbig sein sollte. Auch wurde angemerkt, dass statt Granit Ziegel als der ortsübliche Baustoff verwendet werden sollten. Zudem solle der Straßenbelag um die Kirche neu geplant werden. 

"Was den Stadtplatz farblich ausmacht, sind die Gebäude", betonte Berger. Gegenüber dem derzeitigen "grau in grau" des Pflasters könne es nur zu einer Verbesserung kommen. Die Verwendung von Klinker als Belag sei durchaus vorstellbar. Der Kirche solle außerdem ein großzügigeres Umfeld gegeben werden. "Mehr als nur den Platz, der nicht für das Parken gebraucht wird", erklärte Berger. Details zur farblichen Gestaltung sei,wie schon von Baumgartner betont, Teil der weiteren Planung. Vorstellbar sei etwa, das vor dem Rathaus eine Musterfläche mit Beispielen der Öffentlichkeit vorgeführt würde. 

Das Konzept für die Barrierefreiheit für Blinde. 

Weiterhin sei unter anderem eine wichtige Anregung eingegangen, die Barrierefreiheit auch für Blinde zu gewährleisten. Dabei sollen nun spezielle gerillte Platten zum Einsatz kommen, die einen Weg zum Zebrastreifen aufzeigen. "Die Platten lassen sich so einarbeiten, dass sie gut ins Gesamtbild passen", betonte Berger. 

Beim Thema der Brunnen und Plätze seien die Meinungen extrem auseinander gegangen. "Keiner setzt sich an die Brunnen, außer Ehrko-Bewohner, Land-streicher und ein paar Jugendliche", stünde Aussagen gegenüber wie, "Es wäre eine Sünde, auf die Reaktivierung eines so bedeutenden Bo-dendenkmals zu verzichten!" Die historischen Brunnen wieder zu errichten, sei nicht möglich. Denn weder deren Aussehen noch ihr genauer Standort sei bekannt, auch der Kanal, der sie mit Wasser versorgte sei nicht mehr vorhanden. Zudem seien eigentlich bereits Brunnen vorhanden. In jedem Fall könne man die soziale Funktion der Brunnen als Treffpunkt wieder in die Gegenwart holen. 

Beispiele für die Fassadengestaltung mit Kletterrosen.

Zudem hätten Bedenken ausgeräumt werden können, dass die Neugestaltung Probleme bei der Brandrettung und die Zugänglichkeit für das Rote Kreuz zum barrierefreien Seiteneingang des Ärztehauses behindern könnte. Feuerwehr und Kreisbrandrat hätten erklärt, die geplante Ruheinseln und der Baumbewuchs würden keine Probleme verursachen. Auch für Krankenwagen gäbe es keine Probleme, diese würden rückwärts einfahren. 

Auch beim Thema "Bäume und Pflanzungen" seien wieder viele konträre Stellungnahmen eingegangen. Übernommen worden sei beispielsweise die Anregung, den Anliegern die Errichtung von speziellen Spalieren für Kletterrosen anzubieten. "Das hat noch keinem Stadtbild geschadet", freute sich Berger. Wegen Sorgen, dass Bäume die Fassaden verdecken könnten, wurden die Plätze kompakter gestaltet und die Zahl der Bäume von sechs auf vier reduziert. Zudem wurde sich für lichtere Baumtypen entschieden."Diese schirmen niemandes Fassade ab und haben doch gemeinsam ein gutes Volumen, dass an heißen Sommertagen für eine angenehmere Atmosphäre sorgen wird", erklärte Berger. Dank moderner Pflanztechniken könnte auch gleichzeitig ein gesundes Wurzelwachstum der Bäume ermöglicht und dadurch entstehende Schäden am Pflaster verhindert werden. Durch die Wahl geeigneter Bäume könnten auch Probleme für die Fassade der Kirche vermieden werden.

Die Planung für die Stellplatzsituation. 

Zuletzt sei auch ein gutes Konzept für Parklätze und Befahrbarkeit gefunden worden. Vor allem der Bereich um das Untere Tor sei umorganisiert und eine bequeme Umfahrt bei der Apotheke vorgesehen worden. Auch die Befahrbarkeit vor dem Edeka-Markt und dem Unteren Brunnen sei gewährleistet. Weiterhin sollen dann 134 statt bisher 147 Sommer- und 149 statt bisher 155 Winterstellplätze vorhanden sein. Die Zahl der Behindertenstellplätze sei außerdem auf entsprechende Anregungen hin von zwölf auf vier reduziert worden. 

"Das ist ein schöner Entwurf geworden, der sich sehen lassen kann!", lobte Bürgermeister Erwin Baumgartner. "Man kann dem guten Gewissens zustimmen", erklärte auch zweiter Bürgermeister Michael Asbeck (UWG). "Diese Anregungen brachten uns ganz neue Perspektiven und Ideen, die wertvoll für die weitere Planung sind", schloss sich dem CSU-Fraktionssprecher Michael Kulhanek an. "Die Meinungen waren definitiv repräsentativ, ob das nun 30 oder 300 waren", betonte auch CSU-Stadtrat Reinhard Fuchs. Ludwig Spirkl (SPD) störte sich an den Planungen zu den Stellplätzen. 

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