Nach tödlichem Unfall bei Neumarkt-Sankt Veit

Microcars im Straßenverkehr: Das müssen Sie dazu wissen

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Sogenannte Leichtkraftfahrzeuge im Straßenverkehr: Wie gefährlich sind sie im Straßenverkehr?
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Neumarkt-Sankt Veit – Nach dem tödlichen Unfall auf der Staatsstraße 2086 zwischen Rott und der Abzweigung Kindhofen: Was Sie zu derartigen Leichtkraftfahrzeugen im Straßenverkehr wissen müssen. innsalzach24.de hat nachgefragt.

Der wohl wichtigste Punkt vorweg: Es gilt die Straßenverkehrsordnung. Derer nach dürfen zugelassene Leichtkraftfahrzeuge auf den Straßen fahren, sofern sie versichert sind. Das Problem an diesen Fahrzeugen ist: Sie sind breiter als ein Fahrrad mit Fahrer, ein Moped oder ein Roller und: Sie fahren nicht schneller als maximal 45 km/h.

Rücksicht ist geboten

Das Leichtkraftfahrzeug beim Unfall vom Dienstag auf der Staatsstraße 2086 zwischen Rott und Abzweigung Kindhofen hatte auf der Rückseite einen Aufkleber, auf dem groß „25“ steht. Das bedeutet, dass dieses Leichtkraftfahrzeug nur 25 Kilometer pro Stunde fährt und das laut Straßenverkehrsordnung auch darf. Sie gilt für alle Verkehrsteilnehmer.

Daher ist insbesondere für Autofahrer Rücksicht geboten. Auf die Autobahn darf so ein Leichtkraftfahrzeug freilich nicht, genau wie jedes andere Kraftfahrzeug, das nicht mindestens 60 km/h fahren kann.

Auch ohne Führerschein möglich

Um so ein Leichtkraftfahrzeug fahren zu dürfen, braucht es den Führerschein der Klasse „AM oder man ist vor dem 1. April 1965 geboren. Letzteres war bei dem Unfallopfer vom vergangenen Dienstag auf der Staatsstraße 2086 zwischen Rott und Abzweigung Kindhofen der Fall. Dann braucht es keinen Führerschein und schon gar nicht, wenn man irgendwann den fürs Auto gemacht hatte.

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Demographischer Wandel und fehlende Mobilität

Dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd liegen derzeit keine Statistiken darüber vor, wie oft es zu Unfällen mit solchen Leichtkraftfahrzeugen kommt. Sicher sei, so eine Sprecherin, dass derartige Gefährte mehr werden auf Deutschen Straßen. Das dürfte dem demographischen Wandel geschuldet sein, wie auch der fehlenden Mobilität, gerade auf dem Land.

Im Prinzip seien solche Gefährte nichts anderes, wie ein Rollstuhl mit etwas Blech außen rum, erzählt ein Autohändler, der nicht genannt werden will. Der ADAC sieht das in einem entsprechendem Test unter anderem so: "Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass die Leichtkraftfahrzeuge hinsichtlich ihrer Geschwindigkeit von anderen Verkehrsteilnehmern überschätzt werden." Das berge vor allem außerorts ein hohes Sicherheitsrisiko. Weiter seien diese Leichtkraftfahrzeuge nur wenig sicher ausgestattet. So gebe es Modelle, die gern mal auf die Seite kippen und umfallen.

rw

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