Gasthaus "Genossenschaft" am Sonntag in Flammen

Bestürzung nach Großbrand: "Ein Stück Neumarkt-St. Veit stirbt grad!"

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Neumarkt-Sankt Veit - Es war nicht irgendein Gebäude, dass da am Sonntagnachmittag abbrannte. Mit dem Gasthaus "Genossenschaft" verbanden viele Bürger der Stadt Erinnerungen. 

Dieses Bild eines Lesers zeigt, wie die Rauchwolken am Sonntag noch weit hin zu sehen waren.

"Ein Stück Neumarkt-St. Veit stirbt grad", schreibt Tamara G. in einem Kommentar auf der Facebook-Seite "Auf geht's in Neumarkt-Sankt Veit". "A wenns nimma schee zum oschaun war aber die Genossenschaft gehört zu Neumarkt. Mei Mama hat jahrelang beim Welle bedient und i hab a paar mal Garderobendienst gschom als junges Mädel, wenn Veranstaltungen waren. Des tut im Herzen weh." Auch andere Neumarkter bekunden ihre Bestürzung über den Brand. "Auch wenn es lange Jahre leer stand: Mit unserer Genossenschaft brennt ein wertvolles Stück Neumarkter Geschichte", schreibt CSU-Stadtrat Michael Kulhanek. "Was hängen da Erinnerungen drinnen bei diesem Gebäude", bemerkt Bernhard K. 

Nachruf im Netz auf die "Genossenschaft"

Auf der Facebook-Seite der Verkehrs- und Werbegemeinschaft Neumarkt-Sankt Veit e.V. findet sich ein regelrechter Nachruf auf das Gebäude:

"Erinnerung an die Genossenschaft.

Erst wenn man aufschreckt durch den fürchterlichen Brand, erinnert man sich an die vielen Veranstaltungen in der Genossenschaft.

Faschingsbälle des TSV, Liedertafel, CSU, Arbeitervereines, Rottalia, Kinderfasching der JAG, Starkbierfeste, Willi Michl mit den Connys, Hans Söllner, Bürgerversammlungen, Raiffeisenversammlungen, Big- Band, Liedertafelkonzerte und die Theater des Trachtenvereines.

Ein Saal, der vielen Ansprüchen gerecht wurde, dessen schwarz/ weiss karierter Tanzboden furchtbar schwitzte im Winter und so mancher ausrutschte.

Viele hatten noch gehofft, dass einmal wieder die Genossenschaft aus ihrem Dornröschenschlaf durch irgendjemanden erweckt wird.

Der Traum ist vorbei."

Gebäude stand seit Jahren leer

Auch Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) zeigt sich schockiert über den Brand des Gebäudes. Das Gasthaus wurde seit mehr als 15 Jahren nicht mehr betrieben. 2014 kam das Gebäude in die Schlagzeilen, weil der Gehweg davor wegen herabfallendem Putz und sich gefährlich in Richtung Fahrbahn neigenden Eisenstangen für die Absperrung gesperrt werden musste. Der Eigentümer sorgte dann aber für eine Instandsetzung, wie damals der Neumarkter Anzeiger berichtete. "Seitdem hat sich da nicht mehr viel getan", bemerkt Baumgartner. "Ende des vergangenen Jahres gab es zuletzt einen Vorschlag, dass die Gemeinde das Gebäude kaufen könnte und auch einen Besichtigungstermin mit dem Eigentümer. Das hat sich dann aber zerschlagen." Im Moment bleibe nun abzuwarten, was die statische Untersuchung des Gebäudes ergebe. "Wie es dann damit weitergeht, ist aber letztlich die Entscheidung des Eigentümers."

Laut dem Polizeibericht war am Sonntagnachmittag, den 7. Juli, gegen 14.30 Uhr in dem Gebäude an der Altöttinger Straße ein Feuer ausgebrochen. Das Anwesen brannte komplett nieder, Feuerwehr und Polizei schätzen den entstandenen Sachschaden derzeit auf etwa 500.000 Euro. Nach Abschluss der Löscharbeiten der regionalen Feuerwehren übernahm der Kriminaldauerdienst (KDD) die polizeilichen Untersuchungen für die Kripo Mühldorf am Inn. Zur Brandursache können derzeit noch keine Aussagen getroffen werden, die Ermittlungen hierzu dauern in den kommenden Tagen an.

Dachstuhlbrand in Neumarkt-St. Veit

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