UWG-Bürgermeisterkandidat Erwin Baumgartner im Interview

"Wer dreimal gewählt wurde, kann keine so schlechte Arbeit abgeliefert haben!"

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Neumarkt-Sankt Veits Bürgermeister Erwin Baumgartner tritt 2020 bei der Kommunalwahl schon zum vierten Mal an.

Neumarkt-Sankt Veit -  Im Interview mit innsalzach24.de spricht Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) über die Motivation für seine erneute Kandidatur bei der Kommunalwahl 2020.

Wer 2020 mit 18 Jahren zum ersten Mal in Neumarkt an die Wahlurne tritt, der hat gar keinen anderen Bürgermeister als Erwin Baumgartner in Neumarkt-Sankt Veit erlebt. Seit 2002 hält er das Amt. Während beispielsweise Marianne Zollner (SPD) in Mühldorf und UWG-Kollege Robert Pötzsch in Waldkraiburg jeweils auf eine zweite Amtszeit hoffen, wäre es schon die vierte für ihn. 


Sein bisher bestes Wahlergebnis holte Baumgartner bei der Bürgermeisterwahl 2008 mit stolzen 89,20 Prozent der Stimmen. 2014 waren es dann immerhin noch 67,5 Prozent. Sein damals einziger Mitbewerber Michael Kulhanek (CSU) kam auf 32,5 Prozent. Beide treten auch 2020 erneut an. Daneben hat auch die SPD mit Michéle Gaulinger eine Kandidatin benannt. 

Baumgartner: "Musste Entscheidung lange hinauszögern"

"Zugegeben, ich habe die Entscheidung aus privaten Gründen lange hinauszögern müssen", berichtet Erwin Baumgartner im Gespräch mit innsalzach24.de. "Die Vorstandschaft der UWG und die Stadtratsfraktion haben mich sehr intensiv gebeten weiter zu machen. Es wurde mir auch von der Chefetage der Neumarkter UWG klar gesagt, dass ich für die sehr großen anstehenden Aufgaben, wie beispielsweise die Sanierungen von Stadtplatz und Kläranlage oder den Ausbau der Kinderbetreuung weiterhin zur Verfügung stehen soll!" Das einstimmige Votum bei der Nominierung des UWG-Ortsvereins habe dies nochmals bestätigt. "Meine eigene Motivation ist: Ich liebe meine Geburts- und Heimatstadt und möchte mein Bestes, mein Wissen, meine Erfahrung und Können, bei diesen Mammutaufgaben einbringen."


"Das bedeutet aber keinesfalls, dass ich mir mit dem Stadtplatz noch ein Denkmal setzen möchte", erklärt Baumgartner, fügt aber mit einem Augenzwinkern hinzu: "Ich glaube, das habe ich mit Spange, Umgehungsstraße und, und, und schon erreicht - zumindest ein kleines!" 

Baumgartner: "Um zu 'Gestalten' muss man erst das 'Verwalten' können"

"Das ist natürlich eine schwierige Frage, jegliche Antwort kann falsch interpretiert werden", beantwortet er die Frage nach seinem persönlichen Fazit für seine bisherigen Amtszeiten. "Ich sage es mal so: Wer dreimal ohne Stichwahl gewählt wurde, kann keine so schlechte Arbeit abgeliefert haben! Ich persönlich bin mit mir und meinen Zielen im Reinen, aber noch nicht ganz fertig. Es gibt Bereiche, bei denen noch was zu tun ist, wo man vermutlich nie fertig wird und bei denen es auch Rückschläge gegeben hat – aber das Leben ist kein Wunschkonzert und 'Nichts ist unmöglich' gibt’s halt nur in der Werbung."

"Ich komme aus der Verwaltung, was hin und wieder als negativ angesehen wird. Aber um zu 'Gestalten' muss man erst das 'Verwalten' können", antwortet Baumgartner, auf die Frage, was Ihn gegenüber seinen Mitbewerbern für das Bürgermeisteramt qualifiziert. "Die jetzt fast 18 Jahre im Bürgermeisteramt mit vielen zusätzlichen Erfahrungen in verschiedensten Ausschüssen und Gremien des bayerischen Gemeindetags, des bayerischen und deutschen Städtetags, des Kreistages, runden ein sehr umfangreiches Kommunalwissen ab!" Viele Maßnahmen seien erst möglich, da  die Stadt sehr viele Fördertöpfe anzapfen könne. "Dazu muss man einen umfassenden Einblick in diese oft undurchsichtigen Vorgaben  haben, in vielen Gremien seine Fühler ausstrecken können und die bayerische Förder- und Behördenstruktur kennen - die Verwaltungserfahrung bringt hier einen riesigen Vorteil. Zudem weiß ich, was man im Wahlkampf alles nicht versprechen sollte, was nicht immer ganz so einfach ist."

Umfangreiche Zukunftspläne

Die wichtigsten Zukunftspläne seien beispielsweise im Wohnungsbau, eine weitere Ausweisung von erschwinglichen Bauflächen für Wohnhausbau und Bau von Miet- und Eigentumswohnungen."Hier liegt das Augenmerk auf 'erschwinglich' für junge Familien mit verschiedenen familienfreundlichen Preisgestaltungen. Natürlich aber auch die Unterstützung der jungen Leute beim Bauen in ihrer Heimat im Außenbereich, in ihren Dörfern, in denen sie bleiben und wohnen wollen."  Weiter solle die Ausweisung von Gewerbeflächen vorangebracht werden. 

Auch Energetische Verbesserungen würden ein Thema sein. "Hier haben wir dem Energienetzwerk, bei dem wir als einzige Gemeinde des Landkreises Mitglied sind, für alle unsere Gebäude schon einen Maßnahme-Katalog aufgestellt." Im kommenden Jahr seien das Freibad und die Alte Turnhalle dran. "Dabei werden sind Photovoltaik-Anlagen vorgesehen! Damit steigern wir auch die Bilanz der erneuerbaren Energien." Weitere Themen seien etwa der Bau eines neuen Kindergartens, die Sanierung beziehungsweise Konzepte für die Alte Schmiede und das Durchgangsgebäude am Oberen Tor, der Breitband- und Mobilfunkausbau oder der Radwegebau. "Ich möchte Neumarkt-Sankt Veit, attraktiv und lebenswert für die Zukunft gestalten. Neumarkt-Sankt Veit ist unsere Heimat – und da leben wir gerne!"

hs

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