Schulen und Kita

Kampf gegen Corona-Infektionen in Neumarkt-St. Veit: 62 Ampeln für bessere Luft in den Räumen

Die Ampeln sind schon platziert worden, jetzt fehlen nur noch die Schüler.Von links: Florian Reichl vom Neumarkter Bauamt, Mittelschulrektorin Angela Wimmer, Grundschulrektorin Ines Krusche und Bürgermeister Erwin Baumgartner.
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Die Ampeln sind schon platziert worden, jetzt fehlen nur noch die Schüler.Von links: Florian Reichl vom Neumarkter Bauamt, Mittelschulrektorin Angela Wimmer, Grundschulrektorin Ines Krusche und Bürgermeister Erwin Baumgartner.

Die Stadt Neumarkt-St. Veit nutzt Zuschusssituation aus, um Kita und Schulen großzügig mit Technik zu bestücken. Das soll in der Corona-Pandemie saubere Luft gewährleisten.

Neumarkt-St. Veit – Spätestens wenn das Licht rot leuchtet sollten die Fenster aufgerissen werden: Die Stadt Neumarkt-St. Veit setzt in Zeichen von Corona auf sogenannte Corona-Ampeln, die in öffentlichen Räumen unablässig die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) in der Luft messen.


Auch die Kitas bekommen Ampeln zugewiesen

In Neumarkt-St. Veit hat die Stadtverwaltung jetzt vor allem die Schulen und die Kinderbetreuungseinrichtungen mit dieser Ampel ausgestattet, um gewappnet zu sein, wenn wieder sämtliche Schüler aus dem Homeschooling zurück in ihre Klassenzimmer kommen oder die Kleinkinder wieder in Krippe, Hort und Kindergarten betreut werden. 30 dieser Ampeln finden sich nun in den Klassenräumen der Herzog-heinrich-Mittelschule, 20 hat die Stadt für die Grundschule besorgt, sechs bekommt der Städtische Kindergarten und auch der Kinderhort ist mit vier beziehungsweise die Kinderkrippe mit zwei ausgestattet worden.


Zuschuss nach Schülerzahl

Besonders freut sich Neumarkt-St. Veits Bürgermeister Erwin Baumgartner darüber, dass der Kauf der Warnampeln auch noch gefördert wird. „Zuschuss bekommen wir nach Anzahl der Schüler!“ Der genaue Betrag steht zwar noch nicht fest, der Neumarkter Rathauschef rechnet allerdings mit sieben Euro pro Schüler.

Wenn der Wert zu hoch ist, gibt es eine weitere Einstellung

Die Funktionsweise der Ampel ist mit der einer klassischen Verkehrsampel in den Farben Grün, Gelb und Rot vergleichbar, informiert Baumgartner. „Rot ist auf einen Blick leicht verständlich für Schülern aller Altersklassen. Und den Lehrkräften zeigt es an, wie hoch die Kohlendioxid-Konzentration und damit die Belastung mit Aerosolen im Raum ist. Daraus ergibt sich, wann und wie lange gelüftet werden muss“, erklärt der Bürgermeister.

Und so funktioniert das Ganze: Die natürliche CO2-Belastung liegt bei durchschnittlich 400 ppm (Parts per Million = ein Millionstel). Bis zu einem Wert von 999 ppm leuchtet die Ampel Grün, was so viel bedeutet wie „Alles ok!“ Steigt die CO2-Konzentration dann bis 1999 ppm an, leuchtet die Ampel Gelb.

Skepsis gegenüber Luftreinigern

Für die Erzieherinnen und Lehrer kommt dieses Signal einer „Empfehlung“ zum Lüften gleich. Bei allem, was darüber hinaus geht – Werte von 2000 bis 2999 ppm – leuchtet die Ampel Rot, dass nämlich das Lüften erforderlich sei. Und noch eine Signalstufe gibt es. Wenn die rote Lampe nämlich blinkt, heißt das „Dringendst Lüften!“ Luftreinigungssysteme stellten zwar eine Alternative dar. Diese ersetzen aber nach Ansicht von Florian Reich aus dem Bauamt in Neumarkt-St. Veit nicht das Lüften, „weil mit diesen Umluftgeräten oder Luftreinigern kein Frischluftanteil vorhanden ist“, heißt es dazu aus dem Neumarkter Rathaus.

Kein unnötiges Frieren mehr in den Klassenzimmern

Die Anschaffung sei um ein Vielfaches teurer, pro Raum müsste man mit 2000 bis 3000 Euro rechnen, hohe Folgekosten durch Stromverbrauch, regelmäßigen Filterwechsel und zusätzliche Wartungskosten seien ebenso nicht zu verharmlosen. Vor allem aber scheute man diese Alternative aus diesem Grund: „Wird der Filter nicht rechtzeitig gewechselt, erreicht man das Gegenteil. Man hat im schlimmsten Fall eine Virenschleuder anstatt einer Luftreinigung“, so Baumgartner.

Für den Neumarkter Bürgermeister liegen die Vorteile dieser Ampeln, die pro Stück an die 200 Euro kosten, auf der Hand. „Sie erleichtern Lehrkräften, Schülern und allen Einrichtungen nicht nur das Lüften. Zukünftig wird es auch kein unnötiges Frieren mehr im Winter geben. Vor allem im Winter ist das mit der Erkältungsgefahr verbunden. Und auch Unterrichtsstörungen durch das Umziehen werden vermindert.“

Test im Sitzungssaal

Bei den Schülern dauert es zwar noch, bis sie sich von der Funktionsweise in den Klassenzimmern überzeugen können. Die Stadträte konnten die Ampel aber bereits testen. Bei der Sitzung im Kulturbahnhof nahm eine solche Ampel einen zentralen Platz im Raum ein. In der eineinhalbstündigen Sitzung musste niemand frieren und bei der Ampel war auch bis kurz vor 20 Uhr alles im grünen Bereich.

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