Bereits viel Salz verbraucht

Nicht nur zugeparkte Straßen: Das sind die Probleme des Neumarkter Winterdienstes

Winterdienst (Symbolbild).
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Winterdienst (Symbolbild).

Morgens, 3 Uhr, in Neumarkt-St. Veit: Für die erste Schicht des Winterdienstes am Bauhof der Rottstadt war in den vergangenen Tagen die Nacht um diese Zeit vorbei. Dann heißt es, die Lastwagen mit Streusalz zu beladen und die Straßen rund um Neumarkt-St. Veit von Schnee und Eis zu befreien.

Neumarkt-St. Veit – Und das sind einige Kilometer. Bauhofleiter Martin Wolf und seine Mitstreiter haben dann knapp 100 Kilometer Asphalt und weitere 25 Kilometer Kiestraßen von der Schneelast zu befreien.


Erst warm, dann kalt: Das fordert den Bauhof

Schnee, Eis, Tauwetter, dann wieder überfrierende Nässe: Martin Wolf und seine Männer sind in diesen Tagen besonders gefordert, damit sich die Verkehrsteilnehmer auf den Neumarkter Straßen sicher fortbewegen können. Neun Fahrzeuge sind schon in den frühen Morgenstunden unterwegs, wenn – wie in der vergangenen Woche der Fall – die Straßen vom Schnee geräumt werden müssen. In den letzten Tagen war vor allem Streusalz gefragt, um der Glatteisbildung Herr zu werden.


Im Außenbereich hilft ein Landwirt

Lastwagen, Unimogs und Bulldogs sind dabei im Einsatz. Kleinere Traktoren mit Schaufel und Salz- beziehungsweise Splittstreuer sind unterwegs, um Verkehrsflächen, wie den Stadtplatz, Parkplätze oder Kindergarten von Eis zu befreien. „Und dann haben wir auch noch die Fußtrupps, welche die städtischen Gebäude freischaufeln, wenn es denn nötig ist“, erzählt Wolf. Extern bekommt der Bauhof Hilfe von einem Landwirt, der mit seinem Bulldog für die Straßen im Außenbereich zuständig ist.

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Die Hälfte des Streusalzes ist schon auf den Straßen geblieben

In den vergangenen Tagen war viel zu tun. Das bestätigt der Blick ins Salzsilo. 750 Tonnen hatte die Stadt zu Beginn des Winters eingelagert. Das ist reichlich, wobei die größte Menge davon noch vom vergangenen Jahr stammt. „Da hatten wir ja de facto keinen Winter, wie auch schon im Jahr zuvor“, erinnert sich Wolf.

Doch in diesem Jahr sei durch die kalten Nächte, besonders in den ersten Januartagen, fast die Hälfte des Streusalzes ausgebracht worden. „An die 350 Tonnen haben wir aktuell noch zur Verfügung“, schätzt Wolf, der natürlich bei anhaltender Kälte die nächste Lieferung schon im Blick hat. „Das geht dann ziemlich schnell: Wenn ich heute bestelle, kommt die Lieferung in vier Tagen! Wir haben aktuell keinen Engpass!“

Immer mehr Gemeinden versorgen sich selbst

Früher hatte auch die Gemeinde Niedertaufkirchen ihr Salz am Neumarkter Bauhof aufgeladen. Mittlerweile verfügen die Niedertaufkirchener über eigene Silos. Erharting und die Gemeinde Niederbergkirchen, die aktuell ihr Salz aus Neumarkt bezieht, wollen diesem Modell folgen. Das hat einen Grund: Man spart sich die Anfahrts- und Wartezeit.

Die Hälfte des Streusalzes ist bereits verbraucht. 750 Tonnen hatte die Stadt eingelagert, um sein 125 Kilometer langes Straßennetz von Schnee und Eis zu befreien.

Splitt an Steigungen für die Lastwagenfahrer

Zur Aufgabe des Bauhofes gehört es auch, genügend Streugut sicherzustellen. Die Streugutbehälter sind in Neumarkt-St. Veit lediglich an den Steigungen zu finden. Der Griff in die Box sollte dort möglich sein, wenn Lastwagen wegen Glatteises nicht mehr weiterkommen, erklärt Wolf.

Neun Fahrzeuge für 125 Kilometer zuständig

Die Bauhofmitarbeiter sind nicht nur nachts und morgens unterwegs. Die zweite Schicht tritt um 12 Uhr an, um dann bis 20 Uhr weitere Arbeiten durchzuführen. Der Lader gräbt sich tief ins Salzsilo hinein, um die Lastwagen neu zu befüllen. Wege werden geräumt und unter Umständen auch Straßenzüge angefahren, die beim nächtlichen Einsatz nicht geräumt werden konnten, weil sie nicht passierbar waren. „Das Problem haben wir immer wieder, dass die Autos auf der Straße parken. Da geht es dann sehr eng her. Und bevor die Fahrzeuge beschädigt werden lassen wir das dann. Das ist kein böser Wille“, erklärt Wolf und appelliert an die Hauseigentümer, die Straßen frei zu halten.

Räumpflicht auf den Gehwegen

Zum Winterdienst auf Gehwegen weist die Stadt Neumarkt-St. Veit auf die Verpflichtung zur Durchführung der Räum- und Streupflicht hin. Gemäß der Verordnung über den Winterdienst und die Reinhaltung der Straßen müssen die Gehwege von den Anliegern (bei unbebauten Grundstücken von den Eigentümern) an Werktagen ab 7 Uhr und an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen ab 8 Uhr von Schnee frei geräumt und bei Glätte mit geeigneten abstumpfenden Stoffen (Sand, Splitt) gestreut werden. „Diese Maßnahmen sind bis 20 Uhr so oft zu wiederholen wie es zur Verhütung von Gefahren für Leben, Gesundheit, Eigentum oder Besitz erforderlich ist“, teilt dazu Marion Ißmaier aus dem Rathaus mit.

Auch ohne Gehweg sind die Anwohner gefordert

Dies gelte auch für Teile am Rande öffentlicher Straßen in der Breite von einem Meter, wenn kein Gehweg vorhanden ist. Bei Nichtbeachtung der Räum- und Streupflicht seien bei einem Unfall Schadensersatzansprüche nicht ausgeschlossen. Ferner stellt die Nichtbeachtung eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit Bußgeld belegt werden.

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