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Ramadama: Am Samstag um 12 Uhr mittags war Neumarkt-St. Veit wieder blitzblank

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Von: Karlheinz Jaensch

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Für Familien war der Samstag auch ein lehrreicher Spaziergang. Beim Ramadama erlebte der Nachwuchs seine Heimatstadt einmal per pedes
Für Familien war der Samstag auch ein lehrreicher Spaziergang. Beim Ramadama erlebte der Nachwuchs seine Heimatstadt einmal per pedes. © Jaensch

Ausgestattet mit Greifzangen, Plastiksäcken und Handschuhen waren am Samstag zahlreiche Bürger unterwegs. Es war wieder Ramadama-Zeit. Die Stadt war in 40 Sammelgebiete aufgeteilt worden und die Sammler rückten dem Müll auf den Pelz.

Neumarkt-St. Veit - Um 10 Uhr schwärmten am Samstag zahlreiche Gruppen, Einzelpersonen oder auch Pärchen vom Bauhof in alle Richtungen aus. Es war wieder Ramadama angesagt. Ausgestattet waren alle mit praktischen Greifzangen, mit Plastiksäcken, Handschuhen und dem Hinweis, wo jeder mit diesen „Werkzeugen“ die Straßen, Gehwege oder Anlagen von liegengebliebenem Müll befreien sollte. Stadtrat Peter Hobmaier, der die Stadt in 40 Sammelgebiete eingeteilt hatte, schickte die freiwilligen Sammler so in die Stadtviertel, dass wirklich jedes Gebiet berücksichtigt wurde. Er verteilte auch die von der Stadt zur Verfügung gestellten Einsammelhilfen.  Das Sammelgebiet erstreckte sich von Hörbering bis Kai und vom Kaiserholz über den Goaßberg und die gesamte Umgehungsstraße bis Teising. 

Alle Gruppierungen waren mit Feuereifer bei der Sache

Die meisten dieser ehrenamtlichen Sammler gingen in Gruppen. Es waren Vereine oder politische Parteien, Arbeiter und Angestellte der Stadt mit den Bürgermeistern oder eben Familien mit Kindern. Letztere verbanden diese Aktion mit einem Spaziergang, wobei die Kinder großen Eifer zeigten.

Die fünf Youngtimer hatten auf ihrem Oldtimer viel Spaß. Sie vergasen das Ramadama aber nicht
Die fünf Youngtimer hatten auf ihrem Oldtimer viel Spaß. Sie vergaßen das Ramadama aber nicht. © Jaensch

Die Profi-Sammler wie Feuerwehr oder Jäger fuhren gleich mit den Autos los, denn sie hatten längst ausgekundschaftet, wo der meiste Dreck zu holen war. Einige der Freiwilligen hatten besonderen Spaß. Die fünf Oldtimerfreunde von Ober- und Niederbayern hatten die Säcke und die Ladefläche ihres 72 Jahre alten Röhr R 15 mit Müll, Abfall, Schrott und Schutt schnell gefüllt.

Und tatsächlich füllten die Sammler nach kaum zwei Stunden den vom Bauhof bereitgestellten LKW kubikmeterweise mit alten Matratzen, Autorädern, Teppichen, Klamotten wie Lederjacken, Elektrogeräten und Fußbekleidungen, um nur einiges zu nennen.

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Und die Fußtruppen schleppten ihre mittlerweile schweren Säcke an. Manche erklärten, wo sie noch gefüllte Säcke hinterlassen hatten, weil sie zum Tragen zu schwer geworden waren. In der Stadt, so klagten manche, waren es hauptsächlich die Zigarettenkippen, die sie mit viel Mühe einsammelten.

Es gibt mehr Dreckmacher als Sauberleute

Wenn man bedenkt, dass der Bauhof die Abfallkörbe in den Anlagen dreimal wöchentlich entleert, muss man erkennen, dass es in der Stadt mehr Dreckmacher als Sauberleute gibt. Aber vielleicht ist jetzt eine saubere Stadt doch für alle ein Anreiz, sie weiterhin sauber zu erhalten.

Bei der g´schmackigen Brotzeit, die von der Stadt spendiert worden war, konnten die Müllsammler viel erzählen
Bei der g´schmackigen Brotzeit, die von der Stadt spendiert worden war, konnten die Müllsammler viel erzählen. © Jaensch

Die Stadt lud abschließend alle Helfer und Sauberleute zu einer kräftigenden Brotzeit. Da konnte jeder jedem noch einmal erklären, was andere Leute so auf Kosten der Allgemeinheit rücksichtslos entsorgen.    

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