Wasserversorgung: Die Suche nach Einigkeit

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Anton Egglseder (Mitte) übergab zusammen mit CSU-Stadtrat Reinard Fuchs (links) die Liste mit der übersicht sämtlicher genutzter Brunnen im nördlichen Gemeindebereich an Bürgermeister Erwin Baumgartner.

Neumarkt-St. Veit - Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung oder weiterhin Wasser aus den eigenen Tiefbrunnen? Gespalten sind die Meinung der Bürger, die im Außenbereich von Neumarkt wohnen.

Das zeigte eine Informationsveranstaltung der Neumarkter CSU im Gasthaus Zens. Zunächst verschaffte Georg Mühlbauer, Hygienetechniker im Gesundheitsamt Mühldorf, einen überblick über den Zustand der im nördlichen Gemeindeteil von Neumarkt genutzten Brunnen. Demnach seien von 127 Brunnen nur 29 ohne Beanstandung. Bei den übrigen gebe es chemische und mikrobiologische Probleme. Kontrollen seien laut Mühlbauer notwendig, jedoch "nur eine Momentaufnahme", die Werte könnten sich sehr rasch ändern.

Unterlegt mit Bildern erklärte Mühlbauer die Probleme der Brunnen. Sei es, dass Regenwasser in die Schächte sickere oder dass die Brunnen allenfalls gemauert seien. Er sprach sogar von Fällen, wo rostige Leitern in die Tiefe führen. Im Grenzfall seien kostspielige Aufbereitungsanlagen notwendig, um das Wasser weiterhin nutzen zu dürfen. Im Falle von Neumarkts Außenbereich sprach er von fünf Versorgungen, die zum Weiterbetrieb eine erste Ausnahmegenehmigung erteilt bekommen hätten, 18 weitere liefen bereits mit der zweiten Ausnahmegenehmigung. "Eine dritte gibt es dann nur noch in ganz seltenen Fällen", erklärte Dr. Benedikt Steingruber vom Gesundheitsamt. Die Betroffenen stünden dann unter Zugzwang und hätten zum Teil teure Anlagen zur Aufbereitung oder Desinfektion einzubauen. Erhebliche Kosten, denen Steingruber den bequemen Anschluss an das öffentliche Netz gegenüberstellte. Steingruber untermauerte jedoch, dass für das Gesundheitsamt nur das Resultat zähle: Die Versorgung der Bürger mit sauberem Wasser und nicht wie es erreicht wurde. "Das ist Sache der Politik."

Den Vorteil der städtischen Wasserversorgung schilderte Mühlbauer, der auf den Jahrhundertsommer 2003 verwies. Damals sei in Außenbereichen das Wasser knapp geworden. "Das passiert bei einer zentralen Versorgung nicht, weil immer ausreichend Wasser zur Verfügung steht." Außerdem verwies er auf die hohe Sicherheit bei der Wasserqualität aufgrund regelmäßiger Untersuchungen und durch die Wartung von Fachpersonal, auf den Schutz des Wasservorkommens durch ausgewiesene Wasserschutzgebiete und kalkulierbare Kosten.

je

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