Mit Lederhosen und Gummistiefeln

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Der Auftritt der Katzen sorgte für ein großes Hallo.

Neumarkt-St. Veit - Ein Festival über drei Tage. 25 verschiedene Musikgruppen. Musik nonstop. 8000 Menschen, die im Zelt übernachten und miteinander feiern: Das hat was von Woodstock.

In diesem Fall handelt es sich aber um das "Woodstock der Blasmusik". 300 Musiker, die in der Blasmusikszene Rang und Namen haben, trafen sich in Kopfing im Innviertel zur ersten Auflage dieser schrägen Wiederbelebung des Geistes von Woodstock. Mit dabei auch die "Musikatzen", eine Gruppe aus dem nördlichen Landkreis Mühldorf.

Eine Riesenbühne mitten im Wald. Es regnet - doch echte Festivalbesucher könnte selbst das mieseste Wetter nicht die Stimmung vermiesen. Und so tragen sie zu ihrer Lederhose nebst Strohhut auch Gummistiefel, denn der Waldboden ist sehr aufgeweicht. Unter den knapp 8000 Besuchern, die man an diesem Wochenende in dem Waldstück im Innviertel zählen wird, ist auch eine Abordnung aus dem Landkreis Mühldorf. An die 40 Edelfans sind es, die in blauen Fan-T-Shirts auf den Auftritt ihrer "Musikatzen" warten und schließlich die 14 Musiker, vornehmlich aus dem nördlichen Landkreis Mühldorf stammend, frenetisch bejubeln werden.

Blasmusik in allen Facetten

Ein typisches Bild beim "Woodstock der Blasmusik": Krachlederne und Gummistiefel. Denn es hat - ganz festivaltypisch - natürlich geregnet.

Nicht etwa Rockmusik klingt aus den Lautsprechern. Es ist Blasmusik in all ihren Facetten, die es an diesem Wochenende zu hören gibt. Das Non-Plus-Ultra der Blasmusik-Szene gibt in Kopfing bei der ersten Auflage dieses Festivals der Blasmusik ihr Stelldichein. Gloria, Vlado Kumpan, die Global Kryner, schließlich auch LaBrassBanda und die Senkrechtstarter HMBC sind nur eine Auswahl der 25 Musikgruppen, die nicht nur ein Humptata durch den Wald klingen lassen, jeder für sich hinterlässt seine Visitenkarte blasmusikalischer Raffinesse.

Ihrem Können haben es auch die 14 Musiker der "Musikatzen" aus dem Landkreis Mühldorf zu verdanken, dass sie im Vorprogramm auf die Waldbühne treten durften. "Dennoch war es Zufall", erinnert sich der Oberbergkirchener Markus Mayer, Tubist bei den Musikatzen.

Dem Veranstalter aufgefallen

Vor einem Jahr hatten die Mitglieder der Katzen den Böhmischen Frühling, eine mehrtägige Blasmusikveranstaltung in St. Martin im Innkreis, besucht - natürlich mit ihren Instrumenten, "de hamma immer dabei", grinst Mayer. In einem Wirtshaus hätten sie dann munter aufgespielt und seien dabei dem Festivalveranstalter aufgefallen, der sie gleich einlud zum "Woodstock der Blasmusik".

Die jungen und sehr talentierten Musiker, die sich aus Gemeinden von Dorfen bis Aschau rekrutieren, stand außer Frage: Wir sind dabei! Von einer besonderen Atmosphäre spricht Mayer, zumal ihr Repertoire Stücke von Gloria oder Vlado Kumpan enthalten hatte, Kapellen, die später auf der gleichen Bühne standen. Die Stars der Blasmusik persönlich kennenzulernen, blieb den Musikatzen verwehrt, doch im Vordergrund stand sowieso die eigene Musik.

Kein Lampenfieber

Und die kam bei den Leuten gut an. Nicht nur, weil die Musikatzen so manchen Konzertwalzer wie den "Astronautenmarsch" auf ihre eigenwillige Art interpretieren oder ihr Können in atemberaubenden Soli - in wahnsinniger Geschwindigkeit und dennoch technisch brillant - präsentieren. "Master Of Puppets" von Metallica hatten die Katzen sogar eigens auf ihre Besetzung arrangieren lassen, Paul McCartneys "Live And Let Die" löste ebenso Begeisterungsstürmer bei den Zuhörern aus.

Ein Festival mit Tausenden Besuchern- doch von Lampenfieber keine Spur. Selbst das Nesthäkchen der Musikatzen, der 15-jährigen Anderl Jodl aus Dorfen, gibt sich lässig: "Des war einfach bloß cool."

Die gigantische Atmosphäre lobt Mayer aber auch fernab der Bühne. "Jeder zeltet, jeder hat sein Blasinstrument dabei. Man trifft sich und spielt miteinander Musik. Alle waren gut drauf, das Regenwetter war jedenfalls allen wurscht." Und schließlich meint Mayer: "Ja, ich denke, das ist wohl der Geist von Woodstock." Und den wollen die Katzen nicht zum letzten Mal gespürt haben, "am liebsten aber auf der Bühne als davor".

je/Mühldorfer Anzeiger

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