Namibier zu Gast bei Freunden

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Großer Bahnhof für die Delegation aus Namibia am Freitag. Fotos

Neumarkt-St. Veit - Einen großen Bahnhof bescherten die Erhartinger Buam der Eisstock-Delegation aus Namibia. Sie verweilt wegen der WM derzeit in Neumarkt-St. Veit.

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Seit 20 Jahren besteht eine enge Verbindung zwischen den Musikern der Erhartinger Buam und der ehemaligen deutschen Kolonie Namibia. Waren es in den zurückliegenden Jahrzehnten stets die Erhartinger, die das Land in Afrika besucht haben, sind es nun erstmals Namibier, die die Reise nach Deutschland antraten. Im Rahmen der Eisstock-Weltmeisterschaft wohnen sie in Neumarkt-St. Veit und genießen herzliche Gastfreundschaft.

Vom Schulmuseum (links Maria Huber) waren die Gäste ganz begeistert. Die Bänke waren bekannt, Schiefertafel und Tintenfass erregten Staunen.

Donnerstagabend, der Zug hält am Neumarkter Bahnhof. Das ist das Zeichen für Reinhard Kobler, der sich gleich seine Ziach umhängt und einen bayerischen Willkommensgruß anstimmt. Währenddessen platzieren seine Blasmusikkollegen das Transparent, das die Freunde vom afrikanischen Kontinent begrüßt. "Die Blaskapelle Erhartinger Buam grüßt die Stocksportfreunde aus Namibia" heißt es darauf. Es folgen Umarmungen, bevor es mit den von der Reise schon müden Delegation der "Icestocksport Association of Namibia" ins Quartier geht. Darunter auch der Afrika-Meister im Zielschießen mit dem Eisstock Jessie Mweshipopya.

Eine Schlossführung von Bürgermeister Erwin Baumgartner persönlich und der obligatorische Eintrag ins Goldene Buch der Stadt durfte nicht fehlen.

Die Blaskapelle "Erhartinger Buam" pflegt schon seit 1990 guten Kontakt zum Sportverein DTS in der namibischen Hauptstadt Windhuk. Die Bayern waren vor allem überwältigt von der Gastfreundschaft in diesem jungen afrikanischen Land. 2004 gründeten dort beherzte Sportler dort einen Eisstocksportverein, die ihren Sport zunächst auf Terrassen und Parkplätzen ausübte. Aber dieses Üben reichte aus, um die Erhartinger in einem Turnier ganz knapp zu schlagen. Ob das der Grund war, dass dieser Verein noch im selben Jahr an der Weltmeisterschaft der Stockschützen in Graz teilnahm?

Heuer findet die Weltmeisterschaft in Waldkraiburg statt, und da ist es für die Blasmusiker von damals eine Selbstverständlichkeit, dass sie ihren namibischen Freunden Unterkunft, Verpflegung und Fahrdienste in Bayern anbieten. Die Wohnungen stellt ihnen für diese zwei Wochen Anton Dobmeyer kostenlos zur Verfügung.

So prominente Gäste hat man selten in der Rottstadt. Und so ließ es sich Neumarkts Stadtoberhaupt Erwin Baumgartner nicht nehmen, die zehn Afrikaner und ihre Erhartinger Betreuer mit Organisator Hans Patzelt im Rathaus zu empfangen.

Die Führung durch das Rathaus Schloss Adlstein nahm der Chef selbst vor, wobei er immer wieder auf die Geschichte einging. Begeistert waren die Gäste vom Schulmuseum, das ihnen Leiterin Maria Huber vorstellte. Nach dem Eintrag ins goldene Buch der Stadt plauderten und fachsimpelten alle bei einem reichhaltigen Frühstück.

Dabei wurde zum Beispiel bekannt, dass bei der ersten Weltmeisterschaft 2004 in Graz die russische Mannschaft den Afrikanern erst nach ein paar Spielen die Regeln des Sports erläutern musste. Die Amateure befolgten diese nun, und vier Jahre später in Ritten war die Endplatzierung dann schon erheblich besser.

Abschließend tauschten Bürgermeister und Gäste Erinnerungsgeschenke aus. Die Delegation erhielten Neumarkt-St. Veiter Regenschirme. Dass die Neumarkter ihren Gästen nun auch die Daumen für einen Turniererfolg drücken, versteht sich von selbst

Vier Damen und vier Herren mit zwei Betreuern bilden den Eisstockkader dieser fröhlichen Turniermannschaften. Einer davon fehlte allerdings beim Empfang: Teamchef Klaus Schubert fuhr nach Niederbayern, um dort Sportgeräte für den Eissport einzukaufen, die im äquatornahen Afrika mangels Eises verständlicherweise nur schwer zu bekommen sind.

nz/je/Neumarkter Anzeiger

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