Neue Töne im alten Bahnhof

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Auch Simon Hartel ist von den neuen Räumlichkeiten der Musikschule begeistert. Er bekommt von Johannes Schmid (rechts im Bild) Einzelunterricht für Tenor-Saxofon.

Neumarkt-St. Veit - Der Neumarkter Bahnhof noch längst nicht fertig gestellt, da drängeln sich bereits die ersten "Mieter" in die Räumlichkeiten.

So die Musikschule Mühldorf-Neumarkt-St. Veit, die froh ist, endlich ausreichende Schulungsräume zu haben. Gleich das ganze Obergeschoss hat die Musikschule belegt, um dem musikalischen Neumarkter Nachwuchs das Spiel an verschiedenen Instrumenten beizubringen. Vom Schlagzeug bis zur Geige, von Kontrabass bis zu E-Gitarre. Johannes Schmid, der Leiter der Musikschule in Neumarkt, ist jedenfalls begeistert von den neuen Räumlichkeiten, die die Musikschule pünktlich zum Schulstart nun bezogen hat.

"Die Räume sind hoch, die Türen dick, die Fenster dicht und die Räume darüber hinaus zum Teil schallisoliert." Selbst wenn nebenan ein Schüler mit der E-Gitarre übt, sei nichts zu hören, freut sich Schmidt über das neue Zuhause der Musikschule.

Ein großes Plus also gegenüber der früheren Niederlassung im Krabbehaus, das Schmidt als sehr hellhörig beschreibt. Das Gebäude sei, was die Akustik betrifft nicht optimal gewesen. "Wenn nebenan Schlagzeug gespielt wurde, hat man das im ganzen Haus gehört." Auch seien die Räume sehr klein und niedrig gewesen, was dann die Probe des Sax-Ensembles etwas schwierig gemacht habe.

Das Gastspiel der Musikschule im Krabbe-Haus war nur ein kurzes. Erst vor eineinhalb Jahren hatte die Musikschule dort Quartier bezogen, nachdem die davor genutzten Räume in der Hauptschule, in denen die Musikschule seit 1995 untergebracht war, die Schule selbst benötigt hatte.

Plötzlich musste alles schnell gehen. Im Eilverfahren ließ die Stadt Neumarkt das Krabbehaus innen herrichten, so dass der Musikschule kurzfristig diese Alternative überhaupt zur Verfügung gestellt werden konnte. Die Möglichkeit, nun in den Bahnhof einzuziehen, den Schmidt bereits als Kulturbahnhof bezeichnet, ließ sich die Musikschule dennoch nicht entgehen. "Zumal der Kulturbahnhof alles unter einem Dach hat", schwärmt der Musiklehrer. Denn nicht nur, dass der Musikschule Unterrichtsräume zur Verfügung stehen. Im Postanbau könne man sich mit der Volkshochschule einen Raum teilen, in dem auch Ballettunterricht möglich sei. Der Mehrzweckraum sei prädestiniert für Vorspielveranstaltungen. Diese hatten bisher im Herzoglichen Kasten stattgefunden, "der aber manchmal schon zu klein geworden ist", verhehlt Schmid nicht. Die Kapazitäten des Bahnhofes hingegen seien um die Hälfte größer.

Als einen wichtigen Aspekt nennt Schmidt den behindertengerechten Zugang, den er am Bahnhofsgebäude vorfände. Im Krabbehaus hätten dafür aufwändige Maßnahmen durchgeführt werden müssen, so Schmid. Insgesamt sieht er mit dem Ausbau des Gebäudes zum Kulturbahnhof eine große Chance für die Stadt. "Als wir vor Jahren das Kindermusical aufgeführt haben, behalfen wir und mit der alten Turnhalle. Bald schon steht uns für solche Veranstaltungen ein großer Mehrzweckraum zur Verfügung."

Schmids Freude ist ungebremst über die neue Unterkunft, diese Freude teilt auch der Neumarkter Bauausschuss, der sich vor seiner Sitzung am Mitwoch ein Bild über den Sanierungsfortschritt gemacht hat. "Eine schöne Sache für die Musikschule", musste auch Egbert Windhager (CSU) in der Sitzung zugeben. Allerdings: "Die Stadt hat das Krabbehaus für 18000 Euro für die Musikschule herrichten lassen. Was passiert nun damit?", fragte er Bürgermeister Erwin Baumgartner.

Dieser meinte, dass es nicht so dringend sei, eine weitere Nutzung des Krabehauses zu finden. Die erfolgten Sanierungsmaßnahmen darin begründete er als notwendig, "die darin liegenden Sanitäranlagen waren nicht mehr zumutbar." Er rechtfertigte die Investition damit, dass die Stadt für die Musikschule einen Alternativstandort suchen musste, nachdem in der Schule plötzlich der Platz gefehlt habe. je

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