Mehr Rücklagen als Schulden

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Neumarkt-St. Veit - Überraschendes Ergebnis: Trotz neuer Verschuldung weist Neumarkt-St. Veit in diesem Jahr im Haushalt eine positive finanzielle Bilanz auf.

Trotz unterdurchschnittlicher Steuerkraft eine positive finanzielle Bilanz aufzuweisen - darauf zeigte sich Neumarkt-St. Veits Stadtkämmerer Lothar Witte im Rahmen der Bürgerversammlung im Fruhmannhaus besonders stolz. "Die Rücklagen waren immer noch höher als die Verschuldung", informierte er die Zuhörer.

Wie er bei seinem Finanzbericht gleich zu Beginn herausstellte habe die Stadt in diesem Jahr bislang 1,2 Millionen Euro an Gewerbsteuern eingenommen, "200.000 Euro mehr als erwartet." Die Beteiligung an der Lohn- und Einkommensteuer sei mit 1,9 Millionen Euro etwas mehr als noch im Jahr davor. Kleine Einschnitte musste laut Witte die Stadt bei der Schlüsselzuweisung hinnehmen (1,2 Millionen Euro). Laufende Einnahmen habe die Stadt in Höhe von 7,5 Millionen Euro, bei den laufenden Ausgaben erwähnte Witte das Personal (1,37 Euro), den Sach- und Betriebsaufwand (1,7 Millionen Euro) sowie Zuschüsse und Schulverbandsumlagen (76.000 Euro). Mit 2,26 Millionen Euro schlägt in diesem Jahr die Kreisumlage im 12,7-Millionen-Euro-Haushalt zu Buche, "etwas niedriger als im Vorjahr, aber nicht weil der Umlagesatz gesunken ist, sondern wegen der niedrigen Umlagekraft der Stadt".

Auf die Umlage kam Witte anschließend noch detaillierter zu sprechen. Im Bezirk Oberbayern sei die Umlage mehr as doppelt so hoch als in der Oberpfalz. Die Mitglieder des Bezirkstages seien angehalten, einen gründlichen Blick auf die Ausgabenseite des Bezirks zu werfen.

Immerhin: 427.000 Euro könne die Stadt zum Vermögenshaushalt zuführen, insgesamt betrage das Investitionsvolumen rund 3,6 Millionen Euro. Ein erheblicher Teil davon müsse laut Witte aus den Rücklagen finanziert werden, 1,1 Millionen Euro seien im Haushaltsplan dafür veranschlagt. Zum Vergleich: Die Stadt hatte zu Beginn des Jahres 2011 Rücklagen in Höhe von fast 1,5 Millionen Euro, der Schuldenstand betrug zirka 1,3 Millionen Euro. "Die Rücklagen waren immer noch höher als die Verschuldung", stellte Witte diese beiden Zahlen gegenüber.

153.000 Euro an Tilgungen seien bislang in diesem Jahr geleistet worden, aktuell betrage der Schuldenstand rund 1,16 Millionen Euro. "Wir werden allerdings in diesen Tagen das Darlehen für die Fotovoltaikanlage in Höhe von 325.000 Euro in Anspruch nehmen und im Haushaltsplan sind 800.000 Euro weitere Kreditaufnahme für 2011 vorgesehen."

In den folgenden Jahren seien weitere Kreditaufnahmen notwendig, kündigte Witte an. Zwar könne damit der konsequente Weg des Schuldenabbaus nicht weiter fortgesetzt werden, doch bezeichnete Witte diese Tatsache als weniger problematisch, "weil wir in den letzten acht Jahren unseren Schuldenstand auf fast ein Drittel gesenkt haben". Darüber hinaus "profitiere" die Stadt vom derzeitig sehr niedrigem Zinsniveau. Schließlich handele es sich um rentierliche Schulden, "also Schulden, die über entsprechende Einnahmen finanziert werden".

An Zahlen belegte Witte, dass Neumarkt-St. Veit eine "weit unterdurchschnittliche Steuerkraft" habe. Mit 445 Euro pro Einwohner liege die Rottstadt im Landkreis auf Rang 25 von 31 Gemeinden, in Oberbayern auf Platz 458 von 497 Gemeinden, bayernweit gar an 1460. Stelle von 2056 Gemeinden.

Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass andere Städte erhebliche Standortvorteile hätten, von denen aus Züge für Pendler nur eine Stunde für die Fahrt nach München benötigten. Solche Städte seien auch im Vorteil, die mit einer Lage direkt an der Autobahn gesegnet seien oder "aufgrund der topografischen Gegebenheiten riesige Industrieflächen ausweisen können". Beispiele dazu fänden sich im Landkreis genügend, sagte Witte.

je/Neumarkter Anzeiger

Rubriklistenbild: © pa

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