Die Rückkehr der Beutegreifer

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Beeindruckendes Anschauungsmaterial: Eine Bärentatze.

Neumarkt-St. Veit – "Die großen Vier" heißt die Ausstellung im Herzoglichen Kasten, die über Luchs, Bär und Wolf informiert.

Lesen Sie hier den Bericht aus dem Mühldorfer Anzeiger:

Die Rückkehr der Beutegreifer

Luchs, Bär und Wolf sind in Europa wieder auf dem Vormarsch. Wie Artenschutz auf der einen Seite und die Sicherheit der Bevölkerung auf der anderen Seite sichergestellt werden können, darüber informiert die Ausstellung "Die großen Vier", die es bis zum 15. Mai im Herzoglichen Kasten zu sehen gibt.

Neumarkt-St. Veit - "Die großen Vier" heißt die Ausstellung deswegen, weil neben den drei Raubtieren auch der Mensch eine große Rolle spielt. Die Lebensräume überschneideten sich und damit stelle die Rückkehr der großen Beutegreifer die regionale Nutztierhaltung vor eine große Herausforderung, wie Jochen Grab, Wildtiermanager vom Bayerischen Umweltministerium, bei der Vernissage sagte.

Beeindruckendes Anschauungsmaterial: Eine Bärentatze.

Erstmals gastiert diese Wanderausstellung, konzipiert vom Landesbund für Vogelschutz, im Landkreis Mühldorf. Sie soll nicht nur über Meister Petz, Isegrimm und Lynx umfassende Informationen liefern, sondern auch über grundsätzliche Umgangsformen informieren und Schutzmaßnahmen, etwa für Nutztierhalter, beleuchten. Naturschutzverbände haben zusammen mit der Landesanstalt für Landwirtschaft und dem bayerischen Umweltministerium Managementpläne erarbeitet, um ein zukünftiges Miteinander der großen Vier zu ermöglichen, informierte Grab in seinem Referat.

Dass die Zeit reif ist, zu reagieren, zeigten die Fakten, die Grab lieferte. Der Luchs sei schon seit längerer Zeit in Bayern integriert. Immer wieder habe es aber in den vergangenen vier Jahren auch Kontakte mit Wolf und Bär gegeben. Von Südtirol, aus Slowenien oder aus der Slowakei und der Tschechischen Republik seien sie nach Deutschland gekommen. Überfordert sei man mit der Situation gewesen, ein Umstand, den Bär Bruno vor vier Jahren mit seinem Tod zu bezahlen hatte. Schon damals sei der Plan gereift, Konzepte zu entwickeln, um auf zukünftige Begegnungen zwischen Mensch und Tier besser vorbereitet zu sein.

Sabine Pröls von der LBV-Regionalgeschäftsstelle Inn-Salzach in Wiesmühl: "Wir wollen aufklärend tätig sein. Dabei geht es nicht nur darum, umfassend über die Beutegreifer zu informieren, sondern auch um die Beleuchtung von Konfliktpunkten, die sich aufgrund der Änderung der Lebensräume ergeben." Die Ausstellung, die sich über zwei Stockwerke zieht, ist für Erwachsene und Kinder gleichermaßen interessant. Interaktive Plätze regen zum Mitmachen an: Wie oft schlägt der Herzschlag eines Beutegreifers während seiner Winterruhe? Wie fühlt sich ein Bärenfell an? Wie gut sehen Luchse im Vergleich zum Menschen? Auch sorgt die Ausstellung mit einer Fülle von Informationen für Aha-Erlebnisse. Denn wer hätte etwa gedacht, dass in Frankreich Esel erfolgreich zum Herdenschutz bei Ziegen und Schafen gegen Wölfe und Luchse eingesetzt werden? Oder, dass Bären über kurze Strecken bis zu 50 Stundenkilometer schnell laufen können?

Anregungen zur Diskussion bot bereits die Vernissage. Dr. Erich Loserth, Vorsitzender der Kreisgruppe Mühldorf im Landesjagdverband Bayern, erntete zustimmendes Nicken mit seiner Ansicht, dass dort, wo denn Beutegreifer wie Bären vorkämen, diese, etwa durch Fütterung, vom Menschen verzogen und verdorben würden. Es gelte vor allem den Menschen zu schulen. Die LBV-Regionalgeschäftsstelle Inn-Salzach bietet kostenlose Führungen durch die Ausstellung für Schulklassen und Jugendgruppen an. Die Führung dauert für Schulklassen etwa eineinhalb Stunden. Anmeldung unter Telefon 08634/625333, Fax 08634/625381 oder per E-Mail unter inn-salzach@lbv.de.

je/Mühldorfer Anzeiger

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