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Kunst aus Ton, Filz und Stein

Wenn die Kreativität grenzenlos ist – Die vielfältige Künstlerin Uli Sedlmeier aus Lohkirchen

Uli Sedlmeiers Kreativität findet viele Wege. Die gelernte Steinmetzin und Steinbildhauerin arbeitet auch mit Ton, Filz und Fotografie.
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Uli Sedlmeiers Kreativität findet viele Wege. Die gelernte Steinmetzin und Steinbildhauerin arbeitet auch mit Ton, Filz und Fotografie.

Sobald es möglich ist, will sie wieder auf verschiedenen Märkten vertreten sein. Beim Lagerleben des Ampfinger Freilichtspiels „1322“ wird sie vor Ort am Stein arbeiten.

Lohkirchen – Kreativ. Ja, kreativ war Uli Sedlmeier aus Lech bei Lohkirchen schon immer. Schon als Kind liebte sie das Schöne.

Viel hat sie da gezeichnet und gemalt, und in der Schule stach sie durch die Schönschrift in ihren Heften hervor. Die, so Sedlmeier, war ihr immer besonders wichtig. Auch der selbstgepflückte Blumenstrauß kam nicht einfach so in eine Vase. Die Blumen wurden darin arrangiert und für das Auge schön in Szene gesetzt.

Eine von Uli Sedlmeier gefilzte Wichtelparade.

Schon als Kind von Steinen fasziniert

Ausgeleierte Hosentaschen waren damals schon eine Folge vom Steinesammeln. „Steine waren schon in meiner Kindheit meine Passion, sie zogen mich magisch an.“ Es gab keinen Spaziergang oder Heimweg von der Schule oder sonstige Wanderungen, bei dem Uli kein steinernes Andenken mitbrachte. „Auf die stand ich schon immer.“

Ihre Verkaufsstände sind eine wahre Augenweide.

Was war da naheliegender, als den Beruf der Steinmetzin und Steinbildhauerin zu lernen. Ein Beruf, in dem sie aufgeht und den sie mit Leib und Seele ausübt. Infiziert mit Kreativität wurde sie wohl von ihrer Mama. „Sie war die, die schon immer ‚rumkreativelt‘ hat.“ Zusammen mit ihren Geschwistern saßen sie oft beieinander und haben gemeinsam mit ihr gemalt oder gebastelt. Da wurden etwa Figuren aus Fimo für die selbst gebaute Weihnachtskrippe gestaltet. Aber nicht nur die Figuren, auch deren Kleidung wurde selbst gemacht. In der Schule hatte sie Kunst als Leistungskurs.

Eine konkrete Förderung in der Kindheit gab es nicht, aber da ist vieles einfach nebenher gelaufen. „Ich hatte viele Möglichkeiten, mich dahingehend auszutoben“, schmunzelt Uli. Auf die Frage was Sie alles macht, muss der kreative Kopf erst mal überlegen: „Vieles, ich kann einfach nicht nicht gestalten. In allem, was ich in die Hand nehme, sehe ich schon das fertige Produkt.“

„Mein Hauptaugenmerk gilt den Steinen nicht nur beruflich“, sagt Uli Sedlmeier. „Eine besondere Schwäche habe ich derzeit für Wasserspeier. Und was mich auch sehr interessiert, sind die Gestaltung und das Spiel mit Schrift und Texten – nicht nur auf Steinen.“ Sie würde sich auch gerne an die Kalligrafie wagen. Schreiben ist für sie nicht nur ein Mittel zur Darstellung von Gedanken. Die eigene Handschrift könne auch ein wesentliches Gestaltungselement sein.

Die Steinmetzin hat eine Schwäche für Wasserspeier.

Filzen mit Wolle

Als Ausgleich nimmt die Künstlerin gerne ein ganz anderes, weiches Material in die Hand. Wolle. Und mit dieser wird gefilzt. Nach und nach entstehen dabei so lustige Gesellen wie Filzwichtel. Die werden, sobald es wieder möglich ist, auf der Halsbacher Waldweihnacht ausgestellt. Nachdem sie den populären „Landlustengeln“ einen neuen moderneren Look verpasst hat, sind diese auf dem Markt ein Selbstläufer.

Den legendären Landhausengeln verpasste die Künstlerin kurzerhand einen neuen Look.

Wer so kreativ ist wie Uli Sedlmeier, hat natürlich ein Auge für das Schöne. Egal wo sie schöne Motive sieht, zückt sie die Kamera und hält sie fest: „Mich springen die Motive einfach direkt an. Ich habe immer eine Kamera mit dabei, und wenn die mal nicht in der Nähe ist, wird auch das Handy gezückt, um auf die Schnelle die Motive mit zu nehmen.“ Ihre Bildschätze teilt sie unter @ulise_meier auf Instagram.

„Was ich von meinen Hobbys am liebten mache?“, Uli überlegt nur kurz. „Da kann ich mich nicht festlegen. Es ist einfach ein Dreiklang aus Stein, Waldmarkt und Fotografie.“ Für die Ausübung ihrer Hobbys hat sie keine festen Zeiten, an denen sie ihrer Kreativität nachgeht. Oft überschneidet sich ihr Steckenpferd mit ihrem Beruf als Steinmetzin. „Ich arbeite eigentlich immer, wenn ich Zeit und Lust habe. Und auch manchmal, wenn ich eigentlich keine Zeit dafür hätte“, gibt sie zu. „Meine Familie nimmt es gelassen, wenn ich meine Leidenschaft auslebe, und unterstützt mich auch, wenn ich Hilfe brauche.“

Denn da ist schon mal ein schwerer Stein zu heben oder beim Kleben etwas zu halten. Sie mag an ihrer „Liebhaberei“ und auch an ihrem Beruf, dass sie in ihrem Tun förmlich versinken kann: „Dass der Kopf dabei frei wird, und die Gedanken anfangen zu fliegen.“ Genauso gern mag sie aber auch den Kontakt zu den Leuten, die sie auf den Märkten trifft oder die zu ihr in die Werkstatt bei FK Naturstein in Weidenbach kommen und denen sie mit ihren Arbeiten eine Freude machen kann.

Für „1322“ arbeite sie vor Ort am Stein

Auch in ihrem Beruf als Steinmetzin und Steinbildhauerin zeigt Uli Sedlmeier große Kreativität.

Sobald es möglich ist, will Uli wieder auf verschiedenen Märkten, vor allem auf der Halsbacher Waldweihnacht, vertreten sein. Zusammen mit Steinmetzmeisterin Franziska Kreipl-Poller wird sie beim Lagerleben des Ampfinger Freilichtspiels „1322“ vor Ort am Stein arbeiten. Und dass die Kreativität bei der Familie Sedlmeier von Generation zu Generation weitergegeben wird und weiterlebt, zeigt sich daran, dass einer ihrer Söhne bereits eine Drechselmaschine sein Eigen nennt. Er zeichnet und sprayt gerne Schriftzüge und hat auch die ersten Einrichtungsgegenstände für sein Zimmer selbst gebaut.