Kreis-ÖDP zu Plänen für Kommunalwahl 

"Wichtigstes Ziel ist es, im Kreistag auf Fraktionsstärke zu kommen"

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Reinhard Retzer, stellvertretender ÖDP-Kreisvorsitzender.
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Landkreis Mühldorf am Inn/Lohkirchen - Im Gespräch mit unserer Redaktion äußert sich der stellvertretende ÖDP-Kreisvorsitzende Reinhard Retzer zum aktuellen Stand der Pläne seiner Partei für die Kommunalwahl 2020.

"Durch das Artenschutz-Volksbegehren haben wir definitiv an Sympathien und Bekanntheit gewonnen, gerade auch in den Städten", freut sich Retzer. "Allerdings werden wir überwiegend nicht mit eigenen ÖDP-Listen antreten. Da fehlen uns einfach die Leute und die Strukturen dafür." Stattdessen werde es offene Listen geben. "Jeder, der sich mit unserer Programmatik identifizieren kann, darf dann darauf." ÖDP-Kandidaten würden sich außerdem auf freien oder unabhängigen Listen finden. "Ich selbst werde in Lohkirchen antreten." 

ÖDP will im Kreistag Fraktionsstärke erreichen

Pläne für Bürgermeisterkandidaten in den Städten gäbe es keine. "Allerdings behalten wir uns vor, einen eigenen Landrats-Kandidaten aufzustellen." Alternativ sei auch die Unterstützung eines passenden Kandidaten grundsätzlich vorstellbar. "Das hängt ganz von der Person ab." Beim Volksbegehren habe allerdings beispielsweise die Zusammenarbeit mit den Grünen sehr gut funktioniert. "Da hat sich gezeigt: Es ist Platz für zwei ökologische Parteien. Auszuschließen wäre die Unterstützung für einen passenden Grünen-Kandidaten also nicht." Auf jeden Fall werde es wieder eine Kreistagsliste geben. "Unser wichtigstes Ziel ist es, dort auf Fraktionsstärke zu kommen", betont Retzer. Bisher ist die ÖDP in einer Fraktionsgemeinschaft mit der FDP.

Seine Partei wolle im Kreistag unter anderem die Pläne für das ÖPNV-Netz begleiten. "Unser Ziel ist die Ausdehnung des MVV auf den Landkreis Mühldorf, das habe ich auch bei der Sondersitzung des Kreistags beim Beschluss des Nahverkehrskonzeptes des Landkreises zum Ausdruck gebracht" Die ÖDP solle sich, auch angesichts des sich bei den "Fridays for Future" zeigenden Umweltbewusstsein der Jugend für diese öffnen. "Vor allem aber wollen wir den Rechts-Drall verhindern. Da sind alle demokratischen Parteien gefordert!"

Auch andere Parteien äußerten sich zu Stand von Kommunalwahl-Planungen

Auch AfD, Grüne und CSU haben sich gegenüber unserer Redaktion schon zu ihren aktuellen Planungen für die Kommunalwahl 2020 geäußert. Ex-Umweltminister Marcel Huber, welcher der Kreis-CSU vorsteht, lobte die transparente parteinterne Wahl von CSU-Landratskandidaten Maximilian Heimerl und dessen Qualität für das Amt. Grünen-Kreisvorsitzende Judith Bogner berichtete, dass sie einen Platz im Gemeinderat ihrer Heimatgemeinde Schwindegg anstrebt und es auch Überlegungen für einen grünen Landratskandidaten gäbe. Der Kreisvorsitzende der AfD, Oliver Multusch, wiederum beklagte, potenzielle Kandidaten seiner Partei müssten mit Repressalien rechnen und würden davon abgeschreckt.

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