Zeitweise Geschwindigkeitsbegrenzung an Montessori-Schule Eberharting

Tempo 30 wegen Kröten? Und was ist mit den Schülern?

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Lohkirchen - An der Montessori-Schule Eberharting wurden aufgrund der derzeit stattfindenden Krötenwanderung Tempo-30-Schilder aufgestellt. Nach Ende der Amphibienwanderung sollen die Schilder wieder verschwinden. Warum? Ist das Leben von Kröten etwa mehr wert als das der Schüler?

"Im Bereich der Montessori-Schule befinden sich zur Zeit temporär aufgestellte Verkehrsschilder zur Verminderung der Geschwindigkeit auf 30 km/h. Der Grund hierfür ist die immer zu dieser Zeit stattfindende Krötenwanderung. Ohne Frage eine wichtige Initiative.", schrieb ein Leser an die Redaktion von innsalzach24.de. Allerdings werden diese Schilder nach Beendigung der Krötenwanderung wieder entfernt! "Da stellt sich für mich die Frage, ob denn das Leben der Kröten über das der Kinder und Schüler gestellt wird. Für die Schüler der Montessori-Schule werden keine Zone 30 Schilder aufgestellt!", wundert sich unser Leser. 

Die Redaktion erkundigte sich beim Landratsamt Mühldorf, was der Grund für diese - auf den ersten Blick - skurril erscheinende Regelung ist.

Landratsamt: Wir schützen nicht die Kröten, sondern die Schüler!

Zuständig für die Beschilderung sei in erster die Gemeinde Lohkirchen, so die Antwort des Landratsamtes. Die Beschilderung sei aber keineswegs angebracht worden, um das Leben der Kröten zu schützen. Stattdessen werde temporär auf 30 begrenzt, um das Leben der "Krötenhelfer" zu schützen. "In der aktuellen Jahreszeit engagieren sich viele Personen ehrenamtlich um den Schutz der Kröten. Diese kümmern sich zum Beispiel nicht nur um die Aufstellung der Zäune, sondern sammeln auch die Tiere am Fahrbahnrand oder tragen die Tiere mit Eimern über die Fahrbahn.", erklärt ein Mitarbeiter des Landratsamtes. Das seien in diesem Fall in erster Linie Schüler der Montessori-Schule

Die Schulkinder müssen dazu öfter als üblich die Straße in Richtung des Eberhartingergrabens überqueren. Die Tempo-30-Beschilderung bleibe nur so lange aufrechterhalten, wie tatsächlich eine Amphibienwanderung zu erwarten sei. 

"In jedem Fall, wenn eine solche Beschilderung angeordnet wird, ist vorab das Gefahrenpotential abzuwägen und im Einzelfall eine Entscheidung zu treffen." Das Landratsamt werde deshalb auch in diesem Jahr überprüfen, ob die angeordneten Maßnahmen notwendig und angemessen waren oder ob gegebenenfalls kein besonderes Gefahrenpotential besteht und damit eine Anordnung einer Tempo-30- Beschilderung künftig nicht mehr erfolgen muss.

Rubriklistenbild: © dpa/Montage

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