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Nutzlos oder eiserne Reserve?

Streit um alten Tiefbrunnen in Lohkirchen – Gemeinde widersetzt sich Landratsamt

Die Pumpe im Brunnengebäude schaut noch tipptopp aus. Die Technik ist allerdings in die Jahre gekommen.
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Die Pumpe im Brunnengebäude schaut noch tipptopp aus. Die Technik ist allerdings in die Jahre gekommen.

Im Gemeinderat hat die Forderung eine rege Diskussion in Gang gesetzt, ob es in der heutigen Zeit sinnvoll ist, einen Brunnen aufzulösen.

Lohkirchen – Im Juni 1997 ist der Tiefbrunnen im Lohkirchener Feuchtholz vom Netz genommen worden. Seitdem ist dort kein Wasser mehr gefördert worden.

Die Gemeinde wird seit dieser Zeit von der Mettenheimer Gruppe mit Trinkwasser versorgt. Jetzt hat das Landratsamt den Rückbau des Tiefbrunnens gefordert. Im Gemeinderat hat diese Forderung eine rege Diskussion in Gang gesetzt, ob es in der heutigen Zeit sinnvoll ist, einen Brunnen aufzulösen.

So sieht das Brunnengebäude derzeit aus. Seit 25 Jahren fließt hier kein Wasser mehr.

„Das Brunnenhaus ist in einem desolaten Zustand“, beschrieb Georg Obermaier, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft, den Gemeinderäten von seinem Besuch beim Tiefbrunnen. Anhand der Bilder, die er vom Inneren des Brunnens gemacht hatte, sah man, dass die technischen Geräte zwar teilweise noch ganz manierlich aussahen, alles in allem aber „nicht mehr dem heutigen technischen Standard entsprechen“.

Seit 25 Jahren nicht mehr am Netz

Zwei Gründe nannte Obermaier, warum der Tiefbrunnen vor 25 Jahren vom Netz genommen wurde: Da ist zum einen ein Sperrrohr, das zu kurz ist. Damit ist nicht sichergestellt, dass das Grundwasser sauber getrennt gefördert werden kann. Zum anderen hatte das Wasser nicht mehr die erforderlichen Messwerte. „Deshalb ist der Brunnen eigentlich nicht oder wenigstens nur sehr schwer zu sanieren“, stellte Obermaier fest und ging davon aus, dass die Gemeinderäte mit ihm einer Meinung waren, dass der Tiefbrunnen rückgebaut werden muss. Die Kosten seien zwar noch nicht klar, doch es sei sicher einfacher und günstiger als eine Sanierung.

Doch bei den Gemeinderäten regte sich Widerstand. Thomas Spirkl (Freie Wählergemeinschaft) gab zu bedenken, dass vielleicht auf lange Sicht der Erhalt des Brunnens sinnvoller wäre. „Das Trinkwasser wird nicht mehr, da ist es vielleicht gut, wenn man vorsorgt“, argumentierte er. Dem schloss sich Josefine Putz (UWG) an, gab aber zu bedenken, dass die Technik in dem Tiefbrunnen bereits sehr veraltet sei.

Bürgermeister Siegfried Schick (UWG) hatte auch Bedenken. Allerdings hat er die Sorge, dass die Gemeinde das Wasser aus der Mettenheimer Gruppe und das Wasser aus dem Tiefbrunnen nicht vermischen darf. Damit habe man ein organisatorisches Problem mit dem Wasser des Tiefbrunnens. Denn klar ist, dass der Tiefbrunnen alleine die Lohkirchener nicht mit Trinkwasser versorgen kann.

Reinhard Retzer (UWG) erinnerte aber daran, dass Wasser überall knapper werde. „Vielleicht ist die Mettenheimer Gruppe froh, wenn wir unser eigenes Wasser mit einspeisen können.“

Warten auf das Versorgungskonzept

VG-Geschäftsstellenleiter Georg Obermaier sagte, dass das Landratsamt ein Versorgungskonzept für den gesamten Landkreis ausarbeiten lasse. Aus den Wortmeldungen hörte er heraus, dass die Mehrheit der Gemeinderäte gegen einen Rückbau des Tiefbrunnens sind. Deshalb schlug Bürgermeister Schick vor, dass man erst einmal abwarte, bis man das Versorgungskonzept des Landkreises habe. Er äußerte aber auch die Befürchtung, dass mit der Sanierung des Tiefbrunnens zahlreiche weitere Kosten auf die Gemeinde zukommen.

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Martin Perseis (CSU/FWG) hatte Bedenken, dass der Wasserpreis durch eine aufwendige Sanierung des Tiefbrunnens steigen wird. Hier erinnerte allerdings Georg Obermaier daran, dass der Wasserpreis in der Gemeinde „eh sehr günstig ist“.

Auch das Brunnengebäude macht von außen nicht mehr den besten Eindruck.

Am Ende lehnte der Gemeinderat den Rückbau des Tiefbrunnnens geschlossen ab und forderte erst einmal genauere Informationen zum Versorgungskonzept des Landkreises. „Es wäre ein fatales Signal nach außen, wenn wir jetzt den Brunnen auflösen“, fasste es Rupert Kirchisner (UWG) zusammen. Georg Obermaier äußerte allerdings seine Zweifel, ob „wir damit durchkommen“.

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