Reihentestung nach Corona-Fällen in Eberharting

„Absolut Absurd“ - Geschäftsführer Erdkinder-Projekt e.V. Eberharting weist AfD-Vorwürfe zurück

Lohkirchen/Eberharting - Nach einem Corona-Fall im Kindergarten Eberharting wurde am Montagvormittag eine Reihentestung durchgeführt. Die AfD äußerte zunächst Kritik, diese wird allerdings vom Geschäftsführer des Erdkinder-Projekts e.V. Eberharting zurückgewiesen.

Update, 17.03 Uhr - „Absolut Absurd“ - Geschäftsführer Erdkinder-Projekt e.V. Eberharting zu AfD-Vorwürfen


Mit deutlichen Worten weist Uwe Rehse, der Geschäftsführer des Erdkinder-Projekts e.V. Eberharting - es handelt sich um den freien Träger des Kindergartens und der Montessori-Schule - die Vorwürfe der AfD im Gespräch mit innsalzach24 zurück. Zwar habe es einzelne Eltern gegeben, die ein „Problem“ mit den Testungen gehabt hätten - allerdings hätte sich die weit überwiegende Zahl der Eltern dazu bereit erklärt, ihre Kinder an der Reihentestung teilnehmen zu lassen. Die Maßnahmen seien mit dem Gesundheitsamt abgesprochen gewesen, auch treffe es in keinster Weise zu, dass Kinder hier ohne Wissen und Einwilligung der Eltern getestet worden seien - von einer „zwangsweisen“ Testung könne deshalb auch nicht im Entferntesten die Rede sein, diesbezügliche Vorwürfe der AfD entbehrten schlicht jeder Grundlage.

Alle Eltern wurden angerufen, mit sämtlichen Elternteilen wurde Rücksprache gehalten“, so Rehse. Die Maßnahmen an sich seien durch die Infektionsschutzverordnung geregelt.


Es sei den Eltern, die umfangreich vom Gesundheitsamt informiert worden seien, auch möglich gewesen, bei den Tests - es habe sich um Rachenabstriche gehandelt - zugegen zu sein. Eltern, die diese Tests nicht wollten, stünde es frei, ihre Kinder in Quarantäne zu begeben.

Die Vorwürfe der AfD seien regelrecht „absurd“ und werden von Rehse aufs Schärfste zurückgewiesen.

Erstmeldung:

Wie das Landratsamt Mühldorf berichtet, sind in der Montessori-Schule und im Kindergarten Eberharting beziehungsweise in deren Umfeld zwei Corona-Fälle aufgetreten. Das Gesundheitsamt habe am Wochenende nach Rücksprache mit den Einrichtungsleitern umgehend sämtliche Kontaktpersonen informiert. Anschließend wurde für Montagvormittag eine Reihentestung organisiert. Wie das Landtratsamt mitteilt, wurde diese im Testzentrum auf dem Volksfestplatz in Mühldorf durchgeführt. Weil die verschiedenen Gruppen gemischt betreut und beschult wurden, mussten sowohl der Kindergarten, als auch die Unterstufen der Schule in Eberharting geschlossen werden.

„Wir standen am Wochenende in engem Kontakt mit der Kindergarten- und Schulleitung, so dass die Testung der über 100 Kontaktpersonen in kurzer Zeit organisiert werden konnte. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes haben die Abstriche sehr kindgerecht durchgeführt“, so die zuständige Ärztin Andrea Bonakdar. Die Ergebnisse werden Mitte der Woche erwartet. Da die Einrichtung ein größeres Einzugsgebiet hat, sind nicht nur Kontaktpersonen aus dem Landkreis Mühldorf, sondern aus sechs weiteren Landkreisen betroffen. Die betroffenen Landkreise sind informiert. 

AfD äußert massive Kritik

Massive Kritik am Vorgehen der Behörden kommt indes von der Alternative für Deutschland (AfD). Der AfD-Landtagsabgeordnete Andreas Winhart spricht in einer Aussendung von „zahlreichen Elternprotesten“. Außerdem sei eine Anfrage an das zuständige Gesundheitsamt in Mühldorf mit einer „pauschalen, nichtssagenden Pressemitteilung“ von Seiten des Landratsamts beantwortet worden. Aus Winharts Sicht sei daraus zu schließen, dass die Maßnahmen überzogen gewesen seien. Winhart fordert, dass die „Elternrechte zu wahren“ und die Tests einzustellen. Auch sagt der AfD-Politiker in einer ersten Reaktion, dass Tests „zwangsweise" durchgeführt worden seien:

„Die Massentestung an der Schule und Kita des Erdkinder e.V. in Eberharting ist völlig überzogen. Gerade Kindern, auch unter drei Jahren, der Testung zwangsweise auszusetzen steht in keinem Verhältnis. Die betroffenen Eltern haben, genauso wie alle anderen Bürger das Recht, sich entweder testen zu lassen oder 14 Tage in Quarantäne zu gehen, was meines Wissens nach einige Eltern bevorzugen würden. Gerne jetzt, wo sogar die Maskenpflicht an Grundschulen durch die Bayerische Staatsregierung gelockert wurde, erscheinen die Maßnahmen, Kleinkinder und Grundschüler ohne Begleitung der Eltern zum Massentest antreten zulassen als wenig zielführend. Die Test könnten genauso gut auch in Kinderarztpraxen durchgeführt werden, sofern die Quarantäne nicht gewünscht ist“ , so die Vorwürfe Winharts.

Eine Anfrage der AfD zu der Causa sei bereits in Bearbeitung. Diese würde in den kommenden Tagen der Staatsregierung zugeleitet.

-dp-

Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa

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