Laute Rufe nach einem Radlweg

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Radfahren auf der B299: Viele Radfahrer wünschen sich einen Radweg, da es schon zu schweren Unfällen gekommen ist.

Neumarkt-St. Veit (ma) - Der Ausbau des Radwegenetzes in Richtung Neumarkt-St. Veit hat konkrete Formen angenommen.

Es gibt Planungen für eine Erweiterung von Schoßbach bis Stetten. Doch frühestens im nächsten Jahr erst soll mit der Baumaßnahme für den rund drei Kilometer langen Weg begonnen werden.

Der Pleiskirchener Wolfgang Mußmächer ist ein begeisterter Radfahrer. Sommers wie winters schwingt er sich auf sein Rennrad und fährt damit in die Stiftung Ecksberg in die Arbeit. Dabei tangiert er zwischen Güntering und Schoßbach auch die

B 299. "Jedes Mal ein Abenteuer", spricht der Pleiskirchener also aus Erfahrung, zumal die Straße nicht nur viel befahren sei, sondern auch viele Lastwagen an den Radfahrern vorbeidonnern. Teilweise mit abenteuerlich geringem Seitenabstand, wie Mußmächer erzählt. Dass Radfahrer schon oft in Unfälle verwickelt worden sind, sei ein deutliches Indiz für die Gefährlichkeit der Strecke.

Diese Situation könnte sich nun aber schneller entspannen als man denkt. Der Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach liegen bereits seit Ende vergangenen Jahres Pläne und Skizzen des Staatlichen Bauamtes Rosenheim vor, die den Bau eines Geh- und Radweges von Schoßbach bei Erharting - dort endet der Radweg aus Richtung Mühldorf - bis Stetten vorsieht. Eine Strecke von knapp drei Kilometern ist es, die für die Verkehrsteilnehmer auf Drahteseln sicherer gemacht werden soll.

Wie Frank Ruckdäschel, Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt in Rosenheim, erklärt seien die Planungen schon weit gediehen, "doch es ist nicht so, dass überall der Grunderwerb schon unter Dach und Fach ist". Denn für den Bau des Radweges benötigt das Staatliche Bauamt an die fünf Meter Grund, vom Fahrbahnrand der Bundesstraße aus gemessen. "Ein Grünstreifen von 1,75 Metern, dann kommt der Geh- und Radweg mit einer Breite von 2,5 Metern, es schließt sich ein weiterer Grünstreifen mit 50 Zentimetern an", erklärt Ruckdäschel den aufwändigen Bedarf an Grund, der auf dem Gebiet mehrer Gemeinden läge. Die Realisierung ist auch von der finanziellen Seite aus abhängig. Träger sei zu 100 Prozent die Bundesrepublik Deutschland, "doch es ist nicht so, dass das Geld auf Halde liegt". Pro Kilometer werden, je nach Geländeform, 100000 bis 150000 Euro an Kosten angesetzt. Ein Bau werde heuer "wohl nicht mehr erfolgen", weil das Geld schon verteilt sei, wiegelt Ruckdäschel ab.

Kommt der Radweg, dann auch nur von Schoßbach bis nach Stetten. Danach nämlich sei ein weiterer Ausbau eines Radweges aufgrund von vermindertem Verkehrsaufkommen nicht mehr dringend notwendig. Dem Radlfahrer profitiere schon jetzt von der weniger befahrenen Strecke von Stetten über Unterarbing nach Niedertaufkirchen, der Radlfahrer, der Neumarkt das Ziel auserkoren hat, könne dann weiter über Freiling und Hilling Richtung Oberscherm fahren, ohne vielem Verkehr ausgesetzt zu sein. Wenn schließlich die Straße wieder oberhalb des Staudacher Berges wieder in die Bundesstraße 299 mündet wird sich bis dato das große Verkehrsaufkommen von selbst erledigt haben. Denn 2011 soll die Umgehungstraße von Neumarkt fertig gestellt sein. Die Folge: Dieser Abschnitt wird dann von Noppenberg aus kaum mehr durch Schwerverkehr belastet sein - freie Fahrt also für Radfahrer.

je/Mühldorfer Anzeiger

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