Der lange Weg zur Vereinsgründung

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Heiß hergehen wird es auch beim 100. Jubiläum des Neumarkter Rennvereins auf der Wiese an der Landshuter Straße, wenn am 1. Mai ab 14 Uhr die Trabrennen starten. Pferderennen anlässlich des Georgitages lassen sich bis in die 1810er-Jahre zurückverfolgen.

Neumarkt-St. Veit - Die Geschichte des Rennvereins Neumarkt-St.Veit (bis 1934 Neumarkt a. Rott) ist untrennbar mit der Schlacht von Neumarkt am 24. April 1809 verbunden.

Es war wohl damals ein so einschneidendes Erlebnis für die hiesige Bevölkerung gewesen, dass man bei der Obrigkeit einen Antrag stellte, zum Gedenken an diese Schlacht einen örtlichen Feiertag abhalten zu dürfen.

Der erste dieser Gedenktage muss bereits Ende der 1810er-Jahre gefeiert worden sein, wobei auch hier schon beim Ablauf desselben von nachmittäglichen Pferderennen die Rede ist. Den Nachweis dafür findet man in einem Antwortbrief des königlichen Landgerichts Mühldorf an die Königliche Regierung in München im Frühjahr 1821. Die Frage, warum in Neumarkt ein örtlicher Feiertag am 24. April genehmigt wurde, begründet das Königliche Landgericht Mühldorf wie folgt: "Die Feierlichkeit besteht in dem auf dem Schlachtfeld veranstalteten Gottesdienst unter freiem Himmel und unter Paradierung der Landwehr - dann Nachmittag in dem gewöhnlichen Pferderennen. Die sämtlichen Kosten bestreitet die Gemeinde Neumarkt. Wegen dieser Erinnerung an die Tapferkeit der Baiern und des erneuerten Dankgefühls hat das gehorsamst unterzeichnete Landgericht auch heuer wieder am 24. April 1821 dieser Feierlichkeit die polizeiliche Bewilligung erteilt".

Für die gesamte Durchführung dieses Feiertages war also zuerst die Gemeinde allein zuständig. Der im Jahre 1836 gegründete Veteranenverein Neumarkt übernahm dann einen Teil der Organisation der Festlichkeiten, wie Feldmesse und Heldengedenkfeier. Für die Abhaltung und die Vorarbeiten der nachmittäglichen Pferderennen fand sich zunächst kein Verein.

Die ersten zarten Versuche einen Rennverein Neumarkt zu gründen sind im Neumarkter Anzeiger der Jahre 1894 und 1903 vermerkt, ohne aber von Erfolg gekrönt worden zu sein. Dabei wäre es vor allem seitens der Marktoberen erwünscht gewesen, die zum Teil lästigen Vorarbeiten abgeben zu können. Zeitungsredakteur Hermann Döring begrüßte 1903 diese Bemühungen. Denn: "Wie die Rennen zu Stande kommen, ist bekanntlich sehr umständlich, da muss stets das Geld erst zusammengeholt werden und die bedauernswerthen Sammler hören nicht immer die freundlichsten Worte. Das hört bei Bestehen eines Rennvereins auf, es erfolgt dann nur die Zahlung eines gewissen Monatsbeitrages und damit die Ansammlung der benöthigten Gelder."

Es sollten noch weitere acht Jahre ins Land ziehen, bis man sich zur Gründung des Rennvereins Neumarkt a. Rott durchringen konnte, aber im Frühjahr 1911 war es dann soweit. Im März wurde in einer ersten Sitzung im Brauereigasthaus des Ludwig Niedermeier die Gründung des Rennvereins Neumarkt a. Rott vorbereitet und auch gleich ein provisorischer Ausschuss (Vorstandschaft) gewählt. Dieser Ausschuss bestand aus dem Ersten Vorstand Johann Eichberger, Metzger und Pferdehändler, dem Zweiten Vorstand Otto Hertrich, Brauereibesitzer in St.Veit, dem Kassier Xaver Mittermüller, Bäckermeister und dem Sekretär (Schriftführer) Ludwig Niedermeier, Brauereibesitzer in Neumarkt. Als Beisitzer wurden gewählt die Herren Ludwig Buchner und Ignaz Gruber (jeweils Gastwirte), die Metzgermeister Anton Huber und Martin Schneider, der Seifenfabrikant Karl Kuhn und der Kaufmann Hans Schötz.

Ihre erste Aufgabe war die Organisation der Pferderennen am Georgitag, 24. April 1911. Nach der Vorbereitung einer Vereinssatzung konnte man am 25. Mai 1911 zur endgültigen Vereinsgründung schreiten. In dieser Gründungssitzung wird die ausgearbeitete Satzung angenommen und die vorläufige Vorstandschaft in ihren Ämtern bestätigt.

Die ersten Vereinsjahre waren geprägt durch viele Rennveranstaltungen, die Mitgliederzahl stieg auf 88 Personen. Das Hauptproblem des Vereins jedoch war, dass es damals in Neumarkt a. Rott keine feste Rennbahn gab und so immer wieder renntaugliche Wiesen gefunden werden mussten. Die Lösung dieses Problems und der allgemeine Aufschwung des Vereins wurde im Sommer 1914 mit Beginn des Ersten Weltkriegs jäh unterbrochen. Es gibt zwar während der Kriegszeit noch die jährlichen Georgi-Gedenkfeiern aber nur in einem kleinen Rahmen und ohne die Pferderennen am Nachmittag.

jaw/Neumarkter Anzeiger

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