"KSK kann auch Geschichtsverein sein"

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Franz-Joseph Gruber vor dem Gemälde der Schlacht in Neumarkt an der Rott. Der KSK-Vorstand sieht optimistisch in die Zukunft. Die KSK könne er sich später auch als Geschichtsverein vorstellen.

Neumarkt-St. Veit – Seit 175 Jahren besteht die Krieger- und Soldatenkameradschaft von Neumarkt-St. Veit bereits. Er ist damit einer der ältesten bestehenden Vereine der Stadt.

Mit rund 150 Mitgliedern steht der Ortsverband relativ gut da, doch auch Vorstand Franz-Joseph Gruber macht sich im Interview Sorgen um die Zukunft, zumal durch die Aussetzung der Wehrpflicht auch nicht mehr mit Reservisten zu rechnen ist.

Mit 175 Jahren hat die KSK in Neumarkt-St. Veit schon ein stolzes Alter. Doch wie sieht es in Zukunft aus, zumal es kaum Ortsverbände gibt, die nicht einen Mitgliederschwund beklagen?

Franz-Joseph Gruber: Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass auch wir mehr Mitglieder verlieren als neue hinzukommen. Obgleich wir mit 150 Mitgliedern noch ein starker Verband und auch finanziell gut aufgestellt sind. Lediglich die Schönberger sind in der glücklichen Situation den Mitgliederstand halten zu können. Grundsätzlich besteht das Problem, dass keine Jungen mehr nachkommen, auch weil sich das Militär immer mehr in Richtung Berufsarmeee entwickelt.

Was bedeutet dies konkret für die Zukunft des Ortsverbandes in Neumarkt-St. Veit?

Franz-Joseph Gruber: Um den Ortsverband ist mir für den Zeitraum der nächsten zehn bis 20 Jahre noch nicht bange, zumindest, was die Führung betrifft. Ich gehe im nächsten Jahr in Pension und habe dann Zeit mich noch mehr um die KSK zu kümmern. Da ich an der Geschichte grundsätzlich sehr interessiert bin, werde ich mich dann auch umso mehr der Dokumentation der Standorte der Neunerkreuze kümmern. Diese soll dann im Stadtarchiv deponiert werden, damit sie auch für die nächsten Generationen zur Verfügung steht. Was danach kommt, kann ich nicht sagen.

In Neumarkt-St. Veit gibt es außerdem mit der Schlacht von 1809 ein bedeutendes geschichtliches Ereignis, dessen man einmal im Jahr am Georgitag gedenkt. Sehen Sie die Gedenkfeiern als gefährdet, sollte es irgendwann mal keine KSK mehr geben?

Franz-Joseph Gruber: Wir müssen das ganz realistisch sehen. Wie gesagt ist mir für die nächsten 20 Jahre noch nicht bange. Ich denke aber, dass vor allem solche bedeutsamen Ereignisse wie die Schlacht von 1809 durchaus auch ein anderer Verein wachhalten könnte. Da es bald keine ehemaligen Kriegsteilnehmer mehr geben wird und auch die Soldaten weniger werden., so wäre auch unser Verein als Veteranen- und Geschichtsverein oder Heimatverein möglich mit einer breiteren Mitgliederbasis.

je/Mühldorfer Anzeiger

Lesen Sie mehr dazu in der Samstagsausgabe des Mühldorfer Anzeigers.

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