Ein Koffer voll Unbeschwertheit

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Die "Clowns ohne Grenzen" erheitern in den nächsten beiden Wochen die Menschen in Georgien. Mit dabei ist Stefan Knoll aus Oberbergkirchen.

Oberbergkirchen – Lachen ist die beste Medizin – auch deswegen setzen viele Krankenhäuser auf Clowns, die vor allem Kindern helfen sollen, schneller gesund zu werden. Die Organisation „Clowns ohne Grenzen“ geht noch weiter.

Sie versucht in Krisengebieten den Kindern Freude im beschwerlichen Alltagsleben zu bereiten. Einer dieser Clowns ist der Oberbergkirchener Stefan Knoll, der gestern nach Georgien aufgebrochen ist.

Für Stefan Knoll ist es die erste Reise im Team des Vereins „Clowns ohne Grenzen“, denn erst in diesem Jahr ist der 44-Jährige dieser Organisation beigetreten. „In Georgien feiere ich sozusagen meine Premiere“, freut er sich auf die Auftritte im Kaukasus. Bis zum 20. Juni wird das Quartett, das sich auch aus Klinik-Clowns aus München und Ebersberg zusammensetzt, durch das Land reisen, dabei zweimal pro Tag an verschiedenen Orten auftreten.

Bis zu 2000 Kinder zum Lachen bringen

„Es werden wohl zwischen 1500 bis 2000 Kinder werden, vor denen wir spielen werden“, äußert sich Stefan Knoll zum Pensum der nächsten beiden Wochen. Vor allem seien es Kinder, die durch den Kaukasus-Konflikt vor zwei Jahren ihre Heimat verloren haben und immer noch in Flüchtlingslagern im Landesinneren untergebracht sind. Laut „Clowns ohne Grenzen“ haben damals 127 000 Menschen ihr Zuhause verloren. 223 000 Menschen seien es, die durch die Konflikte in Südossetien und Abchasien seit Beginn der 90er-Jahre entwurzelt worden seien.

Vor solchen Leuten zu spielen, ist für Stefan Knoll absolutes Neuland, doch über genügend Bühnenerfahrung verfügt er. Seit 20 Jahren ist der Künstler in der Branche tätig, war nach seiner Ausbildung zum Fotografen als Musiker tätig, hatte verschiedene Bandprojekte. Seit 2002 tourt er sehr erfolgreich mit seinem Maskentheater „Theater Maskara“ durch ganz Bayern und erfreut vor allem die kleinen Zuschauer. „Ich spiele wahnsinnig gerne vor Kindern“, berichtet der 44-Jährige, der schließlich auch Erfahrung in der Circus-Company „Perplex“ gesammelt hat. Daher rührt der Kontakt zu Andreas Schantz, der auch die Reise in Georgien leitet. Und so versucht nun Stefan Knoll als Clown, den Kindern ein frohes Lachen zu entlocken.

Keine einfache Aufgabe im Falle Georgiens, zumal sprachliche Barrieren bestehen. Doch Bedenken hat Knoll, der seit elf Jahren in Irl, Oberbergkirchen, lebt, nicht. „In Georgien werden wir non-verbal spielen. Die Sprache spielt also keine Rolle, vielmehr liegt es an uns, durch Mimik und Gestik die Kinder zum Lachen zu bringen.“ Und dann gibt es ja noch die Musik, die immer schon völkerverbindend gewesen sei, meint Knoll. Er ist sich sicher, die Kinder im Kaukasus auch mit bayerischem Liedgut begeistern zu können; Ukulele und das Sopransaxofon hat er jedenfalls mit eingepackt. „Für alles andere steht eine Dolmetscherin bereit“, erklärt er schließlich.

Wobei: Einige Worte in der Landessprache können auch die Clowns aus Bayern. Als personifiziertes Obst und Gemüse inklusive Clownsnase werden sie auf die Bühne treten, Stefan Knoll dabei als „Waschli“ (Apfel). Das Ziel definiert die Organisation, die es in Deutschland erst seit 2007 gibt und die in unserer Region in Dorfen ihren Sitz hat, ganz klar: „Wir möchten für die Menschen in den Flüchtlingslagern, Schulen und Waisenhäusern spielen, die von den militärischen Aktionen der vergangenen Jahre betroffen sind.“

Täglicher Bericht im Internet

Die Idee dafür stammt aus Spanien, wo seit 1993 Clowns in alle Welt reisen, um den Menschen ein Lachen zu schenken. Bis heute konnte der Deutsche Verein zwei Reisen nach Rumänien und eine Reise in die Ukraine durchführen. Im Januar schenkten die deutschen Clowns Kindern in Sri Lanka Augenblicke der Unbeschwertheit.

Welche Erfahrung die Clowns in Georgien sammeln werden, wollen sie im Rahmen eines Blogs auf deren Internetseite www.clownsohnegrenzen.org öffentlich präsentieren. Täglich wollen Stefan Knoll und seine Clownskollegen aktuelle Berichte platzieren, Bilder sollen die Eindrücke nach Deutschland transportieren.

Wer Näheres zu den „Clowns ohne Grenzen“ erfahren oder den Verein unterstützen will, kann sich auf der Homepage www. clownsohnegrenzen.orginformieren sowie unter Telefon 08081/938700 oder per E-Mail an stefan.schiegl@ clownsohnegrenzen.orgKontakt aufnehmen.

je/Mühldorfer Anzeiger

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