Kleinere Mülltonne oder weniger Leerungen

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Ludwig Spirkl mit der 80-Liter-Tonne. Für ihn als pflichtbewussten Bürger, der den Müll sauber trennt zu groß. Er fordert die 50-Liter-Tonne.

Neumarkt-St. Veit (MA) - Entweder eine 50-Liter-Mülltonne oder weniger Pflichtleerungen: Das fordert der Neumarkter Ludwig Spirkl, der sich darüber ärgert, das seine Mülltonne oftmals nur halbvoll ist, wenn er sie zur Leerung gibt.

Als paradox bezeichnet der Neumarkter die Situation. Seit Jahren trenne er fein säuberlich den Müll, in die Tonne kommt tatsächlich nur alles das, was sich nicht mehr verwerten lässt oder gesondert zu entsorgen ist. "Doch wenn die Tonne dann nur halbvoll ist, ist selbst der sorgsame Müllentsorger versucht, die Tonne mit Restmüll aufzufüllen, schließlich zahlt man ja auch für die Leerung."

Seine 80-Liter-Tonne ist ihm also zu groß. Doch kleinere Tonnen werden im Landkreis Mühldorf nicht angeboten, obwohl Spirkl sogar mit einer 50-Liter-Tonne auskommen könne.

Alternativ würde es ihm schon reichen, wenn die Pflichtleerungen - zwölf pro Jahr werden mindestens berechnet - reduziert würden. "Im vergangenen Jahr benötigte ich bespielsweise nur elf Leerungen."

Nicht das einzige Müllproblem, das Spirkl äußert. Der Neumarkter prangert auch die ungünstigen Zeiten an, an denen der Landkreis Problemmüll in Neumarkt einsammelt. Zweimal im Jahr und dann an einem Werktag von 8 bis 9.30 Uhr. Spirkl stellt sich die Frage: "Wer von den Arbeitnehmern, da viele auch noch pendeln müssen, hat zu dieser unmöglichen Zeit die Möglichkeit, seinen Problemmüll abzugeben?" Er schlägt vor, am bestehenden Wertstoffhof in Neumarkt eine Sammelstelle einzurichten, die bei Weitem verbraucherfreundlicher wäre.

Wie Karin Huber, Pressesprecherin am Landratsamt Mühldorf, das für die Abfallwirtschaft verantwortlich ist, mitteilt, sei eine kleinere Tonne im Rahmen des neuen Abfallwirtschaftskonzepts ab 2012 in den Gremien diskutiert worden. Schon im April und auch im November 2009 werde dies nochmals Thema sein. Allerdings: "Kleinere Tonnen werden nicht eingeführt. 80 Prozent der Gefäße sind 80-Liter-Tonnen, bei einem Austausch fallen Kosten an, die über die Müllgebühren finanziert werden müssten", so Huber. Hintergrund: Die Kosten der gesamten Abfallwirtschaft würden über die Entleerungsliter umgelegt, "das heißt je kleiner der Teiler, beziehungsweise Entleerungsliter, desto größer der Kostenanteil pro Liter an Gebühren. Es wird also nicht wirklich etwas eingespart", informiert Huber. Denn: Es bestehe ein hoher Anteil an Fixkosten in der Abfallwirtschaft, "so fallen zum Beispiel die Entsorgungsfahrten an, egal, ob 80-Liter- oder 60-Liter-Tonne".

Immerhin gibt es im Falle der Pflichtentleerungen eine gute Nachricht: So ist laut Pressestelle des Landratsamtes geplant, Pflichtleerungen nach dem neuen Konzept ab 1. Januar 2012 auf zehn Entleerungen im Jahr zu reduzieren. Auch ein größeres und besseres Angebot der Problemmüllsammlung sei im Rahmen der Abfallwirtschaft schon lange geplant und sollte eigentlich mit dem Neubau des Wertstoffhofes in Waldkraiburg umgesetzt werden. "Leider zieht sich der Neubau aus verschiedenen Gründen hin", so Huber.

Gedacht sei gewesen, das Wertstoffmobil zusätzlich einmal im Monat an einem festen Standort, in diesem Fall in Waldkraiburg, anzufordern, und dort mehrere Stunden lang die Stoffe anzunehmen; zusätzlich zu den Touren zweimal im Jahr im ganzen Landkreis. "Momentan wird geprüft, ob das in Mühldorf an dem neuen Standort umgesetzt werden kann", erklärt Huber.

Zu bedenken gibt die Pressesprecherin, dass sämtliche Ausweitungen der Annahmezeiten "zwar ein Super-Service sind, aber natürlich Kosten anfallen, die über die Müllgebühren finanziert werden müssen".

je/Mühldorfer Anzeiger

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