Hohe Schulden, aber gut aufgestellt

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Die marode Gemeindeverbindungsstraße von Oberhofen (Bild) bis Niederbergkirchen wurde im Oktober endlich saniert.

Niederbergkirchen - Die Verschuldung der Gemeinde Niederbergkirchen steigt von 1,2 Millionen auf rund 1,4 Millionen Euro. Es bleiben Pflichtaufgaben, wofür die Gemeinde in erster Linie ihr Geld ausgibt.

Bürgermeister Werner Biedermann relativierte im Rahmen der Bürgversammlung von Niederbergkirchen jedoch die Ausgaben.

Es seien finanzielle Klimmzüge, die die Gemeinde Jahr für Jahr bewältigen müsse. Dafür jedoch sei man mittlerweile, was Wasser und Abwasser beträfe, "gut aufgestellt, wohin andere Gemeinden erst kommen müssen", betonte Bürgermeister Biedermann. Der Kindergarten - komplett ausgebucht - beispielsweise stelle für die Gemeinde mit rund 62000 Euro eine hohe finanzielle Belastung dar, "diese Investition ist jedoch eine Investition für die Zukunft", meinte Biedermann.

Immerhin fünf Klassen befinden sich derzeit in der Grundschule Niederbergkirchen/Niedertaufkirchen, wobei der Bürgermeister nicht verhehlte, dass die Untergrenze zur Bildung einer neuen ersten Klasse mit 14 Schülern erreicht sei. Die Schulden der Gemeinde beim Förderverein betrügen immer noch 50000 Euro, Verbindlichkeiten, die laut Biedermann voraussichtlich bis 2014 getilgt sein sollen.

Probleme habe es zuletzt mit der Wasserversorgung gegeben, wie Biedermann bedauerte. Der eingetretene Wassernotstand soll eine einmalige Begebenheit bleiben, versprach Biedermann. Die Gemeinde habe in Zusammenarbeit mit der Wassergenossenschaft und dem Ingenieurbüro Behringer das komplette Leitungsnetz Zug um Zug professionell in den gesetzlichen vorgeschriebenen Intervallen reinigen lassen. "Das Wasser befindet sich somit in einem einwandfreien Zustand."

Der Wasserpreis betrage unverändert 0,486 Euro pro Kubikmeter, für das Abwasser werden aktuell unverändert 2,30 Euro berechnet. In diesem Jahr, so Biedermann, seien im Rahmen des Bauabschnittes 09 die Entwässerungseinrichtung in den Außenbereichen in Höhe von 288000 Euro erfolgt. Insgesamt habe die Maßnahme rund 457000 Euro gekostet, rund 370000 Euro an Zuschüssen habe das Wasserwirtschaftsamt als Förderung zugesagt.

Bedauerlich sei jetzt nach Abschluss der Arbeiten jedoch, dass die zugesagten und dringend benötigten Zuwendungen noch nicht ausbezahlt wurden. "Das heißt die Gemeinde muss diese große Baumaßnahme vorfinanzieren, was für den Vermögenshaushalt eine starke Belastung darstellt." Auch die restlichen Zuwendungen für die Kostenbeteiligung an der Kanalisation der Stadt Mühldorf in Höhe von 100000 Euro seien der Gemeinde zugesagt worden, "jedoch noch nicht ausbezahlt", so Biedermann.

Auch im Straßenbau stehen noch Restzuschüsse aus, betonte Biedermann. 40000 Euro sind es im Rahmen der Sanierung der Bahnübergänge, für die die Gemeinde bisher rund 330000 Euro ausgegeben und rund 130000 Euro an Zuwendungen erhalten habe. Mit 160000 Euro bliebe ein beträchtlicher Eigenanteil seitens er Gemeinde zu finanzieren.

Für rund 153000 Euro (Zuschussquote bei 60 Prozent) sei die marode Gemeindeverbindungsstraße von Oberhofen nach Niederbergkirchen saniert worden, die nächste sanierungsbedürftige Straße werde die von Niederbergkirchen nach Sarling sein, informierte Biedermann, knapp 2,5 Kilometer sowie der Einmündungsbereich nach Eiselharting mit einer Länge von maximal 200 Metern. Auch dafür erhalte die Gemeinde rund 60 Prozent Förderung. Beide Baumaßnahmen stellten einen gewaltigen finanziellen Kraftakt dar, sagte Biedermann. Aufgrund der aktuell noch guten Zuschusssituation und des äußerst schlechten Zustands der Straßen sieht Biedermann die schnelle Umsetzung als gerechtfertigt an. Denn eines stehe fest: "Einen Komplettneubau dieser Straßen können wir uns mit Sicherheit nicht mehr leisten können."

Für rund 12000 Euro habe die Gemeinde, zum Großteil durch Eigenleistung durch den gemeindlichen Bauhof, den Pausenhof der Schule und des Kindergartens neu angelegt.

Das Problem der Breitbandversorgung hat auch Niederbergkirchens Bürgermeister. Nach der Bedarfsermittlung habe die Gemeinde Kontakt zur Deutschen Telekom aufgenommen, die jedoch mitteilte, dass ein Ausbau aufgrund des Kosten-Nutzen-Verhältnisses derzeit nicht möglich sei. Die Gemeinde habe sich daraufhin aktiv an der Breitbandinitiative des Landkreises beteiligt. Neue Möglichkeiten, die es auszuloten gelte, biete die neue LTE-Technik (Bürgerfragen und Finanzbericht folgen in der morgigen Ausgabe).

je/Mühldorfer-Anzeiger

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