Hörberinger Maibaum liegt auf Eis

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Das letzte Bild des Hörberinger Maibaums in der Vertikalen vor dem Umlegen. Einen neuen gibt es heuer nicht, erst will man versicherungstechnische Fragen abklären. Zweiter Bürgermeister Michael Asbeck ist jedoch guter Hoffnung, dass 2011 wieder ein Baum in Hörberings Ortsmitte stehen wird.

Neumarkt-St. Veit/Hörbering - Heuer wird im Neumarkter Ortsteil Hörbering kein neuer Maibaum aufgestellt. Aus Versicherungsgründen wollen die Ortsvereine heuer darauf verzichten.

Nach Klärung der Verantwortung und der Versicherungsauflagen wird wohl frühestens 2011 wieder ein Traditionsstangerl die Ortsmitte schmücken.

Seit 1990 stand der Hörberinger Maibaum in der Ortsmitte. Alle drei Jahre wurde er aufgestellt, mal unter der Verantwortung der Landjugend, dann stellten ihn die Schützen und Stockschützen auf, zwischendrin der Skiclub und mitunter auch die Feuerwehr. Letzte Woche haben die Hörberinger ihren Baum umgelegt und zerteilt, doch einen neuen wird es heuer nicht geben. Bis die Haftung und der Versicherungsschutz, der im Zuge des Aufstellens erforderlich ist, geklärt ist, wird also kein Maibaum das Ortsbild bereichern.

Bereits im Januar bei der Aufstellung des Terminkalenders hatten die Hörberinger Vereine das diffizile Thema der Haftung bei Unfällen im Rahmen des Maibaumaufstellens angesprochen, wie Neumarkts Zweiter Bürgermeister Michael Asbeck als Sprecher der Hörberinger Vereine erklärt. Unfälle in der Vergangenheit hätten auch die Hörberinger sensibilisiert, vorsichtig dahingehend gemacht, ob man zukünftig überhaupt noch die Verantwortung für diese Brauchtumsveranstaltung übernehmen will, die immer mehr bürokratische Hürden mit sich bringt: "Das fängt schon damit an, dass man sämtliche Leute der Versicherung melden muss, die beim Aufstellen beteiligt sind. Ist auch nur einer dabei, der nicht gemeldet ist, genießt dieser schon keinen Versicherungsschutz mehr." Regularien, die es zukünftig jedoch einzuhalten gelte, so Asbeck. Zu schwer wiegten die Folgen, sollte etwas passieren. Asbeck erzählt von einem Fall in Franken, wo ein herabfallendes Schild ein Kind verletzt habe. Für die entstandenen Folgeschäden müsse nun der Vorstand des veranstaltenden Vereins mit monatlichen Zahlungen aufkommen.

Asbeck geht es bei der Frage, ob Maibaum oder nicht, nicht um den Standort selbst. Fundament und Verankerung seien geprüft, entsprächen den geforderten Richtlinien. Es handele sich einzig und alleine um das Prozedere des Aufstellens am 1. Mai, das Kopfzerbrechen auslöse.

War es das also mit dem Hörberinger Maibaum? Asbeck sagt Nein. Überlegungen stünden im Raum, dass ein Hörberinger Traditionsverein seine Satzung insofern ändern könnte, dass er sich zukünftig auch um das Aufstellen des Maibaums kümmere und eine derartige Veranstaltung dann auch entsprechend versichern werde. Auch die Gründung eines Hörberinger Kulturvereins sei angesprochen worden, so Asbeck, um den Bestand des Maibaums zu sichern.

Auch wenn Hörbering nun mindestens ein Jahr lang auf seinen Maibaum verzichten muss: Das Umlegen des alten Baumes hat auch etwas Gutes. Als Meterware zugeschnitten, wird der blau-weiße Baum am morgigen Samstag beim Maifest im Hof der Musselmanns (ab 11 Uhr) versteigert. Der Erlös kommt dem Kinderspielplatz zugute, der in unmittelbarer Nähe zum Maibaumstandort entstehen soll.

je/Neumarkter Anzeiger

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