Geh- und Radweg endlich freigegeben

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Endlich fertig: Dieser Junge konnte es gar nicht mehr erwarten, den frisch asphaltierten Weg zu benutzen (hier bei Lamprechten). Ab Donnerstag ist der Radweg durchgängig befahrbar, am Freitag folgen noch Markierungsarbeiten und die Beschilderung entlang des Weges.

Lohkirchen/Schönberg/Neumarkt-St. Veit - Für die drei Gemeinden war es ein langer und schwieriger Weg, der sich schlussendlich ausbezahlt hat.

Mit dem Bau des Geh- und Radwegs bewiesen sie, wie interkommunale Zusammenarbeit funktionieren kann.

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Dick eingepackt mit Schal, Mütze und Handschuhen fährt Anna Gaulinger mit dem Rad von Neumarkt-St. Veit in Richtung Brodfurth. Erst am Tag zuvor ist sie bei strahlendem Sonnenschein die Strecke gefahren, gestern ist für sie schon in Lamprechten Schluss. Mit ihren 90 Jahren ist sie die Älteste, die bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit dem Rad zur Einweihung des Geh- und Radwegs zwischen Furth und Brodfurth kommt.

Über den Tellerrand, besser gesagt über die Gemeindegrenzen hinaus blicken die Bürgermeister Konrad Sedlmeier (Lohkirchen), Alfred Lantenhammer (Schönberg) und Erwin Baumgartner (Neumarkt-St. Veit) mit ihren Bemühungen, zwischen den Gemeinden eine sichere Verbindung für Fuß-gänger und Radfahrer zuschaffen. Allen Schwierigkeiten zum Trotz: Die ersten Gespräche darüber gab es bereits 2002 im Gemeinderat Schönberg, doch für eine Umsetzung fehlte schlicht weg das Geld. Erst die Wirtschaftskrise machte die Finanzierung mithilfe des Konjunkturpakets möglich, wie Bürgermeister Erwin Baumgartner erklärte.

Wer weiß, wie viel länger es gedauert hätte, wenn nicht alle – die drei Gemeinden und die Grundstückseigentümer voran – an einem Strang gezogen hätten. Denn in Rekordzeit schafften es die Gemeinden, die Planungen bis Ende 2009 einzureichen, um noch in den Genuss einer Förderung aus dem Konjunkturpaket zu kommen.

Doch beim Bau stockte der Fortschritt. Der erste Fertigstellungstermin im November 2010 verstrich, auch im Frühjahr verliefen die Arbeiten nicht immer wie gewünscht. „DieBaufortschritte wurden immer wieder gebremst“, sagte Alfred Lantenhammer.

Erst im August ist die Strecke fertig. Von den Verzögerungen beim Bau des Geh- und Radwegs spricht heute kaum einer mehr. „Der Radweg ist jetzt durchgängig befahrbar“, freut sich Bürgermeister Konrad Sedlmeier. „Gut Ding will Weile haben“, bringt es Staatsminister Dr. Marcel Huber auf den Punkt. Für ihn ist die Freigabe der Strecke eine „gute Sache“, die damit den Trend zum Bau von Geh- und Radwegen bestätigt.

Restarbeiten an der Überquerungshilfe in Kai. Dort fehlt lediglich noch die Asphaltschicht.

„Wir haben gezeigt, dass wir ohne den Blick auf Gemeindegrenzen oder Parteien zum Wohle der Bürger arbeiten“, sagt Bürgermeister Erwin Baumgartner. Aber an Stillstand ist nach dieser Freigabe nicht zu denken. Die Stadt Neumarkt-St. Veit visiert den Bau zweier weiterer Geh- und Radwege an.

Auch hofft die Stadt nach wie vor auf die Sanierung der Staatsstraße 2086. Für Landrat Georg Huber stellt der Geh- und Radweg eine Verbindung zwischen den Menschen dar; Kinder,Eltern und ältere Menschen können den Weg sicher nutzen. „Die Kommunen werden immer weniger Geld haben und die Bürger erwarten einen wirtschaftlichen Umgang mit dem Geld“, lobte er die interkommunale Zusammenarbeit.

Auch Bürgermeister Alfred Lantenhammer hat sich von den Schwierigkeiten beim Bau nicht beirren lassen. „Wir haben das für die Bürger gemacht“, erzählt er von einem Gespräch, warum sich die Gemeinde zu diesem Bau entschlossen hat. Für ihn hat sich jede Minute für diesen Geh- und Radweg gelohnt. „Das war es wert.“ 4,4 Kilometer ist der Geh-und Radweg lang, verläuft über drei Gemeindegebiete und quert die Staatsstraße 2086.

Die geschätzten Baukosten liegen bei 1,377 Millionen Euro. Die Bürgermeister gehen davon aus, dass diese Summe unterschritten wird. Außerdem ist mit einem Zuschuss in Höhe von 880.000 Euro zu rechnen. Anna Gaulinger sperrt ihr Fahrrad wieder auf und zieht es aus dem Ständer. Für sie geht es wieder zurück in Richtung Neumarkt-St. Veit sicher auf dem Geh- und Radweg.

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Spatenstich für neuen Radweg

Mühldorfer Anzeiger

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