Weg frei für Energiekonzept

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Auch Bürgermeister Erwin Baumgartner stimmte dem Energiekonzept zu.

Neumarkt-St. Veit - Der Neumarkter Stadtrat hat den Weg frei gemacht für ein Energiekonzept. War die Abstimmung im Finanzausschuss noch knapp zugunsten des CSU-Antrages, stellte sich nun der Stadtrat einstimmig hinter das Konzept.

Selbst Bürgermeister Erwin Baumgartner, der im Finanzausschuss noch gegen den Antrag gestimmt hatte, war nun für ein Konzept. Jedoch unter der Bedingung, dass keine Haushaltsmittel dafür eingestellt werden, zumal die finanziellen Mittel der Stadt beschränkt seien. Vielmehr sprach er sich für einen Klimaschutzfahrplan, den derzeit der Landkreis Mühldorf erarbeitet, aus.

Antragsteller Reinhard Fuchs (CSU) brachte vor dem Stadtrat seine Beweggründe zu diesem Antrag dar, erläuterte, dass der Energie-Markt keine Insel sei und die zu erwartende Steigerung des Ölpreises - er sprach bei seiner Prognose von 200 US-Dollar pro Barrel - auch die Neumarkter träfe. Deswegen müsse die Stadt schon jetzt die Möglichkeiten der Energiegewinnung vor Ort in den Fokus rücken, die er gleichzeitig auch als Chance für Stadt und Land bezeichnete: Biogasanlagen in Oberndorf und Furth gäben bereits die richtige Richtung vor. Auch Hackschnitzel-Heizungen im Landkreis würden erfolgreich betrieben, zudem könne die Stadt Neumarkt von Experten vor Ort profitieren und damit auch die Gewerbetreibenden stützen. "Warum nicht ein Biomassekraftwerk ins Auge fassen", fragte er in die Runde. Neumarkt könne eine Vorreiterstellung einnehmen und interessant für Besucher sein, wenn es denn Niedrig-Energie-Häuser in der Stadt gebe, nannte er Synergieeffekte.

Ulrich Geltinger (SPD) befand den Antrag "grundsätzlich begrüßenswert." Ganz klar sprach er sich aber gegen die Versiegelung von Ackerflächen in Form von Fotovoltaikanlagen aus. Eine Zusammenarbeit mit dem Landkreis könne er sich vorstellen. Sich aber auch vor dem Hintergrund der sehr langen Laufzeiten, wie bei Fotovoltaikanlagen, zu verschulden, davon hielt der SPD-Stadtrat nichts, "nur aus verfügbaren Mitteln" sollte die Stadt Investitionen tätigen.

Geltinger betonte aber auch, dass Fotovoltaikstrom subventioniert sei, "wir zahlen die Strompreiserhöhung mit", fand er. Reinhard Fuchs erwiderte, dass der Fotovoltaikstrom nur 0,9 Prozent der Stromgewinnung ausmache, dies also keine allzu große Auswirkung auf den Strompreis haben dürfe.

Auch Michael Asbeck (CSU) meinte, dass eigene Finanzmittel nicht aufgebracht werden sollten, "denn wir haben noch andere Hausaufgaben zu machen". Er schlug vor, zu warten, "was vom Landratsamt kommt".

Da war allerdings Max Heimerl (CSU) anderer Meinung: "Wir sollten nicht darauf warten, was andere machen. Wir sind selbstbewusst genug, um den Prozess selbst in Gang zu bringen." Karl Korn (CSU) regte an, die Kompetenzen in Neumarkt zu bündeln und parteiunabhängig die Sache angehen. Das fanden dann auch sämtliche Stadträte, mit 20:0 Stimmen sprachen sie sich für die Entwicklung eines Energiekonzeptes aus. Ein Arbeitskreis werde die Inhalte definieren, sagte Baumgartner.

je/Neumarkter Anzeiger

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