Frau aus brennendem Auto gerettet

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"Ich habe nicht lange überlegt, sondern gleich gehandelt": Anton Kohlbeck hat im vergangenen Jahr eine 32-jährige Frau aus einem brennenden Auto gerettet und sich dabei selbst in Lebensgefahr begeben.

Niedertaufkirchen - Weil er im Juni 2011 einer Frau das Leben gerettet hat, wird der Feuerwehrmann Anton Kohlbeck nun von Ministerpräsident Seehofer geehrt:

Aus einem brennenden Auto hat der Niedertaufkirchener Anton Kohlbeck im vergangenen Jahr eine Frau gerettet. Was für den Feuerwehrmann eine selbstverständliche Tat war, wird jetzt von allerhöchster Stelle honoriert: Ministerpräsident Horst Seehofer verleiht dem 43-Jährigen im Rahmen eines Festaktes in der Residenz die Lebensrettermedaille.

Ein schöner Sommernachmittag im Juni. Anton Kohlbeck war mit seinem Auto in Richtung Marklkofen unterwegs, der Badesee ist sein Ziel. Plötzlich ging nichts mehr, es staute sich. Kohlbeck stieg aus, um den Grund für die Behinderung erfahren und sah zwei verunfallte Fahrzeuge. "An einem Auto standen bereits zwei Männer, die vergebens an der Autotür zerrten. Der Motorraum steht bereits in Flammen, im Fahrzeuginnenraum eine 32-jährige Frau, die sich selbst nicht befreien konnte. Kohlbeck überlegte nicht lange. "Die Beifahrertür war verschlossen, zum Einschlagen hatte ich nichts dabei". Also blieb nur noch die Heckklappe des Fahrzeugs, "und die war offen". Kohlbeck kletterte in den Wagen, während sich vorne die Flammen allmählich durch den Motorraum fraßen und begibt sich dabei selbst in Lebensgefahr"Ich schaffte es, den Sitz nach hinten zu schieben und auch die Rückenlehne runterzukurbeln". Mit Unterstützung der beiden Ersthelfer gelang es ihm schließlich auch die benommene Frau durch das Seitenfenster zu bergen. Er selbst fand wieder den Weg über die Heckklappe ins Freie.

Zusammen entfernten sich die Helfer, Kohlbeck und die verletzte Frau, nur Sekunden später stand der Wagen komplett in Flammen.

Eine Szene wie aus einem Film, fehlte also nur noch, dass das Auto explodiert. "Vergiss es, das ist Fernsehen, ein Auto fliegt nicht in die Luft", winkt Kohlbeck lässig ab. Als Feuerwehrmann wusste das der 43-Jährige, der keinen Gedanken dafür verschwendete, der 32-jährigen Frau zu Hilfe zu eilen. "Viel Zeit zum Überlegen blieb da nicht", erzählt er heute. Und doch geriet selbst der erfahrene Floriansjünger in Panik. "Dann nämlich als sich die Beifahrertür nicht öffnen ließ, die Frau aber immer noch im Fahrzeug war. Erfolg und Misserfolg einer solchen Bergungsaktion liegen dann dicht beieinander", sagt Kohlbeck. Dennoch handelte er, dank seines Einsatzes überlebte die Frau, die mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht wurde.

Er selbst machte aus der Rettungsaktion keine große Sache. "Ich bin danach wieder in die Arbeit gefahren und hab darüber nicht geredet." Wohl auch deswegen, sagt er heute, weil er das ganze erst verarbeiten musste. "Ich war emotional aufgewühlt. Ich weiß heute: Das brauch ich kein zweites Mal."

Dennoch wurde die Rettungsaktion irgendwann publik, Kohlbeck wurde nach Regensburg eingeladen, wo er im Rahmen der Aktion "Kavaliere der Straße" geehrt wurde. Jetzt folgte die Einladung des Ministerpräsidenten Horst Seehofers, aus dessen Händen er am Dienstag, 12. Juni, die Lebensrettermedaille des Freistaates erhalten wird. "Schon eine besondere Ehre", sagt Kohlbeck etwas zurückhaltend, aber dennoch mit gewissem Stolz. Vielleicht auch die Gelegenheit, nochmals die gerettete Frau zu treffen, "sie wird ebenfalls da sein", weiß Kohlbeck. Zwar habe sich die Frau nach ihrem Krankenhausaufenthalt bei Kohlbeck persönlich gemeldet und sich telefonisch bedankt. In der Residenz hat sie dann persönlich die Gelegenheit dazu, ihrem Lebensretter die Hand zu schütteln.

je/Mühldorfer Anzeiger

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