Fließt Geld für Solarstrom?

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Niederbergkirchen (ma) - Einen lukrativen Nebenverdienst hatte die Freiwillige Feuerwehr Niederbergkirchen ausgemacht: Fotovoltaikstrom vom Dach des Feuerwehrhauses.

Doch die Gemeinde überlegt nun als Eigentümer des Gebäudes, daraus selbst Profit zu ziehen.

Fotovoltaikstrom gilt in Zeiten der Wirtschaftskrise als sichere Alternative zur langfristigen Geldanlage. Das hat sich auch die Freiwillige Feuerwehr Niederbergkirchen gedacht, die das Dach ihres Feuerwehrgerätehauses mit entsprechenden Panels ausstatten will, um Strom und die entsprechende Vergütung zu "ernten". Einen entsprechenden Antrag für eine 26-Kilowatt-Anlage hatte sie bei der Gemeinde eingereicht.

Dieser war dann auch Thema der jüngsten Niederbergkirchener Gemeinderatssitzung. Allerdings waren die Feuerwehrleute alles andere als begeistert über das Ergebnis der Beratungen: Denn die Gemeinde erwägt nun die Idee der Feuerwehrleute selbst in die Tat umzusetzen: Die Einspeisungsvergütung soll nicht der Feuerwehr, sondern dem Gemeindesäckel und somit allen Bürgern zugute kommen.

Walter Gruber, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach, beruft sich auf die Gemeindeordnung, in der der Grundsatz der sparsamen und wirtschaftlichen Haushaltsführung gelte. "Die Gemeinde ist verpflichtet sämtliche Einnahmen zu generieren, die dem Wohle des gemeindlichen Haushalts dienen", erklärt Gruber. Im Klartext: Der Gemeinde ginge viel Geld verloren, wenn sie die Dachfläche auf dem Feuerwehrhaus zwar an die Feuerwehr vermiete, diese aber durch die Einspeisungsvergütung ein Vielfaches der Mietkosten einnehmen würde.

Ein Beschluss kam nicht zustande, der Tagesordnungspunkt wurde vertagt. Jedoch erhielt die Gemeindeverwaltung den Auftrag, Angebote von fünf Fachfirmen einzuholen. Dann wird sich auch herausstellen, ob das Argument der Feuerwehr sticht. Die hatte nämlich behauptet, dass die Gemeinde die Anlage nie so billig installieren könne wie die Feuerwehr, die die Panels zur Stromgewinnung in Eigenleistung montieren würde.

je/Mühldorfer Anzeiger

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