Finanzierung immer noch offen

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Neumarkt-St. Veit – Die Diskussion um ein neues Sportheim geht in die nächste Runde. Zwar fehlt das Geld, doch neue Umkleiden sind dringend notwendig, um den Spielbetrieb schultern zu können.

Bürgermeister Baumgartner schlug bei der Abteilungsversammlung eine schrittweise Umsetzung vor, Stadtrat Max Heimerl forderte mehr finanzielles Engagement seitens der Stadt.

260 Punktspiele, 40 Turniere - rege ist das Engagement der Fußballabteilung. Doch die Kapazitäten fehlen, um den Spielbetrieb noch vernünftig am Laufen zu halten. "Es kommt vor, dass sich die Mannschaften wegen Platzmangels in den Kabinen mittlerweile in der Gaststätte umziehen", beklagte Jugendleiter Andreas Hänsel bei der Jahreshauptversammlung der Fußballabteilung.

Abteilungsleiter Martin Petermaier informierte, dass die Baugenehmigung für ein neues Sportheim erteilt sei. Der nächste Schritt sei nun die Kostenerstellung und das Erstellen eines Finanzierungsplanes. Dies gestalte sich jedoch schwierig, zumal der Hauptverein im vergangenen Jahr ein Defizit hinzunehmen hatte.

Bürgermeister Erwin Baumgartner verwies auf die "klare Meinung des Neumarkter Stadtrates": Der Standort eines neuen Heimes sei mit dem Grundstückskauf seitens der Stadt fix, ebenso habe der Stadtrat ein Sportzentrum abgelehnt, der Zuschuss der Stadt betrage höchstens 20 Prozent. "Zu diesen Punkten gibt es keine weiteren Diskussion."

Er stellte jedoch die Frage nach dem unbedingt Notwendigen. Die Umkleide habe absoluten Vorrang, "die Jugend braucht kein Wirtshaus". Schließlich müsse sich die Fußballabteilung fragen, ob sie sich einen Neubau auch leisten könne. Die Stadt könne ihn nicht finanzieren, der Hauptverein habe im vergangenen Jahr ein Defizit erwirtschaftet, hielt er den Fußballern vor Augen.

Deswegen schlug er vor, den Kabinentrakt bevorzugt umzusetzen und dafür die bereits im Haushalt der Stadt eingeplanten 20 Prozent für das Gesamtprojekt - rund 95000 Euro - in Anspruch zu nehmen. Einen Teil als tatsächlichen Zuschuss für die Umkleiden, und einen Teil als zinsloses und tilgungsfreies Darlehen für fünf Jahre, bis Bauabschnitt zwei, der "Schulungsraum" realisiert werden könne. Der zu gewährende Zuschuss der Stadt könne dann mit dem Darlehen gegengerechnet werden.

Kein Zweifel am Standort

Petermaier ließ im weiteren Verlauf der Sitzung keinen Zweifel am Standort aufkommen. Laut Vorstandsbeschluss käme nur das Areal an der Bubinger Straße in Frage, auch aufgrund der bereits erfolgten Maßnahmen zur Erweiterung der Trainingsanlagen. Beim Trainingsplatz sah er Sanierungsbedarf.

Ehrenvorstand Ulrich Hellfeuer machte seinem Unmut Luft: "Das Thema Vereinsheim wird seit vier Jahren total zerredet." Er forderte endlich Taten anstatt anonymisierten E-Mail-Verkehr. "Das persönliche Gespräch ist immer besser. Wir müssen auf die Leute zugehen, die kommen nicht von selber", mahnte er die Abteilungsleitung an, etwa Sponsoren und auch den BLSV wegen Zuschüssen zu befragen.

Die Stadt sieht er als wichtigsten Partner, der sich vielleicht dazu bewegen ließe, die "überdimensionale Jugendarbeit" bei den Fußballern in Form von größerer finanzieller Unterstützung zu würdigen. Er zeigte sich allerdings skeptisch gegenüber dem Vorschlag Baumgartners, die Baumaßnahme schrittweise zu vollziehen. "Wenn wir zunächst nur die Umkleide neu bauen, dann ist das andere gestorben."

Kassenrevisor Hermann Hackner ging noch einen Schritt weiter. Früher hätten Landkreis und Kommunen bis zu 40 Prozent der Baukosten übernommen. Dies sei zwar aufgrund des Eichenau-Urteils inzwischen nicht mehr der Fall. Dennoch könne sich die Stadt diesbezüglich auf den TSV zubewegen, vielleicht sogar die kompletten 40 Prozent übernehmen. Ein entsprechend formulierter Antrag an den Stadtrat sei "nichts Verbotenes. Schließlich entscheidet der Stadtrat und nicht der Kämmerer". Doch Hackner klammerte nicht aus: Das Projekt sei kaum ohne Beitragserhöhung zu finanzieren.

Mehrforderungen wiegelte Baumgartner jedoch ab: "Welche Kommunen können gegenwärtig überhaupt noch die 20 Prozent zahlen?" Viele Gemeinden seien inzwischen sogar gezwungen, Freizeiteinrichtungen zu schließen.

Mehr Zuschuss als Würdigung der Arbeit

Die nackten Fakten brachte Max Heimerl auf den Tisch: Der TSV verfüge über kein Einkommen, um einen Kredit zu finanzieren. 13000 Euro Verlust im vergangenen Jahr sprächen eine deutliche Sprache. Außerdem seien es wohl an die 80000 Euro, die in den nächsten 15 Jahren an Sanierungskosten für bereits bestehende Anlagen auf den TSV zukommen würden. Die 20-Prozent-Zuschusszusage der Stadt sei lediglich die "momentane Beschlusslage", die sich auch wieder ändern könne. Sein Vorschlag: Neben den 20 Prozent Zuschuss sollte auch die aktive Jugendarbeit gewürdigt und in die Förderung seitens der Stadt einfließen. "Pro 20 aktiver Jugendliche ein Prozent mehr Zuschuss", lautete seine Forderung. Damit käme der TSV auf die rund 40 Prozent, wie auch schon Hackner gefordert hatte.

Baumgartner mahnte dennoch Besonnenheit an: "Zunächst müsst ihr die Kosten ermitteln. Denkt daran, was ihr baut", denn die Belastung könne enorm sein: "Ich kann doch kein Haus bauen und der andere zahlt", schloss er.

Innerhalb der nächsten sieben Wochen gibt es eine außerortliche Versammlung des Gesamtvereins, weil noch ein Kassier gewählt werden muss. Heimerl regte an, diese Versammlung für weitere Gespräche zu nutzen, um dem Ziel wieder einen Schritt näher zu kommen.

je/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © re

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