Halbes Feuerwehrauto im Garten

Neumarkt-St. Veit - Mit dem Schrecken kamen zwei Familien davon, als am Freitag morgen der Aufbau eines Feuerwehrfahrzeuges in deren Vorgarten eines Hauses an der Altöttinger Straße in Neumarkt-St. Veit gelandet ist. **Video**

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Dort spielen ansonsten Tobias (4), Marcel (3) und Mathias (1).

Im Wohnzimmer hätten sie sich gerade befunden, erzählt Sonja Berger, als das Unglück geschah. Ein Kind spielte drinnen, eines schlief noch, das dritte war bereits im Kindergarten. Ohrenbetäubender Lärm habe die Familie aufgeschreckt, plözlich lag der Löschaufsatz des Feuerwehrfahrzeuges im Garten.

„Wir haben wahnsinniges Glück gehabt, dass nicht mehr passiert ist“, sagt Stefanie Gerke, eine der beiden Mütter, während die Feuerwehr damit beschäftigt ist, den Garten zu räumen, in erster Linie Aurüstungsgegenstände, die den Unfall heil überstanden haben. Davon kann allerdings bei der Kunststoffrutsche keine Rede sein, die zur Hälfte unter der zenterschweren Last des halben Feuerwehrautos begraben liegt.

Am Donnerstag hätten die Kinder noch im Garten gespielt, erzählt ein Anwohner. Auch er ist froh, dass der Unfall relativ glimpflich verlaufen ist, ohne dass jemand zu Schaden kam.

Bilder aus dem Vorgarten

Was war geschehen? Die Feuerwehr Neumarkt war gerade zu einem Einsatz unterwegs und fuhr den Staudacher Berg in Neumarkt-St. Veit bergauf. In einer S-Kurve riss der Aufbau des Tanklöschfahrzeuges (TLF) aus der Verankerung, knickte einen Betonpfeiler wie ein Streichholz um, landete im Vorgarten des Häuschens und begrub einen Baum und die Kinderrutsche unter sich.

„Es war ein dumpfes Geräusch und fühlte sich an, als ob wir lediglich auf einen Randstein gefahren wären“, schildert der Feuerwehrmann, der am Steuer des TLF 16 saß, den Unfallhergang. Mehr habe er nicht mitbekommen. Erst als ihn ein Mitfahrer darauf aufmerksam gemacht hatte, dass der ganze Aufbau fehle, habe er angehalten. Ersten Ermittlungen zufolge sind die vier Bolzen, mit denen der Aufbau am Fahrzeug befestigt war, aus der Verankerung gerissen. Aufgrund von Ermüdungserscheinungen des Materials – die Verankerung wies deutliche Korrosionsspuren auf.

Feuerwehrauto im Garten

Laut Bürgermeister Erwin Baumgartner sei das 17 Jahre alte Fahrzeug Fahrzeug im März dieses Jahres gewartet worden, ohne Probleme sei es durch die jährliche Sicherheitsprüfung gekommen. Der TÜV sei noch bis nächstes Jahr gültig. Dass die Korrosion beim Sicherheits-Check unentdeckt geblieben ist, ist nachzuvollziehen: Wie Feuerwehrmann David Poplawski zeigt, sind die Bolzen, mit denen der Aufbau am Gestellt des TLF befestigt ist, von einer Manchette aus Hartgummi ummantelt. Bei einer Überprüfung ist es also nicht erkennbar, in welchem Zustand sich der Bolzen befindet. Wie sich nun nach dem Unfal gezeigt hatte, waren sie offensichtlich lange der Feuchtigkeit ausgesetzt, deutliche Korrosionsspuren und Rost deuten darauf hin.

Die Fliehkraft hat dann bei der rasanten Kurvenfahrt für den Rest gesorgt, dass sich der Aufbau schließlich aus der Verankerung gelöst hat. „Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Kinder im Garten gespielt hätten“, sagte das Gemeindeoberhaupt, erleichtert. „Dafür dürfen wir nach Altötting gehen.“

je/enz/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © enz

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