Feuerwehr-Fuhrpark auf dem Prüfstand

Neumarkt-St. Veit – Die gute Nachricht: Hörberings Feuerwehr bekommt in zwei Jahren ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 20/16). Die schlechte:

Die Neumarkter Stadträte forderten eine Überprüfung des Fahrzeugsbestandes. Neuanschaffungen seien in Zukunft kaum mehr bezahlbar, so die Begründung.

Ohne Gegenstimme passierte der Antrag von Hörberings Feuerwehrkommandant Josef Fuchsgruber und seinem Stellvertreter Franz Geltinger den Finanz- und Verwaltungsausschuss. Für rund 270.000 Euro wird die Stadt Neumarkt-St. Veit ein neues Löschgruppenfahrzeug 20/16 anschaffen, der Stadt verbleiben dafür rund 190.000 Euro zu zahlen, da etwa 80.000 Euro an Zuschüssen zu erwarten sind.

Da die Gerätschaften des veralteten Fahrzeuges übernommen werden können, würden sich die Kosten in Grenzen halten, erklärte Bürgermeister Erwin Baumgartner vor dem Finanz- und Verwaltungsausschuss. Er klärte das Gremium auch darüber auf, dass es bereits seit einigen Jahren Bestrebungen gibt, das alte Fahrzeug durch ein Neufahrzeug zu ersetzen. Auf der Prioritätenliste habe die Neuanschaffung schon 2005 ganz oben gestanden, schließlich habe man sich aber geeinigt, den Kauf bis auf 2010 hinauszuzögern. Weil auch eine Übernahme des verunfallten Fahrzeuges der Neumarkter Feuerwehr nicht in Frage gekommen sei, blieb laut Baumgartner nur die Neuanschaffung.

Die Verwaltung erhielt nun den Auftrag eine Ausschreibung durchzuführen und den Zuschussantrag zu stellen. Die Lieferung soll 2013 erfolgen.

Unabhängig vom Antrag der Feuerwehr Hörbering regte Stadträtin Rosmarie von Roennebeck (CSU) an, den "Riesen-Fahrzeugbestand" der im Neumarkter Gemeindegebiet befindlichen Feuerwehren zu überprüfen. Man solle sich Gedanken darüber machen, ob der Fuhrpark insgesamt nicht "gestrafft" werden könne. Sie warnte davor, dass das Feuerwehrwesen in Zukunft nicht mehr bezahlbar sein könnte.

Dr. Klaus Windhager (UWG) befand von Roennebecks Meinung als richtig, zu prüfen, welcher Bestand notwendig wäre, wenn es in Neumarkt-St. Veit nur eine Feuerwehr geben würde. Im Falle von Hörbering sprach er zwar von einer "hoch geschulten Feuerwehr", doch auch er will generell wissen. "Was ist unbedingt nötig?"

Walter Jani (UWG) schlug in die gleiche Kerbe in Anbetracht der Tatsache, dass die Stadt in den nächsten vier Jahren der größten Verschuldung entgegensteuere, "die Neumarkt-St. Veit jemals gehabt hat".

Bürgermeister Erwin Baumgartner meinte dazu, dass man durchaus den Kreisbrandrat zu Rate ziehen könnte, der die Einsatzbereitschaft und die Bestandsgarantie überprüfen könne. Er informierte aber auch darüber, dass das Einsatzfahrzeug der Hörberinger Feuerwehr Jahrgang 1980 sei und hoffte, dass nach dem Kauf des neuen Fahrzeuges, "hoffentlich eine zeitlang Ruhe ist".

Denn: Alle anderen Feuerwehren seien gut ausgestattet, lediglich bei den Feuerwehren aus Wiesbach (1984) und Thambach (1994) stünden noch Fahrzeuge älteren Jahrgangs. Dabei handele es sich um relativ günstige Tragkraftspritzenfahrzeuge.

je/Neumarkter Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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