"Ein gewaltiges Gefühl"

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Max Altmannshofer mit seiner Frau im peruanischen Hochland.

Neumarkt-St. Veit - Max Altmannshofer (55) wohnt zwar in Massing und arbeitet seit 32 Jahren in Neumarkt, doch sein wahres Leben spielt sich in den Bergen ab. Nun hält er einen Vortrag über die Besteigung des peruanischen Hochlandes.

55 Jahre, 62 Kilo, kein Gramm Körperfett: Max Altmannshofer ist fitter als (fast) jeder 20-Jährige. "An sechs von sieben Tagen in der Woche treibe ich Sport", bekennt der Bergfex. Faulenzen würde ihn wahnsinnig machen. Strandurlaube habe er nur gemacht, als seine Kinder noch klein waren. Und, klar: "Meine Frau habe ich beim Bergsteigen kennengelernt."

Die Liebe zu den Bergen entdeckte Max Altmannshofer allerdings erst relativ spät. Bereits 19 Jahre war er alt, als er das Skifahren lernte. Dann jedoch packte es ihn. Mit 20 Jahren trat er dem Alpenverein bei, mit 23 Jahren war er Skilehrer, Lehrer für Nordische Kombination, Lehrer für Skitouren.

Begeistert betrieb er parallel dazu das Drachenfliegen. Altmannshofers Rekord: neun Stunden nonstop in der Luft. Er ist fünffacher deutscher und Vize-Europameister im Drachenfliegen. "Früher war ich oft allein unterwegs", gibt er der Höhenflieger zu. Aber: "Es ist einfach ein gewaltiges Gefühl!"

Dass er einen gefährlichen Sport betreibt, ist Max Altmannshofer natürlich klar: "Ich habe durch den Sport schon einige Freunde verloren." Seine Leidenschaft deswegen an den Nagel hängen will er aber nicht. Vielmehr gelte es nach Unfällen, individuelle Fehler zu analysieren und daraus für das eigene Verhalten am Berg zu lernen.

Nachdem Max Altmannshofer die europäischen Alpen wie seine Westentasche kennt - er bestieg 40 4000er - und seine Skitouren ihn sogar durch Korsika führten, zog es den Bayern hinaus in die Welt.

"Schon ein paar Mal" habe er Gipfel mit 6500 Metern Höhe erklommen. Auch an 7000ern versuchte er sich. Am Mustagh Ata (7546 Meter) und am Pumori (7200 Meter) im Everest-Gebirge fand er jedoch seine Meister. Im Gegensatz zu den oftmals besessenen, von Ehrgeiz zerfressenen Bergsteigern kann Altmannshofer mit dieser Niederlage umgehen. Angesichts seines Alters hat er den Traum einer 7000er-Besteigung aufgegeben: "Das Risiko ist mir zu groß."

In den vergangenen Jahren entdeckte das Ehepaar Altmannshofer den Kontinent Südamerika für sich. Neben ihrem geliebten Trekking-Sport versuchen sie bei ihren Reisen, auch Land und Leute kennenzulernen. Wichtig bei seinen Tripps ist Altmannshofer immer die eigene Organisation, Pauschalurlaube sind ihm ein Graus. Die Planung koste im Vorfeld zwar viel Zeit für Recherche, garantiere aber vor Ort größtmögliche Freiheit.

Von 14. Juni bis 12. Juli bereiste das Ehepaar Altmannshofer mit Freunden das peruanische Hochland zwischen Cuzco, Machu Picchu und dem Titicacasee. Dabei feierten sie mit Inkas, bewältigten sechs Pässe über 5000 Metern Höhe und zelteten in einsamsten Wüstenlandschaften. Als unglaublich farbenfroh und Abwechslungsreich beschreibt Max Altmannshofer die Region, in der er Temperaturunterschiede von über 50 Grad Celsius verkraften musste. Unbeschreiblich sei die "vollkommene Einsamkeit" gewesen: "Wenn da etwas passiert wäre, da hätte es keine Rettung gegeben", so Altmannshofer.

Ihre Eindrücke von der Reise schildern Max und Christiane Altmannshofer am Dienstag, 26. Januar, um 19.30 Uhr im Rahmen einer kostenlosen Beamer-Show im Herzoglichen Kasten.

Seine nächste große Reise hat Max Altmannshofer ebenfalls schon in Planung. Im Frühsommer will er wieder nach Südamerika und innerhalb von vier Wochen in Bolivien zehn 6000er besteigen. Im Sommer 2011 geht es dann - diesmal gemeinsam mit der Gattin - nach Patagonien (Südchile), wo laut Altmannshofer "traumhafte Vulkan-Berge" warten.

Ob er sich ein Leben ohne Berg-Sport überhaupt vorstellen kann? "Nein!", gibt Altmannshofer zu. Dass er seiner Leidenschaft auch noch lange nachgehen kann, davon ist er fest überzeugt: "An meinem 80. Geburtstag mach ich eine Bergtour!"

Eine unsportliche Leidenschaft allerdings hat Max Altmannshofer: Er liebt seine elektrische Eisenbahn. An Weihnachten hat er sie stundenlang fahren lassen.

zip/Mühldorfer Anzeiger

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