Spieler und Trainer bei der SG Egglkofen/Neumarkt St. Veit

Vom Fußballer zum Marathon-Mann: Beny Ehret machte aus der Corona-Not eine Lauf-Tugend

Geschafft: Nach drei Stunden und 21 Minuten überquerte Benny Ehret die Ziellinie. Nach einer rund fünfmonatigen Vorbereitungszeit hat der FCE-Fußballer und Trainer seinen ersten Marathon absolviert.
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Geschafft: Nach 3:21 Stunden überquerte Benny Ehret die Ziellinie. Nach einer rund fünfmonatigen Vorbereitungszeit hat der FCE-Fußballer und Trainer seinen ersten Marathon absolviert.

Dem leidenschaftlichen Fußballer und Trainer der dritten Mannschaft der SG Egglkofen/Neumarkt St. Veit Benny Ehret fiel es sehr schwer, dass während der Corona-Zeit weder Fußballtraining noch Fußballspiele möglich waren. Deshalb beschloss er, ganz alleine einen Marathon zu laufen.

Egglkofen – Dem leidenschaftlichen Fußballer und Trainer der dritten Mannschaft der SG Egglkofen/Neumarkt-St. Veit Benny Ehret fiel es sehr schwer, dass während der Corona-Zeit weder Fußballtraining noch Fußballspiele möglich waren. Der Wunsch, eine sportliche Herausforderung anzugehen, wuchs in ihm immer mehr. So setzte er sich das Ziel, einen Marathon zu laufen.

Akribisch begann Ehret seine Vorbereitung auf den Marathonlauf. Informationen holte er sich aus dem Netz. Unterstützung für seinen Traum fand er bei seiner Frau Michaela. Beruflich ist der 34-jährige Benny Ehret als Elektroniker tätig, er konnte die Abende und Wochenenden fürs Training nutzen. Zunächst stellte er zusammen mit seiner Frau die Ernährung um. Kein Zucker, wenig Fleisch und frische Produkte standen von nun an auf dem Speiseplan.

Das Wetter war kein Hinderungsgrund

Die Grundlagen für seine Fitness holte sich Ehret mit dosiertem Ausdauer-Training. Vier Mal wöchentlich stand das Lauftraining auf dem Plan. Von Regen, Schnee und Kälte ließ er sich nicht abhalten und spulte seine Trainingseinheiten ab. Seit Trainingsbeginn im Oktober absolvierte er 674 Trainingskilometer. Tägliche Dehnungsübungen, um die Beweglichkeit und Lockerheit der Muskulatur zu erzielen, standen ebenfalls auf dem Programm.

Den Trainingsplan und die Organisation des Marathons hatte Benny Ehret in Eigenregie organisiert.

Per GPS die Strecke ausgesucht

Da während der Corona-Pandemie keine Wettkämpfe stattfinden, hatte er die knapp 42,2 Kilometer lange Strecke in der Heimat über GPS, ein satellitengestütztes Navigationssystem, geplant und ausgesucht. Sie führte von Egglkofen in Richtung Neumarkt-St. Veit bis nach Brodfurth und weiter nach Oberbergkirchen. Von dort ging es wieder zurück nach Egglkofen bis ins Ziel am Bahnhof.

Vielleicht war es nicht der letzte Marathon

Am Sonntag war der große Tag: Das Wetter passte und so startete Benny Ehret um 9 Uhr in Egglkofen zu seinem ersten Marathon. „Vielleicht nicht der Letzte, wie er nach dem Wettkampf sagte. Er könnte sich vorstellen, beispielsweise beim München Marathon einmal mitzulaufen, um den Unterschied zu erleben, wenn man sich nicht alleine quälen muss, sondern mit Tausenden Mitstreitern auf die Strecke geht.

Auf der Strecke begleitete ihn sein Bruder Andi teilweise mit dem Fahrrad. Geplant war eine Laufzeit von dreieinhalb Stunden mit einer Durchschnittslaufzeit von fünf Minuten für einen Kilometer.

Bruder Andi begleitete Benny Ehret auf den 42 Kilometern und unterstützte ihn so.

Bananenkuchen als Geheimwaffe

Angefeuert von seinen Freunden, mit großer Willensstärke auch bei teilweise ordentlichem Gegenwind, bewältige Benny Ehret die Strecke bravourös. Seine Eltern Thaddäus und Jutta Ehret hatten ihn bei der Verpflegungsstation mit den nötigen Proteinen und Elektrolyten versorgt. Eine Geheimwaffe für den Energienachschub war dabei der selbstgebackene Bananenkuchen.

Groß war die Überraschung für Benny Ehret beim Zieleinlauf am Bahnhof. Familie, Freunde, Fußballer; alle waren gekommen, um ihm einen würdigen Empfang zu bereiten. Mit Cheerleading-Poms in den FCE-Vereinsfarben jubelten ihm die Nichten und Neffen zu. Ehefrau Michaela hatte den Empfang coronakonform organisiert und konnte trotz der Pandemie-Auflagen ihren Ehemann überraschen.

Ehefrau Michaela war zur Stelle, um Benny Ehret nach den 42 Kilometern zu versorgen.

Geplante Laufzeit unterboten

Nach dem überwältigenden Empfang und nach einer kurzen Erholungspause konnte Benny Ehret per GPS die technischen Daten seines Marathons abfragen. So benötige er für die knapp 42,2 Kilometer eine Zeit von drei Stunden und 21 Minuten. Die geplanten dreieinhalb Stunden, hatte er somit um neun Minuten unterboten. Durchschnittlich brauchte er für einen Kilometer 4,46 Minuten.

„Oberschenkel haben ganz schön gebrannt“

Überglücklich und stolz war Benny Ehret, dass er sich seinen Traum erfüllen konnte und sein Ziel erreicht hat. Mit seinem ersten Marathonlauf bewies er Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit. Der Respekt und die Anerkennung seiner Freunde, waren ihm eine große Freude. „Die Oberschenkel haben am nächsten Tag aber auch ganz schön gebrannt“, verriet der Hobbyläufer, für den jetzt erst einmal wieder der Fußball Priorität hat. Doch da muss er sich noch etwas gedulden, da die Hobbysportler noch nicht ran dürfen.

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