Vom Doppeldecker bis Düsenjet

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Egglkofen - Sogar aus Südtirol waren sie am Wochenende nach Tegernbach gereist, um ihre Modell-Flugzeuge in den Himmel zu schicken.

Einer, der in Egglkofen nicht fehlen darf, wenn der Modellflugverein Egglkofen zum großen Stelldichein einlädt, ist Charly Wender aus Gersthofen bei Augsburg. 5,30 Meter Flügelspannweite hat seine Piper L4, die er am Samstag abheben ließ, nachdem der langanhaltende Regen endlich aufgehört hatte. Bisweilen noch einige kleine Böen, dennoch schmiegt sich sein originalgetreuer Nachbau in die Luft und Charly Wender kann schließlich sein Können vorführen, absolviert Loopings und schaltet schließlich den Motor ab und lässt die Piper gekonnt auf die Landbahn segeln, was die Besucher mit Applaus quittieren.

Vom Doppeldecker bis zum Düsenjet

Applaus hat eigentlich jeder Modellflugzeugbauer verdient, der Hunderte von Arbeitsstunden in die maßstabs- und detailgetreuen getreuen Nachbauten gesteckt hat. Aus allen Himmelsrichtungen waren sie nach Egglkofen gekommen, internationale Prägung erfuhr die Flugschau durch zehn Südtiroler, die mit ihren Fluggeräten angereist kamen und sicherlich eines der spektakulärsten Flugzeuge starten ließen: Einen Nachbau eines Eurofighters, den sein Erbauer, Andreas Lintner vom Modellflugverein Bozen, aufgrund der auffälligen Fantasielackierung in "Eurosport" umgetauft hat. 15 Kilogramm wiegt das turbinenbetriebene Flugzeug, das eine sogenannte Schub-Vektor-Steuerung besitzt und dessen flexibles Triebwerk es erlaubt, enge Manöver zu fliegen, "wie das original", erklärt Lintner, während er den Flugkörper zusammenbaut. Mit drei Litern Kerosin fliegt der Jet etwa acht Minuten. Und wenn er mit bis zu 250 Stundenkilometer durch die Luft jagt, wird es laut.

Das zeigte schon vorher Franz Aigner, der seinen F9F Panther Jet, in dessen Bau er 300 Stunden Arbeit gesteckt hat, auf die Reise schickte und mit spektakulären Manövern die Zuseher begeisterte. Nicht das einzige Modell, das er mit dabei hatte. In seinem Bus hatte er auch noch einige Messerschmitts, die er gerne vorzeigte.

"Für einen Modellflieger kann man zwischen 300 und 20000 Euro ausgeben", sagt Roman Hackner, Vorstand des Modellflugvereins Egglkofen. "Ein bisserl verrückt muss man schon für dieses Hobby sein - aber das ist doch bei jedem Hobby so", ergänzt er. Ein zeitaufwändiges noch dazu. Denn nicht nur der Bau der Modellflieger verschlingt viel Zeit. "Von Juni bis August sind wir fast jedes Wochenende unterwegs, um Freunde und Flugschauen zu besuchen." Umso mehr freute es ihn, dass viele Freunde am Wochenende zum Gegenbesuch kamen und sich zumindest am Samstagabend und Sonntag noch die Sonne zeigte. Es sind aber nicht nur die älteren, erfahrenen Piloten, die ihr aufwändiges Hobby zur Schau stellen. Vom Flugvirus infiziert ist auch Maxi Fuchs schon. Der zehnjährige Neumarkter präsentiert stolz seine Mustang P150. "Mein dritter Flieger", erzählt er. Klar habe er Lehrgeld bezahlt, als er vor einem Jahr das erste Mal einen Flieger starten ließ, Bruchlandungen musste auch er hinnehmen. "Doch der ist mir noch nicht abgestürzt", verkündet er stolz. Das soll auch in Zukunft so bleiben.

je/Mühldorfer Anzeiger

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