Bürgermeister Sedlmeier wird 70

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Jubilar Konrad Sedlmeier in seinem Dienstzimmer in der Gemeindekanzlei.

Lohkirchen - Konrad Sedlmeier, Bürgermeister von Lohkirchen, vollendet am heutigen Dienstag das 70. Lebensjahr. 40 Jahre davon hat er bis heute in den Dienst der Gemeinde gestellt.

Von 1972 an war Sedlmeier Mitglied des Gemeinderates, ab 1978 bis 1990 Zweiter Bürgermeister. Die letzten 22 Jahre prägte er das Gesicht des Dorfes als Erster Bürgermeister.

Geboren wurde Sedlmeier auf dem Berndl-Hof in Dirnlech, damals noch Gemeinde Gumattenkirchen, als viertes von fünf Kindern. Mit seiner Familie übersiedelte er als kleiner Bub in das nicht weit entfernte Lech, weil sein Vater dort den Hof geerbt hatte.

Nach der Volksschule in Lohkirchen besuchte er die landwirtschaftliche Berufsschule in Neumarkt St. Veit. Nachdem er die Landwirtschaftsschule in Mühldorf absolviert hatte, krönte er seine Ausbildung 1968 mit der Meisterprüfung. Ein Jahr zuvor hatte er bereits den elterlichen Hof übernommen.

1969 heiratete er seine Anneliese, geborene Hopf aus Aubenham. Drei Söhne machten das Familienglück komplett. Mittlerweile ist er stolzer Großvater von vier Enkelkindern.

Neben der Kommunalpolitik und der Bewirtschaftung seines großen Hofes, dazu der Lehrlingsausbildung, hatte er sich im Laufe seines Lebens zahlreichen weiteren Aufgaben gestellt.

In seiner Jugend war er erster Vorstand der Landjugend, nachdem sich der "Burschenverein" aufgelöst hatte und nun erstmals auch Mädchen aufgenommen wurden. Dem Landwirtschaftsamt Mühldorf gehörte er von 1970 bis 1990 dem Prüfungsausschuss für Landwirtschaftsgehilfen an.

Ab den 90er-Jahren fungierte Sedlmeier zehn Jahre lang als ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht in München im Ressort Ausländer- und Waffenrecht. Nicht zuletzt übte das rührige Gemeindeoberhaupt 14 Jahre lang das Amt des Jagdgenossenschaftsvorstandes aus.

Seine Leidenschaft jedoch gilt nach wie vor der Gemeindepolitik, "ohne Partei", wie Sedlmeier betont. In seinen Augen seien hier nur Sachentscheidungen wichtig, die Parteipolitik absolut nicht notwendig.

Gefragt nach den für ihn wichtigsten Projekten in der Gemeinde nannte er spontan die Dorferneuerung mit Flurbereinigung, die 1993 beziehungsweise 1995 begann. Beantragt und in die Wege geleitet hatte sie noch sein Amtsvorgänger Sebastian Gillhuber bereits im Jahr 1985.

Im Rahmen dieser Maßnahmen konnte der dringend benötigte Gehweg durch den Ort gebaut werden, ebenso ein Geh- und Radweg nach Wotting. Der Pfarrstadel wurde saniert, im gemeindlichen Teil der Gemeindesaal, die -kanzlei und das Sitzungszimmer eingerichtet. Völlig umgestaltet wurde die Ortsmitte mit Dorfplatz, Dorfstadel und Brunnen.

Die Friedhoferweiterung und Schaffung neuer Parkplätze gehörte dazu, der Wegebau im Außenbereich und der ökologische Ausbau des Geißbaches und der Rott von Geiselharting bis Reichenrott. 1997 war der neue Kindergarten bezugsfertig.

Sedlmeier setzte sich auch für die Sanierung des Schulgebäudes ein, um in Lohkirchen mit einem modernen Schulhaus etwas für den Standorterhalt der Schule zu tun.

Mit Stolz erfüllt den Jubilar die Tatsache, dass sämtliche Haushalte an das Wasser- und Abwassernetz angeschlossen werden konnten, die letzten werden es demnächst sein. Nach der Anlage in Deinbach wurde in Brodfurth eine zweite Kläranlage in interkommunaler Zusammenarbeit mit Schönberg gebaut. Auch kann jeder Gemeindebürger auf geteerten oder zumindest befestigten Straßen sein Anwesen erreichen. Mit Geschick erreichte er in Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Oberbergkirchen, dass nun auch der noch fehlende südliche Gemeindeteil mit Breitband versorgt werden konnte.

Die Erschließung des Baugebiets Straßfeld, die Errichtung des Kreisverkehrs in Brodfurth und der Bau des Radweges nach Neumarkt St. Veit waren die jüngsten Maßnahmen in der Gemeinde, die der Bürgermeister begleitete. Außerdem war der Anbau einer Kinderkrippe an den Kindergarten errichtet geworden, nachdem dieser aus allen Nähten zu platzen drohte.

Bis zum Ende seiner Amtszeit 2014 will Bürgermeister Sedlmeier nun noch die finanzielle Situation der kleinen Gemeinde verbessern, größere Baumaßnahmen seien nun wirklich nicht mehr geplant. Lediglich der Straßenunterhalt und der Abschluss der Kanalisation stünden noch auf seinem Programm. Und falls nicht schon wieder ein Babyboom ansteht in der Gemeinde wie in den Jahren 2010 und 2007 braucht er sich auch um mehr Kindergartenplätze keine Gedanken mehr machen.

edi/Neumarkter Anzeiger

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