Ein Brunnen als Sahnehäubchen

+
Die neugestaltete Südseite des Friedhofs in Erharting.

Erharting (ma) - Rechtzeitig vor Allerheiligen konnte die Baustelle auf der Südseite des Kirchenfriedhofs abgeschlossen werden. Nun ist eine würdige Grablegung bei Beerdigungen wieder möglich.

Immerhin erbrachten die Ehrenamtlichen über 800 Arbeitsstunden und stellten von der Schaufel bis zum Traktorgespann auch alle nötigen Werkzeuge zur Verfügung.

Grund für die aufwändigen Arbeiten waren zu eng liegende Grabstätten. Bereits im letzten Winter begannen die Planungen zur Umgestaltung des Friedhofes. In der Pfarrversammlung im Frühjahr legten Pfarrer Gottfried Wagner und Kirchenpflegerin Martina Karl einen Plan vor, wie der Friedhof um die Pfarrkirche St. Peter und Paul aussehen soll.

Lange Vorbereitungen und die Genehmigungen vom Landratsamt und dem Denkmalamt waren trotzdem nötig, bis das Bauvorhaben Mitte September in Angriff genommen wurde. Nachdem die Gedenksteine durch die Steinmetzfirma Moser abgebaut waren, konnten die vielen ehrenamtlichen Helfer in Aktion treten und die ausführende Baufirma Lachner tatkräftig unterstützen.

Viel Verständnis für das nötige Verschieben von Grabstätten brachten die betroffenen Besitzer der Gräber auf. "Aber es ist nicht wichtig, wo ich stehe, wichtig ist das Gebet und das Gedenken für die Verstorbenen", so Pfarrer Wagner.

Mehrmals besuchte auch das Amt für Denkmalschutz die Baustelle, weil bei den Baggerarbeiten für die neuen Streifenfundamente alte Mauerteile zum Vorschein kamen. Allerdings stellten die Mitarbeiter des Amtes fest, dass es sich bei den Fundstücken um keine schützenswerten Gebäudereste handelt und so wurde der Weiterbau insgesamt nur um einen Tag verzögert.

Durch die Neugestaltung des Friedhofs reduzierte sich auch die Anzahl der Grabstätten. 27 Grabstätten wurden von den Angehörigen der Verstorbenen aufgelöst, bei einigen gibt es keine Hinterbliebenen mehr, so dass diese Gräber auch seit Jahren nicht mehr gepflegt wurden. "Aber es sind noch genügend freie Grabstellen an der Kirchensüdseite vorhanden", berichtet Martina Karl.

Bei den freiwilligen Helfern bedankten sich Pfarrer Gottfried Wagner und Kirchenpflegerin Martina Karl mit einem Essen in Pfarrsaal. Beide zeigten sich begeistert über die eifrige Mitarbeit und die gute Zusammenarbeit bei diesem Gemeinschaftswerk. Immerhin erbrachten die Ehrenamtlichen über 800 Arbeitsstunden und stellten von der Schaufel bis zum Traktorgespann auch alle nötigen Werkzeuge zur Verfügung. Zum Abschluss der Umgestaltung des Friedhofs spendete Martina Karl noch einen neuen Brunnen, der mit seinem leise plätschernden Arteserwasser zum Verweilen einladen soll und auch als Zapfstelle für das Blumenwasser genützt werden kann.

Die vielfältige Mitarbeit der Pfarrangehörigen, allen voran die Mitglieder der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates, war auch zwingend notwendig, erklärte Martina Karl. Denn so reduzierte sich der finanzielle Aufwand für die Pfarrei erheblich. Für diese Maßnahme gibt es nämlich von keiner Seite einen Zuschuss, so dass die gesamten Kosten von der Pfarreikasse getragen werden müssen.

mm/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Neumarkt-Sankt Veit

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser