BRK-Shop ist gefährdet

Neumarkt-St. Veit - Noch nicht einmal ein Jahr, nachdem der BRK-Shop in Neumarkt-St. Veit eröffnet hat, steht das Geschäft, das für Bedürftige günstige Lebensmittel anbietet, auf der Kippe.

"Die Entsorgungskosten sind zu hoch", erklärt Marc Elsner, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes in Mühldorf.

Der Neumarkter BRK-Shop.

Im April vergangenen Jahres war der Shop im sogenannten Perschinka-Haus in der Bahnhofstraße in Probebetrieb gegangen, im Oktober 2009 dann die offizielle Eröffnung. Das Angebot in Neumarkt nähmen zwar mittlerweile etwa 100 Kunden in Anspruch, "das ist allerdings nicht ganz ausreichend", bedauert Elsner. Das Problem: die Logistik. Waren müssten aus Mühldorf nach Neumarkt gebracht werden. Fehlt dort der Absatz, versuche man die Waren in den beiden weiteren Shops in Mühldorf und Waldkraiburg zu veräußern, "dennoch bleibt etwas übrig, das entsorgt werden muss", erklärt Elsner.

Immer noch sei es ein Problem, gerade in kleineren Gemeinden, dass viele Bedürftige aus Scham das Angebot des BRK-Shops nicht annehmen würden, "diese Schwellenängste müssen die Leute ablegen", sagt Elsner.

Weil sich der BRK-Shop in Neumarkt nicht von alleine trägt und deswegen auch der Standort gefährdet ist, hat das BRK nun einen Antrag auf Unterstützung der Stadt gestellt. "In einigen Landkreisen ist es durchaus üblich, dass die Stadt Miet- und Nebenkosten übernimmt", erklärt Elsner den Antrag, den der Finanzausschuss in seiner heutigen Sitzung behandelt (Beginn 18.30 Uhr). 31 Cent pro Anwohner hat das BRK in seinem Antrag gefordert, das entspräche bei rund 6200 Einwohnern einer Summe von rund 2000 Euro. Damit könnte laut Elsner der Bestand des Shops zunächst gesichert werden. "Es wäre bei der derzeitig schlechten wirtschaftlichen Situation paradox, wenn wir eine deratige Einrichtung schließen müssten", so Elsner.

je/Neumarkter Anzeiger

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