Breitband-Lösung in Sicht

Neumarkt-St. Veit/Massing - Es zeichnet sich eine Lösung zur Versorgung der Außenbereiche mit schnellem Internet ab: Neben Neumarkt-St. Veit hat jetzt auch Massing beschlossen, die unterversorgten Bereiche zu erschließen.

Neben Neumarkt-St. Veit hat mittlerweile auch der Markt Massing beschlossen, die unterversorgten Bereiche mit der Funktechnologie der Firma MVOX zu erschließen.

Die Gemeinde Gangkofen hat eine Zusammenarbeit in Ausicht gestellt, Egglkofen ebenfalls für seinen Ortsteil Harpolden.

CSU-Fraktionsvorsitzender Egbert Windhager hatte im Rahmen der letzten Stadtratssitzung um einen Sachstandsbericht zur Breitbanderschließung gebeten, den Bürgermeister Erwin Baumgartner nun in der Sitzung des Finanz- und Verwaltungsausschusses ablieferte.

Bereits in vorausgegangenen Sitzungen hatte der Neumarkter Stadtrat die Funktechnologie der Firma MVOX als Lösung ins Auge gefasst, weil Alternativen technisch nicht umsetzbar erschienen beziehungsweise unverhältnismäßig teurer gewesen wären (Glasfaser). Nach Abzug der staatlichen Förderung müsste die Stadt Neumarkt 52000 Euro in diese Technologie investieren, um den Vorwahlbereich 08639 abzudecken. Zwei teure Verstärkeranlagen (jeweils 25000 Euro) wären aber von Nöten gewesen, um die zusätzlichen auf dem Gemeindegebiet von Neumarkt liegenden Vorwahlbereichevon Massing (08724) und Gangkofen (08722) mit abzudecken.

Kosten, die sich die Stadt, nach den neuesten Kenntnisstand des Bürgermeisters, Neumarkt nun sparen kann. Denn der Markt Massing hat ebenfalls für die Umsetzung nach der MVOX-Technologie ausgesprochen, Gangkofen eine Zusammenarbeit in Aussicht gestellt. "Durch eine geringe Kostenbeteiligung kann sich die Stadt Neumarkt an dem Ausbau beteiligen und so die Versorgung der jeweiligen Vorwahlbereiche sichern", verkündete Baumgartner in der Sitzung. Die Kostenbeteiligung im Vorwahlbereich von Massing betrüge, so Baumgartner weiter, lediglich 100 Euro.

In diesem Zusammenhang hat nun auch die Gemeinde Egglkofen Interesse an der MVOX-Technologie bekundet, wie der Bürgermeister weiter mitteilte. Zwar habe die Gemeinde Egglkofen im Februar 2010 einen Kooperationsvertrag mit der Deutschen Telekom abgeschlossen. Dieser Vertrag beinhalte aber nicht den Ausbau der Breitbandversorgung von Harpolden. Die Ortschaft könne aber über Neumarkt mit MVOX abgedeckt werden. Baumgartner kündigte Gespräche mit der Betreiberfirma an, um einen Anschluss an diesen zusätzlichen Bereich entsprechend zu kalkulieren und das Angebot zu aktualisieren. Auch will er die Gemeinden Niederbergkirchen und Niedertaufkirchen ins Boot holen, zumal auch diese Gemeinden sehr großflächig sind und Teile davon in den Vorwahlbereich von Neumarkt-St. Veit fallen.

Christian Bauer vom Ordnungsamt informierte schließlich noch auf die Frage von Dr. Klaus Windhager (UWG), dass ein Anschluss eines Privathaushaltes mit MVOX monatliche Kosten in Höhe von etwa 50 Euro verursache.

Walter Jani (UWG) stellte in Frage, dass diese Technologie in ein bis zwei Jahren noch wettbewerbsfähig ist. Er berief sich dabei auf Berichte, wonach neue Frequenzen verkauft worden seien, um damit vor allem bislang weiße Flecken auf der Breitbandlandkarte mit noch leistungsfähigerem Internetzugang abzudecken. "Es ist ohnehin schon so, dass wir in diesem Bereich etwas übernehmen müssen, was der Bund versaubeutelt hat. Nicht, dass wir umsonst investieren", meinte Jani.

"Was die Zukunft bringt wissen wir noch nicht", erwiderte Baumgartner. Fakt sei, dass jetzt ein Breitbandanschluss gewünscht werde. In dieser Frage werde er den Breitbandberater zu Rate zu ziehen.

Weil alleine die Verlegung schon nicht rentabel sei, werde es kein Leerrohr nach Frauenhaselbach geben, beantwortete Baumgartner eine diesbezügliche Frage von August Spirkl (CSU). Im Zuge des Radwegebaus von Furth nach Brodfurth werde hingegen die Telekom rund 40000 Euro investieren, um ein Leerrohr mitzuverlegen, das sich dann für eine Verlegung eines Glasfaserkabels eignen würde.

je/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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