"Du bist Weltrekord"

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Tamara Grinzinger im Scheinwerferlicht: Heute will sie zusammen mit 1300 weiteren Gospelsängern einen Weltrekord aufstellen.

Neumarkt-St. Veit/Egglkofen - Über 1300 Sängerinnen und Sänger werden am Samstag in der Münchener Olympiahalle einen neuen Weltrekord aufstellen. Mit dabei: Tamara Grinzinger aus Egglkofen.

Der weltgrößte Gospelchor singt unter der Leitung von Mano Ezoh für einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde.

Letzten Samstag war noch einmal Probe. Seitdem heißt es für Tamara Grinzinger abwarten bis zum großen Tag. Und der ist heute. "Ich hab ein bisserl Bauchweh, aber ich glaub, das wird gigantisch", freut sich die 33-jährige Egglkofenerin auf das große Konzert. In der Münchener Olympiahalle, dort wo in den nächsten Monaten die Söhne Mannheims, Chris Rea oder George Michael für einen vollen Konzertsaal sorgen werden, tritt sie mit dem größten Gospel-Chor der Welt auf.

Sängerinnen und Sänger aus ganz Bayern und aus dem Salzburger Land stehen dann auf der Bühne, um miteinander ein zweistündiges Konzert abzuliefern. "Du bist Weltrekord", unter diesem Motto hat Mano Ezoh, ein Sänger mit nigerianischer Abstammung, der in Deggendorf lebt, seinen Gospelchor rekrutiert. 1000 sollten es werden, so lautete zumindest sein ehrgeiziges Ziel vor über einem Jahr. Jetzt werden es voraussichtlich um die 1300 sein, die am heutigen Samstag zum Weltrekord antreten werden, erzählt Tamara Grinzinger.

Seit Juni 2010 probt der Chor für dieses Ereignis. In München, Plattling, Salzburg oder Würzburg haben sich die ambitionierten Sopransängerinnen, Altstimmen, Bässe und Tenöre getroffen, um unter der Ägide des 30-jährigen Profisängers den Feinschliff für dieses Konzert zu erhalten. Sich einfach auf die Bühne zu stellen und den Mund zu bewegen reicht nämlich nicht. "Die Vertreter des Guinness-Buches kontrollieren ganz genau, ob auch wirklich jeder mitsingt, damit es dann auch zum Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde kommt", weiß Tamara Grinzinger, die 2008 Feuer gefangen hatte, als sie ein Jahr lang in einem Projektchor in Landshut mitgewirkt hat und sich nach einem Konzert in der Sparkassenarena entschlossen hat, im 100 Stimmen starken Chor von Mano Ezoh, er nennt sie seine "Familie", mitzusingen. Mano Ezoh habe eine sehr begeisternde Art, erklärt sie ihren Ansporn in diesem Chor mitzuwirken. "Er arbeitet so professionell", schwärmt sie.

Zwei bis drei Proben in der Woche seien zuletzt notwendig gewesen, um sich auf den heutigen Weltrekordtag vorzubereiten. Viel Aufwand für die zweifache Mutter (sechs und neun Jahre), "aber mein Mann hat mich sehr gut unterstützt", sagt die Sopranistin. Mit den Proben kam natürlich auch das öffentliche Interesse, schließlich sollten heute auch viele Zuhörer den Weg ins Olympiastadion finden. Und so folgten in der letzten Zeit auch Auftritte in den verschiedenen Medien. 60 Personen aus dem Chor waren bei Antenne Bayern zu hören. Kurzfristig traten Mano Ezoh und sein musikalisches Gefolge auch bei Florian Silbereisens "Sommernacht der Rekorde" auf, eine Sendung, die etwa fünf Millionen Zuschauer an den Bildschirmen verfolgt hatten. Auch an der CD des Künstlers aus Nigeria hat die Egglkofenerin mitgewirkt, die Stücke darauf sollen am Samstag in der Olympiahalle zu hören sein. Eines davon ist das Weltrekordlied, das der Chor dann fünf Minuten lang zum Besten geben wird, diese Dauer sei vom Guinness-Verlag so vorgegeben, erklärt Grinzinger weiter.

Dass sie womöglich vor tausenden Zuschauern in der Olympiahalle auftreten werde, das sorge schon für Lampenfieber, verhehlt Grinzinger nicht. "Mir bumpert das Herz schon ganz arg", meinte sie noch gestern Vormittag, kurz bevor sie in die Landeshauptstadt fuhr. Gestern um 16 Uhr noch die Generalprobe, dann hieß es abwarten bis der Countdown heute die Null erreicht. "Ich werde selbstbewusst auf die Bühne gehen und mir sagen: Du kannst alles. Schließlich bin ich nicht allein", schmunzelt sie inmitten des Rekordchores von über 1000 Stimmen. "Du bist Weltrekord", lautet das Motto für den Rekordabend in der Münchener Olympiahalle. Wenn alles wie geplant läuft, kann Tamara Grinzinger dann aber auch tatsächlich behaupten: "Ich bin Weltrekord."

je/Mühldorfer Anzeiger

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