Bald DSL für Egglkofen?

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Auf dem Gelände der Firma Streumaster in Egglkofen wachsen die Hallen im Eiltempo in die Höhe. Nicht zuletzt aufgrund der Ansiedelung dieses großen Betriebes ist die Gemeinde um eine Realisierung einer schnellen Internetverbindung bemüht.

Egglkofen - Der Egglkofener Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung erste Weichen für den Ausbau der schnellen Internetverbindung DSL gestellt.

Ralf Bögelein von der Firma Mvox hatte in der Sitzung eine im Vergleich zur Telekom kostengünstige Variante der Breitbandversorgung via Funk vorgestellt.

Auch die nördlichste Gemeinde des Landkreises Mühldorf will an der modernen Technik teilhaben. Egglkofens Bürgermeister Johann Ziegleder hatte deswegen den Vertriebsleiter Deutschland der Firma Mvox eingeladen, um aus erster Hand Informationen zum DSL-Ausbau und Vorschläge zur Breitbandlösung für Egglkofen zu erhalten.

Bögelein erklärte zunächst das Verfahren, das die Firma Mvox aufwendet, um auch den Außenbereich, wo es keine T-DSL-Versorgung gibt, mit einer schnellen Internetverbindung zu versorgen. Mvox ist ein lizenzierter Anbieter von Telekom-Diensten und Teilnehmer am Netzbetrieb. Nicht etwa über Glasfaserkabel, sondern via modernster Funktechnologie versorgt der Betreiber Außenbereiche mit DSL. Das habe den Vorteil, das keine aufwändigen Erdarbeiten nötig seien, man bediene sich am vorhandenen Festnetz der Telekom.

SDSL-Leitungen mit der Basistation in Neumarkt, hätten laut Bögelein eine Reichweite von zehn Kilometern. Den einmaligen Ausbau einer Vermittlungsstation bezifferte der Vertriebsleiter von Mvox auf 25.000 Euro, insgesamt sprach er von 41.000 Euro an Kosten, da auch die Installierung von sogenannten Outdoor-Vermittlungsstellen anfallen würden.

Das finanziell Interessante für die Gemeinde: Der Freistaat Bayern fördert den Ausbau mit 70 Prozent, so dass sich die Endsumme für die Gemeinde stark verringert. Auch eine zeitnahe Umsetzung stellte Bögelein in Aussicht. Er spricht von drei bis vier Monaten nach Auftragsvergabe.

Wie Bögelein auf Anfrage erklärt bestünde auch die Möglichkeit des Zusammenschlusses mehrerer Gemeinden. Gerade im Grenzbereich des nördlichen Landkreises Mühldorf, im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Velden mit Wurmsham, Neufraunhofen und den drei angeschlossenen Vermittlungsstellen in Bodenkirchen, Buchbach und Velden, führt er auf Nachfrage Beispiele für ein funktionelles Netz an.

Mit der Vermittlungsstelle in Wasserburg hat Mvox erst Anfang dieses Jahres einen Hauptverteiler mit eigener SDSL-Technik ausgebaut und erweitert, wie es seitens des Unternehmens heißt. Die Ergebnisse des seit Januar laufenden Testbetriebs waren derartig positiv, dass dieses Gebiet im März offiziell freigegeben wurde. Durch die neue, von Mvox eingesetzte SDSL-Technik, sind dabei Leitungslängen bis zu zehn Kilometer über das herkömmliche Kupferkabel überbrückbar.

Wie Bürgermeister Johann Ziegleder mitteilt hat sich der Gemeinderat, der den Punkt nichtöffentlich weiter beraten hatte, noch nicht entschieden, wie die Versorgung Egglkofens mit einer schnellen Internetverbindung zukünftig aussehen soll. „Aber es wird wahrscheinlich in diese Richtung gehen“, verrät Egglkofens Bürgermeister. Auch deswegen, weil die Firma Mvox laut Gutachten des Landkreises als kostengünstige Alternative zur Telekom, besonders was die Breitbandversorgung der Außenbereiche betrifft, empfohlen werde.

Ziegleder verhehlt nicht, dass sich die Gemeinde nicht zuletzt wegen der Ansiedelung des Streumasterbetriebes nun verstärkt um einen schnelleren Anschluss an die Datenautobahn bemühe.

je/hus

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