Bahnübergang ist bald sicher

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Das Andreaskreuz bekommt Gesellschaft. Die Arbeiten zur technischen Sicherung des Bahnübergangs in Hörbering beginnen.

Neumarkt-St. Veit - Was lange währt, wird endlich gut: Das Material steht am Bahnübergang Hörbering schon bereit, in den nächsten Tagen wird mit den Arbeiten begonnen, um diesen gefährlichen Bahnübergang technisch zu sichern.

Drei Jahre ist es her, dass sich am Bahnübergang in Hörbering der letzte Unfall ereignet hatte, weil ein Fahrzeuglenker die herannahende Rottalbahn nicht registriert hatte. Glücklicherweise war dieser Unfall noch glimpflich verlaufen, Personen wurden nicht verletzt. Mit der lange geforderten Sicherung des Bahnübergangs soll nun dieser Unfallschwerpunkt endgültig entschärft werden. Ebenfalls in diesem Jahr will die Südostbayernbahn den Bahnübergang der Kreisstraße in Massing sichern, für beide Maßnahmen stehen rund 820000 Euro im Budget. Die Kosten verteilen sich jeweils zu einem Drittel auf Bund, Bahn und Straßenbauamt, im Klartext: Die Stadt muss keinen Heller dazuzahlen. Im Rahmen der Stadtratssitzung nutzte Christian Kubasch von der Südostbayernbahn die Möglichkeit, die Modernisierungsmaßnahmen entlang der Rottalbahn vorzustellen, die sich seit 2001 vollzogen haben. Er ließ die Erneuerungsmaßnahmen am Neumarkter Bahnhof Revue passieren, verwies auf den nun barrierefreien Zugang auf Gleis eins und verkündete: "Künftig fahren 80 Prozent der Züge vom Hausbahnsteig."

Als letzte große Neuerung stellte er die Einführung des Stundentaktes vor, der ab dem 14. Dezember 2009 auf der Strecke der Rottalbahn von Mühldorf bis Passau gelten soll. Dies soll die Anzahl der Fahrgäste erhöhen, die Südostbayernbahn kalkuliert bis zum Jahr 2013 mit einer Steigerung um 40 Prozent. Er beruft sich dabei auf die Erfolge, die sich bereits durch die Umstellung auf der Linie nach Landshut ergeben hätten. 18 Prozent mehr Fahrgäste seien dort im ersten Halbjahr zu verzeichnen gewesen. Die Einführung des Stundentaktes bietet zwar mehr Service für den Bahnreisenden, birgt aber auch zusätzliche Risiken. Vor allem an den technisch nicht gesicherten Bahnübergängen sei Vorsicht geboten. "Die Leute sind es gewohnt, dass kein Zug kommt", befürchtete Walter Jani (UWG). Frühnebel und weniger Tageslicht in den Wintermonaten trügen ihren Teil dazu bei, dass der Schienenverkehr möglicherweise erst zu spät bemerkt werden könnte. Er forderte die Bahn auf, Anwohner rechtzeitig über die Umstellungen zu informieren.

Emil Steinbach regte an, den Hörberinger Bahnhof wieder als Haltestelle zu öffnen, Pendler und Schüler könnten davon profitieren. Denis Kollai von der Südostbayernbahn sagte dazu, dass der neue Fahrplan minütiös geplant sei und kaum mehr Spielraum für zusätzliche Haltestellen offen hielte. Es müssten mindestens 100 Personen pro Tag diese Zusteigemöglichkeit nutzen, damit sich diese Haltestelle rechtfertigen würde. Einer "Potenzialanalyse", wie es Kollai nannte, würde Hörbering aller Voraussicht nach nicht standhalten. Ulrich Geltinger wollte von den Vertretern der Südostbayernbahn noch den aktuellen Planungsstand bei der Errichtung von Parallelwegen neben der Bahnlinie erfragen, die aufgrund aufgelassener Bahnübergänge entstehen sollten. Kollai schloss aufgrund der Kostenfrage eine zeitnahe Realisierung ebenso aus wie weitere technische Sicherungen.

je/Mühldorfer Anzeiger 

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