Niederbergkirchen an Datenautobahn angeschlossen

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"Hurra, das schnelle Internet ist da!" Der Technikleiter der Firma Vodafone, Dieter Vogelhuber (hinten, zweiter von rechts), übergab zuletzt an Bürgermeister Werner Biedermann (vorne Mitte) das Testgerät an die Kommune, von dessen Vorteilen sich Regierungsmitglieder und kommunale Politiker vorher überzeugt hatten.

Niederbergkirchen - Seit Dienstag ist Niederbergkirchen an die schnelle Datenautobahn angeschlossen. Dadurch sind weitere weiße Flecken auf der Breitband-Karte im Landkreis verschwunden.

Niederbergkirchen mit über 50 Ortsteilen auf 2500 Hektar Fläche gehörte zu den bislang unterversorgten Gemeinden Bayerns. Neben Niederbergkirchen hat Vodafone Deutschland im Landkreis Mühldorf fünf weitere Mobilstandorte mit LTE - der neuen mobilen Breitbandtechnik - ausgerüstet und bietet damit das "Internet für alle" an. Bayerns Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer, Landrat Georg Huber und Bürgermeister Werner Biedermann überzeugten sich gestern selbst, wie zuverlässig und schnell diese Technologie funktioniert und was sie leistet.

Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer, Bayerns IT-Beauftragter, unterstrich die Bedeutung des Internets, besonders die des mobilen Breitbandanschlusses für ländliche Regionen. "Die bayerische Staatsregierung will immer mehr Dienstleistungen online zur Verfügung stellen. Dazu muss die Übertragungsgeschwindigkeit auch im ländlichen Bereich stimmen. Der virtuelle Markt- und Messeplatz muss auch im ländlichen Bereich zur Verfügung stehen. Darum sage ich: Heute ist ein guter Tag", sagte Pschierer. Das Engagement von Vodafone, Landrat, des Bürgermeisters und seiner Gemeinderäte sowie aller Bürger habe sich gelohnt. "Wer plakativ ungerechtfertigten Widerstand leistet, schadet der Versorgung der Weiler." Er betonte, dass es nie gelingen werde, den letzten Weiler mit Glasfaserkabeln oder Kupferleitungen zu erreichen.

Zuvor hatte Bürgermeister Werner Biedermann die große Unzufriedenheit auf dem Lande beklagt. Sie sei auch auf die Unterversorgung des Internets zurückzuführen, wie ihm Bürger oft bestätigt hätten. Er bezeichnete Vodafone als die Institution für das schnelle Netz am Lande, die Niederbergkirchen näher an die Welt und die Welt näher an Niederbergkirchen bringt.

Thomas Ellerbeck, Mitglied der Geschäftsleitung von Vodafone Deutschland erklärte, dass das mobile Internet genauso schnell und sicher arbeite wie Festnetzanschlüsse. Seit Herbst 2010 erreiche Vodafone mit seinen Basisstationen bundesweit rund fünf Millionen Haushalte mit LTE. Den Staat und den Kommunen kostet das nichts. Dem Bund habe man sogar 4,4 Milliarden Euro für die Frequenzen bezahlt. Nun rollt die Firma das LTE-Netz zuerst in dünn besiedelten Gebieten aus und schließt eine digitale Lücke.

Landrat Georg Huber, der die Rentabilitätsbefragung durchführen ließ und sich über den Erfolg freut, wollte mit dieser Aktion verhindern, dass sein Landkreis auf der Strecke bleibe. "Wir kümmern uns beim Autobahnbau, beim Schienenausbau und beim Internet um Umwelt und Klimaschutz. Alles was machbar ist, berücksichtigen wir. Aber man muss darüber hinaus die Notwendigkeit neuer Techniken erkennen. Der schnelle Internetzugang ist ein Standortfaktor. Das gilt für Großbetriebe, aber auch für den kleinen Handwerker. Selbst Schulen, Kindergärten, die ärztliche Versorgung sowie Verkehrs- und Kommunikationswege sind darauf angewiesen. Wer da nicht mithält, der fällt zurück." Er bedankte sich bei allen, die geholfen hatten, dieses Projekt zu verwirklichen und forderte alle Nutzer auf, gegen die, die Widerstand leisten, einmal die Vorteile aufzuzählen.

Zweifellos leistet der LTE-Ausbau einen wichtigen Beitrag zur Stärkung und Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Region. Mit mindestens drei bis 50 Megabit pro Sekunde will Vodafone das Land versorgen mit dem Ziel, alle weißen Flecken Deutschlands bis Ende 2011 mit schnellen Internetzugängen auszustatten.

Die Nutzung des schnellen Internets ist für die Niederbergkirchner ganz einfach: WLAN-Router oder LTE-Surfstick ermöglichen den Zugang zur Datenautobahn über eigene Notebooks oder PCs. Hierin enthalten ist ein Breitbandzugang mit bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde und fünf Gigabyte High-Speed-Inklusivvolumen. Das entspricht etwa 250000 durchschnittlich großen Text-E-Mails oder 1500 Musikstücken im Mp3-Format.

nz/Mühldorfer Anzeiger

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