Altbürgermeister August Spirkl stirbt mit 92 Jahren

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August Spirkl prägte über viele Jahrzehnte die Geschicke Neumarkts.

Neumarkt-St. Veit - Neumarkts Ehrenbürger August Spirkl ist tot. Friedlich ist der Altbürgermeister im Alter von 92 Jahren eingeschlafen. Kein anderer prägte die Geschicke in der Rottstadt wie Spirkl, der von 1972 bis 1984 Erster Bürgermeister war.

Neumarkt-St. Veit - Am 14. März 1917 hatte er auf dem Mittermoierhof in Hundham, der zeitlebens seine Heimat bleiben sollte, das Licht der Welt erblickt. Sieben Jahre lang besuchte er die Volksschule in Teising, drei Jahre lang absolvierte er eine Fortbildung und hat dabei auch in der elterlichen Landwirtschaft mit angepackt. Der Krieg hat auch ihn stark geprägt: 1937 zum Arbeitsdienst eingezogen, führte ihn der Zweite Weltkrieg als Soldat in die ganze Welt, zuletzt mit seiner Nachrichtenkompanie bis nach Kreta, bis der Befehl zum Rückzug kam. Von Athen ging es in einem siebenmonatigen Fußmarsch durch Partisanengebiet zurück in Richtung Heimat, doch geriet er in englische Kriegsgefangenschaft, aus der er schließlich 1945 heimkehrte. 1946 führte er seine Anna an den Traualtar. 1947 kam sein erstes Kind August zur Welt, die drei Töchter Anna, Centa und Irmgard folgten, die das Familienglück perfekt machten.

Seit 1952 hatte sich August Spirkl in der CSU engagiert. Bereits im März 1956 wurde er in den Marktgemeinderat gewählt. 1966 wurde er zum Zweiten Bürgermeister ernannt, sechs Jahre später wurde er Bürgermeister. Bis 1984 blieb er Neumarkts Stadtoberhaupt, vieles hat der passionierte Imker in dieser Zeit für die Stadt Neumarkt-St. Veit bewegt, seine Maxime war stets: "Altes erhalten, um die Zukunft zu gestalten." In seiner Amtszeit kaufte die Stadt die Stadttore und den Herzoglichen Kasten. Die Neugestaltung des Stadtplatzes und die Hochwasserfreilegung sowie der Bau eines Tiefbrunnens und der Ausbau des Straßennetzes tragen seinen Namen. Die Stadt würdigte sein grenzenloses Engagement damit, dass sie ihn zu seinem 75. Geburtstag 1992 zum Ehrenbürger ernannt hat.

Nicht nur politisch prägte Spirkl Neumarkt. Er engagierte sich über viele Jahre hinweg für die Jagdgenossenschaft, den Obst- und Gartenbauverein, den TSV oder den Schützenverein. Ob als Aufsichtsrat der Kreiswohnbau, als Vorstandsvorsitzender der Raifeisenbank oder als Schöffe am Landshuter Gericht: Das Wort Spirkls hatte immer Gewicht.

Es war bis zuletzt sein spitzbübischer Charme, der den Spirkl Gust so liebenswert gemacht hat. "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" - ein Sprüchlein, das er als Zweitklässler hören und den beliebten Neumarkter Bürger für den Rest des Lebens prägen sollte. In den letzten Wochen schwanden die Kräfte des 92-Jährigen immer mehr. Am Freitag schloss er für immer die Augen, um nun bei seiner geliebten Frau Anna zu sein, die ihm bereits 2001 im Tod vorausgegangen ist.

je

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