Zwei Rastplätze sind einer zuviel

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Die geplante Autobahnraststätte bei Erharting macht dem ebenfalls geplanten Autohof bei Mühldorf-Nord Konkurrenz. Jetzt soll es Gespräche über den Bau geben.

Erharting - Die Standorte von Rastplätzen entlang der A94 stehen fest. Dabei gibt es eine unerwartete Neuigkeit: Die Autobahndirektion plant bei Erharting eine bewirtschaftete Rastanlage.

Dabei steht seit langem fest, dass ein Privatinvestor in unmittelbarer Nähe des Standorts bei Mühldorf-Nord einen Autohof bauen will. Sowohl die betroffene Gemeinde Erharting als auch der Investor wurden gestern von den Plänen der Autobahndirektion überrascht.

Eine Anfrage von Bundestagsabgeordnetem Stephan Mayer (CSU) bei der Autobahndirektion ergab, das unbewirtschaftete Parkplätze bei Pastetten, Dorfen, Staudach und Pfaffenhof gebaut werden sollen. Außerdem plant die Autobahndirektion nach dieser Information eine bewirtschaftete Rastanlage zwischen Erharting und Töging, die aus beiden Richtungen anzufahren ist. Dort soll Platz für 124 Lastwagen, 80 Autos, zwölf Busse und Autos mit Anhänger sein. Das Kuriose: Seit Jahren planen die Gemeinde Erharting und ein privater Investor kaum zwei Kilometer enfernt an der Ausfahrt Mühldorf-Nord neben der Autobahn einen Autohof mit Tankstelle, Restaurant und Spielhalle.

Nachfragen des Mühldorfer Anzeigers beim Investor für den Autohof und bei der Autobahndirektion zeigten gestern: Beide Seiten wussten nichts von den Plänen des jeweils anderen. Deshalb sorgt die Nachricht in der betroffenen Gemeinde Erharting und beim Investor des bei Frixing geplanten Autohofs für Missstimmung. Investor Walter Kell, erklärte auf Anfrage: "Ich weiß davon gar nichts, es ist völlig überraschend." Er nennt eine zweite Raststätte in kaum zwei Kilometern "durchaus ein Problem".

Walter Gruber, Verwaltungsleiter in Erharting, berichtete von Absprachen mit Autobahndirektionspräsident Paul Lichtenwald, der in einem Gespräch mit Vertretern der Gemeinde Erharting den Bau eines privaten Autohofs begrüßt habe. Diese Information ist aber offensichtlich in der Autobahndirektion nicht an die zuständigen Stellen gelangt. So kommt eine Standortuntersuchung zum Schluss: Der günstigste Platz für eine Raststätte ist bei Erharting. Das bestätigt Planer Christian Rehm, der seinerseits betont: "Von einer Paralellplanung eines Autohofs neben der Autobahn war mir nichts bekannt."

Das Verkehrsministerium hat nach Angaben Rehms der Standortanalyse und dem Standortkonzept zugestimmt. Mehr aber nicht, betont er: "Von einer Konkretisierung oder technischen Planung kann noch keine Rede sein."

Rehm zeigt sich gesprächsbereit: "Es ist wohl sinnvoll, dass man bei der Straßenbauverwaltung und der Autobahndirektion den Standort auf den Prüfstand stellt." Man werde sich unterhalten müssen und gegebenenfalls einen anderen Standort wählen oder ganz auf den Bau verzichten." Denn auch die im Standortgutachten als ebenfalls geeignet beschriebenen Standorte, sind nicht weit weg: Mettenheim, Winhöring und Neuötting. Verträge für die Rastsätte gibt es laut Rehm noch nicht. Erst, wenn die Planungen weiter gediehen seien, werde die Konzessionsvergabe ausgeschrieben und ein Betreiber der Raststätte gesucht.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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