Industriegebiet: 400 neue Arbeitsplätze?

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Das Ansiedlungsgebiet von der Straße aus: Hinter dem Abzweig Richtung Hart rechts der Staatsstraße will Erharting ein Industriegebiet ausweisen.

Mühldorf - Im Landkreis möchte der Lebensmittelhändler Netto ein Logistikzentrum bauen. Erharting und Mühldorf wollen deshalb nun ein gemeinsames Industriegebiet ausweisen.

Erharting will ein neues Industriegebiet ausweisen, die Stadt Mühldorf ihr im Norden bestehendes erweitern. Ziel ist es in dem erweiterten Teil und dem angrenzenden Gebiet der Gemeinde Erharting ein Logistikzentrum der Firma Netto anzusiedeln. Der weit größte Teil des geplanten Logistikzentrums liegt auf Erhartinger Gemeindegebiet, Bürgermeister Georg Kobler spricht von 90 Prozent. Trotzdem muss die Stadt Mühldorf ihr Industriegebiet erweitern, damit eine Verbindung zu dem neuen Bereich geschaffen wird. Eine Ansiedlung auf der grünen Wiese sei nicht denkbar, sagte Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch bei der Vorstellung der Pläne vor dem Bauausschuss der Stadt Mühldorf.

Vorgespräche hat es bereits mit dem Landratsamt und gestern mit der Regierung von Oberbayern gegeben. Beide hätten klar gemacht, dass die Verbindung zum Mühldorfer Industriepark gegeben sein müsse. Auch mit den Grundstücksbesitzern laufen Verhandlungen.

Das Ansiedlungsgebiet aus der Luft: Das Logistikzentrum soll südöstlich der Staatsstraße entstehen. Der größte Teil läge auf Erhartinger Gebiet (schraffierte Flächen). Über Wiesen und Felder soll das neue Industriegebiet an das der Stadt Mühldorf (links unten) angebunden werden.

Verträge gibt es noch keine, bestätigten Knoblauch und Kobler auf Anfrage, weder mit Netto noch mit den Grundbesitzern. "Wir sind im ständigen Kontakt", erklärte Knoblauch über die Gespräche mit Netto, auch in dieser Woche gab es wieder ein Treffen, das sehr positiv verlaufen sei. Optimistisch sieht er auch die Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern: "Die Leute sind sehr aufgeschlossen und stehen dem Vorhaben positiv gegenüber."

In 14 Tagen berät der Gemeinderat Erharting über die Änderung seines Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans. Das bestätigte Bürgermeister Kobler auf Anfrage. Gleichzeitig befasst sich auch der Mühldorfer Stadtrat mit dem Thema.

Vom Logistikzentrum aus sollen laut Knoblauch Märkte im Umkreis von 150 Kilometern mit Waren beliefert werden. Er rechnet mit bis zu 400 Arbeitplätzen am neuen Standort. "Durch die Zusammenarbeit zwischen Erharting und Mühldorf haben wir die Chance, viele neue Arbeitsplätze zu schaffen", betont Erhartings Bürgermeister Kobler.

Zu dem Gebiet, das jetzt auf Mühldorfer Seite neu geplant wird, gehört auch die ehemalige Kiesgrube. Der dort ansässige Boxerclub hat Bestandsgarantie, das übrige Gelände soll, so Knoblauch, "für die Natur genutzt werden". Klar ist aber auch: "Das Logistikzentrum bringt einen großen Einschnitt in die Landschaft", sagt Walter Gruber, Verwaltungsleiter in Erharting, ein Eingriff, der gegen die hohe Zahl von Arbeitsplätzen abgewogen worden sei. Für die Mühldorfer CSU lobte Kurt Bimsberger die Pläne: "Wir finden es begrüßenswert, wenn zwei Gemeinden zusammenarbeiten."

Vor genau einem Jahr gab es Gespräche über die Ansiedlung des Netto-Logistikzentrums, damals war ein Standort weiter östlich im Gespräch unter Einbeziehung der Stadt Töging. Jetzt haben sich die Pläne verändert, der Betrieb soll an der Staatsstraße Richtung Autobahn in Verlängerung des Industriegebiets Nord entstehen. 2012 soll das Zentrum stehen, falls sich Netto für Erharting und Mühldorf entscheidet und die Grundstücksbesitzer mitspielen.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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