Ziel: Bildung langfristig sichern

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Die Aufstockung der Realschule in Waldkraiburg würde 1,2 Millionen Euro kosten, ein Neubau an der Mittelschule in in Mühldorf 20 Millionen. Die Zukunft der weiterführenden Schulen soll ein Gutachten zeigen, auch vor dem Hintergrund, dass der Trend auch in Bayern zum zweigleisigen Schulsystem geht, wie Landrat Huber sagte.

Mühldorf/Landkreis - Es kommt Bewegung in die Diskussion um die Realschulen im Landkreis. Der Kreisausschuss will ein Gutachten über die weiterführenden Schulen in Auftrag geben.

Im Anschluss an einen Antrag der Grünen und dem seit Jahren steigenden Raummangel in der Realschule Waldkraiburg hat Landrat Georg Huber die Erstellung eines Gutachtens für weiterführende Schulen vorgeschlagen. Damit sollen klarere Aussagen über die künftige Entwicklung im Landkreis gemacht werden; denn dem derzeitigen Platzmangel steht voraussichtlich aber 2017 ein Rückgang der Schülerzahlen gegenüber. Ein weiterer Gesichtspunkt ist die vermutete Schulentwicklung: Landrat Huber ist überzeugt, dass auch in Bayern der Trend zum zweistufigen Schulsystem geht mit dem Zusammmenrücken von Haupt- und Realschule: „Das dreigliedrige Schulsystem hat die längste Zeit Bestand gehabt.“

Die Datenerhebung ist nach Ansicht Hubers nötig, weil auf den Landkreis massive Kosten zukommen. Eine Beseitigung des Raummangels durch eine Aufstockung der Schule in Waldkraiburg würde 1,2 Millionen Euro kosten, ein Realschulneubau in Mühldorf schätzt die Kreisverwaltung auf 20 Millionen. Um diese Investition finanzieren zu können, wäre eine Erhöung der Kreisumlage oder der Verschuldung nötig. Das Gutachten soll 20.000 Euro kosten.

Cathrina Henke (Grüne) begrüßte den Beschluss: „Wir müssen rechtzeitig schauen, wohin wir uns entwickeln, wo wir investieren wollen.“ Massive Unterstützung erhielt Huber von Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch. Er forderte, das gesamte Schulsystem im Landkreis im Blick zu behalten. Der bevorstehende Mangel an Fachkräften könne nur überwunden werden, wenn es im Landkreis ein breites Bildungsangebot gebe, sagte Knoblauch und schloss auch die Fach- und Berufsoberschule ein. Zu diesem Bildungsangebot gehört nach Ansicht Hubers auch ein Fachhochschulangebot, um den Wegzug junger Leute in Fachhochschul- oder Universitätsstädte zu verringern.

Christin Funiok (UWG) sieht es als Vorteil für die Schüler an, wenn die Durchlässigkeit zwischen Haupt- und Realschule erhöht wird , was vor allem bei der Konzentration auf gemeinsame Standorte möglich sei. Anders argumentierte Josef Schöberl (WGW). "Das Geld für das Gutachten können wir uns sparen“, sagte er. Unabhängig davon, welches Ergebnis das Gutachten bringe, fragte er: „Womit sollen wir investieren? Wir müssen stattdessen Schulden abbauen.“ Gemeinsam mit Peter Huber (UWG) stimmte er gegen das Gutachtachten.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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