Kreisverkehr in Zangberg erneut abgelehnt

Zangberg - Erneut aufgegriffen hat der Gemeinderat die Verkehrssituation in der Ortsmitte von Zangberg. Ein Kreisverkehr für Fußgänger wird  als gefährlich erachtet. Ein Gutachter soll nun Alternativen aufzeigen.

Bereits in der vorletzten Sitzung hatte sich das Gremium mit dem Thema beschäftigt und die Schaffung eines Kreisverkehrs mehrheitlich abgelehnt. Grund für die erneute Besprechung war die fortwährende Suche nach einer Verbesserung der Sicherheit für Fußgänger, vor allem für Kinder, beim überqueren der Staatsstraße 2091 in der Ortsmitte. Dort mündet die St2354 aus Richtung Oberbergkirchen in die St2091 Ampfing-Neumarkt-St. Veit. Bürgermeister Franz Märkl wollte die Angelegenheit vor dem Urlaub noch einmal aufgreifen und einen endgültigen Beschluss herbeiführen.

Der Bürgermeister legte zur Veranschaulichung der Situation eine Planskizze des Staatlichen Bauamtes Rosenheim zu einer Kreisverkehrsanlage in der Ortsdurchfahrt Zangberg vor. Er dankte ausdrücklich dem Abteilungsleiter Frank Fischeisen und Sachbearbeiter Peter Astner für die rasche Bearbeitung.

Der vorgelegte Plan sieht einen Kreisverkehr in der Ortsmitte mit 30-Meter-Durchmesser vor, mit drei überquerungshilfen als Mittelinseln in der St2091 nördlich und südlich des Kreisels und in der St2354. Bürgermeister Märkl machte darauf aufmerksam, dass die außen herumführenden Gehwege unmittelbar neben den Fahrbahnen liegen. Es sei nicht zu erwarten, dass die Gemeinde von Anliegern Grund bekomme, man also nicht weiter ausweichen könne.

Die anschließende Aussprache war von den zwei gegensätzlichen Ansichten zum Kreisverkehr geprägt. Alfred Huber sprach sich gegen den Kreisverkehr aus. Dieser bringe zwar mehr Sicherheit für die Fahrzeuge, allerdings auch mehr Lärm und Abgase vor allem von den vielen Lastwagen aus Lohkirchen Richtung Autobahn. Für die Fußgänger sehe er keinerlei Vorteile, im Gegenteil, eine größere Verunsicherung bei Kindern. Auf das richtige Blinken aller Autofahrer am und im Kreisel könne man sich nämlich nicht verlassen. Zur Geschwindigkeitsreduzierung sei eher eine Fahrbahnverengung geeignet. Als nützlich für mehr Sicherheit sah er auch eine Fahrbahnmarkierung in der Kreuzung an. Liane Nunberger bezeichnete sich als Verfechterin eines Kreisels für Autos, nicht aber für Fußgänger. Ihre täglichen Beobachtungen am Kreisverkehr in Neumarkt bestätigten dies, sagte sie. Schüler trauten sich nur schwer über die Straßen am Kreisel.

Peter Asenbeck bezeichnete einen Kreisverkehr auch nicht als Nonplusultra, glaubt aber, er sei besser als die jetzige Situation, und für Werner Luft liegt der Vorteil eines Kreisels für Fußgänger darin, dass "ich als Autofahrer mehr aufpassen und langsamer fahren muss". Hans Holzner meinte, wenn Kreisverkehre (für Fußgänger) so unsicher wären, wie eben dargestellt, dann dürften sie nur noch außerhalb von Ortschaften sein. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Planung nur nach den technischen Möglichkeiten erfolge und die Belange der Fußgänger dabei außer Acht gelassen würden.

Bürgermeister Märkl fasste zusammen, dass die Debatte trotz unterschiedlicher Meinungen vom Bemühen aller um mehr Sicherheit für Fußgänger geprägt gewesen sei. Dem stimmte Peter Asenbeck insofern zu, als er sagte, egal, welche Lösung komme, sicherer müsse es für die Fußgänger werden. Dazu schlug Thomas Rauscheder die Installation eines stationären Blitzgerätes vor. Dieses aber sah Alfred Huber Anschlägen ausgesetzt und verwies auf die Anlage bei Ramsau.

In der Abstimmung wurde der Antrag auf Zuschuss und damit eine Kreisverkehrsanlage bei drei gegen zehn Stimmen abgelehnt. Der Vorschlag von Zweitem Bürgermeister Siegfried Mailhammer, einen Verkehrssachverständigen mit der Anfertigung eines Gutachtens zu beauftragen, erhielt elf zu zwei Stimmen. Darin sollen nun alternative Vorschläge zur Erhöhung der Sicherheit für Fußgänger an der Kreuzung aufgezeigt werden.

gth/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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