"Leben und leben lassen!"

Altötting/Mühldorf/Waldkraiburg - Heute entscheidet sich, ob ein absolutes Rauchverbot künftig in Kraft tritt oder nicht. Wir haben mit den Betroffenen - den Wirten - in den Landkreisen über das Thema Volksentscheid gesprochen.

"Leben und leben lassen!" - Die bayerische Lebensart würde durch ein absolutes Raucherverbot völlig missachtet, da sind sich die Wirte im Landkreis einig. "Es kann nicht das Ziel der Nichtraucherbewegung sein, dass Existenzen gefährdet werden", meint Holger Nagl, Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Vorsitzender der Wirtegemeinschaft und Inhaber des Landgasthofes Hammerwirt. In seinem eigenen Lokal gelte dort Rauchverbot, wo gegessen wird. Zusätzlich gebe es einen seperaten Raucherraum. "Es gibt aber auch Wirtschaften, die davon leben, dass bei ihnen geraucht wird. 85 Prozent der Betriebe sind schon jetzt ganz rauchfrei, ich glaube, wenn in den restlichen geraucht werden darf, ist das schon o.k."

Dem stimmt auch Sabine Detter, Zweite Vorsitzende des Kreisverbandes Altötting des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes und Inhaberin des Graminger Weissbräu in Altötting, zu. "Es wird schon so lange darüber diskutiert und mit der jetzigen Lösung sind doch eigentlich alle zufrieden, darum finde ich es traurig, dass der Volksentscheid überhaupt stattfinden muss."

Im Graf Toerring Hof in Waldkraiburg gibt es einen Raucherraum, damit Nichtraucher und Leute beim Essen nicht gestört werden. "Wenn sich der Stammtisch hier aber trifft, ist das Rauchen erlaubt", meint Thomas Haas, Pächter des Lokals. "Ich hoffe, dass viele Leute am Sonntag mit Nein stimmen, denn bei einem absoluten Raucherverbot gibt es keine Ausnahmen mehr."

Laut Holger Nagl wüssten viele Menschen gar nicht, wofür sie mit einem Ja beziehungsweise Nein stimmen würden. "Sie haben Angst, dass dann wieder mehr geraucht werden darf, ein Nein heißt aber nur, dass alles so bleibt, wie es jetzt ist." Wirte sollten seiner Meinung nach frei entscheiden dürfen, der Volksentscheid würde diese Autonomie untergraben. "Es ist ein einschneidendes Ereignis für unsere Branche. Jeder muss sich fragen: `Wollen wir den Bürokratiewahnsinn weiter ausbauen oder wollen wir selbst bestimmen?´

Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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